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Autor Thema: Getreidestoppel mulchen, um ein besseres Saatbett für Zwfr. zu schaffen?  (Gelesen 1608 mal)

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WilliW

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Moin,

kurze Frage, kurze Antwort ;)

Bringt es was, nach der Getreideernte zunächst mal die Stoppel zu mulchen, um die Zwischenfruchtsaat besser in den Boden bringen zu können?
Mit meiner Saattechnik ist es nicht möglich, unter die Strohschicht zu kommen.
Ich bearbeite nach der Ernte also 2-3x, um möglichst viel Ausfallgetreide zu bekämpfen, grubbere dann 15-35 cm tief (je nach Bodensonde ;) ) und drille mit einer Scheibenschardrille.

Willi
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sten

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Kurze Antwort:
Der Schuss kann nach hinten losgehen, wenn das Stroh aufgrund der zerkleinerten Struktur schneller in die Rotte geht und damit schlechte Keimbedingungen für die neue Saat verursacht. Stichwort aleopathie, n-Sperre, Wasserbedarf
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EWD

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Hallo,

Versuch macht klug, einfach mal Verfahren nebeneinander stellen.

Bei einer Scheibenschardrille könnte ich es mir vorstellen, dass mulchen
einen Effekt bringen könnte.

Wenn mulchen, dann etwas längere Stoppel machen, da geht das Mulchen besser.

Gruß  Ernst
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jotesen

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Höher dreschen und dann mulchen ist hier das Mittel der Wahl. Stroh nicht einarbeiten!

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joe

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Moin,

kurze Frage, kurze Antwort ;)

Bringt es was, nach der Getreideernte zunächst mal die Stoppel zu mulchen, um die Zwischenfruchtsaat besser in den Boden bringen zu können?
Mit meiner Saattechnik ist es nicht möglich, unter die Strohschicht zu kommen.
Ich bearbeite nach der Ernte also 2-3x, um möglichst viel Ausfallgetreide zu bekämpfen, grubbere dann 15-35 cm tief (je nach Bodensonde ;) ) und drille mit einer Scheibenschardrille.

Willi

willst du durch den mulchergang etwas bei der bodenbearbeitung sparen ?
wir mulchen fast den ganzen stoppel , sogar nach der strohbergung , zum einen weil wir einen sehr hohenstoppel mähen und  viel schwarzwildschäden haben .
ackerbaulich sehe ich "eigentlich" keine notwendigkeit, bei mir hat es eher technische gründe das ich mulche .
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hanns

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Moin,

kurze Frage, kurze Antwort ;)

Bringt es was, nach der Getreideernte zunächst mal die Stoppel zu mulchen, um die Zwischenfruchtsaat besser in den Boden bringen zu können?
Mit meiner Saattechnik ist es nicht möglich, unter die Strohschicht zu kommen.
Ich bearbeite nach der Ernte also 2-3x, um möglichst viel Ausfallgetreide zu bekämpfen, grubbere dann 15-35 cm tief (je nach Bodensonde ;) ) und drille mit einer Scheibenschardrille.

Willi
..und vor der drille läuft ne kreiselegge??
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WilliW

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@Joe
Wäre interessant, ob ich durch das feinere Stroh einen besseren Bodenschluss = Aufgang der Saat erreichen kann.

@hanns
Nee, nur ne alte Becker Kompakta mit Zahnpackerwalze, die inzwischen nur noch dazu dient, die Schlepperspuren einzuebnen und Steine weg zu drücken.


Nachteil wäre halt, wie oben schon angesprochen, dass das Stroh sehr schnell in die Rotte geht und für den Gründünger noch weniger N zur Verfügung steht.
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jotesen

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@Joe
Wäre interessant, ob ich durch das feinere Stroh einen besseren Bodenschluss = Aufgang der Saat erreichen kann.

@hanns
Nee, nur ne alte Becker Kompakta mit Zahnpackerwalze, die inzwischen nur noch dazu dient, die Schlepperspuren einzuebnen und Steine weg zu drücken.


Nachteil wäre halt, wie oben schon angesprochen, dass das Stroh sehr schnell in die Rotte geht und für den Gründünger noch weniger N zur Verfügung steht.
Stell ne Leguminose mit rein, die wirkt eh besser bei N-Mangel.

Ich säe mit einem Gänsefußschar in die Stoppeln, da habe ich das Problem ja nicht. Du musst die Saat halt nach unten in die Saatrille bekommen und Stroh oben drüber lassen. Das geht mit einem Scheibenschar auch gut. Nur eben vorher nicht unter Saattiefe ackern, weil sonst fehlt das Wasser.
Stroh oben drauf ist ein guter Schutz vor der Sommersonne.

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joe

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@Joe
Wäre interessant, ob ich durch das feinere Stroh einen besseren Bodenschluss = Aufgang der Saat erreichen kann.



das kann ich ruhigengewissens ganz eindeutig mit "ja" beantworten !
diese erfahrung habe ich in meiner mulchsaatzeit gemacht , denn die stoppeln neigen immer zum "aufschwimmen"

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joe

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@Joe
Wäre interessant, ob ich durch das feinere Stroh einen besseren Bodenschluss = Aufgang der Saat erreichen kann.

@hanns
Nee, nur ne alte Becker Kompakta mit Zahnpackerwalze, die inzwischen nur noch dazu dient, die Schlepperspuren einzuebnen und Steine weg zu drücken.


Nachteil wäre halt, wie oben schon angesprochen, dass das Stroh sehr schnell in die Rotte geht und für den Gründünger noch weniger N zur Verfügung steht.
Stell ne Leguminose mit rein, die wirkt eh besser bei N-Mangel.

Ich säe mit einem Gänsefußschar in die Stoppeln, da habe ich das Problem ja nicht. Du musst die Saat halt nach unten in die Saatrille bekommen und Stroh oben drüber lassen. Das geht mit einem Scheibenschar auch gut. Nur eben vorher nicht unter Saattiefe ackern, weil sonst fehlt das Wasser.
Stroh oben drauf ist ein guter Schutz vor der Sommersonne.

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kleiner einwand , das mag mit einer rapid oder tandemflex und co funzen , aber nicht mit einer leichen gaspado anbaudrille die willy einsetzt , das ist ein mulchereinsatz wirklich zu empfehlen
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jotesen

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Mulchen hatte ich ja bereits empfohlen

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WilliW

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Legus sind verboten. Die zerschießen mir jede Düngebilanz bei den horrenden Werten, die ich hier ansetzen muss. Andüngen ist faktisch auch unmöglich. Und ohne Andüngung geht hier gar nix.

Edit: http://m.lwk-niedersachsen.de/?file=340,319CC4AE-0D07-00C0-111CD3AACD2A135F~pdf
« Letzte Änderung: 03. Juli 2017, 15:38:05 von WilliW »
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Felix

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Von dieser Aussage * bis 30 % Leguminosen: N-Düngebedarf s. Tabellenwert oben, 31 – 99 % Leguminosen: 30 kg N/ha, 100 % Leguminosen: kein N-Düngebedarf aus der Quelle http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/2/nav/340/article/30997.html ist zum Glück in NRW keine Rede.

Bei der LWK gibt es bereits Vorlagen für den Herbst, sowie für nahezu alle Kulturen für das Jahr 2018. Meine Plaung für den Herbst hab ich schon fertig, es sei den es ändert sich noch was gravierendes  ;D

Vorlagen LWK NRW
http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/duengeverordnung/dbe/index.htm
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"Dem Mutigen gehört die Welt, frisch gewagt ist halb gewonnen"

jotesen

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Ich lasse mein Stroh weitestgehend oben drauf, da ist es bei mir so trocken, da kann man N-Bindung vernachlässigen.

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WilliW

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Re: Getreidestoppel mulchen, um ein besseres Saatbett für Zwfr. zu schaffen?
« Antwort #14 am: 07. Dezember 2017, 17:31:41 »

Moin,

hier mal ein Update.
Von einer 7,5 ha Roggenfläche habe ich bis auf gut 1 ha direkt nach der Ernte alles gemulcht.
Danach wurde Gärrest eingearbeitet und 14 Tage später gegrubbert und die Zwischenfrucht eingesät.

Ein so feuchtes Jahr hatten wir hier noch nicht, sodass Wassermangel, der eigentlich in jedem Jahr die Entwicklung der ZF irgendwann behindert, kein Thema war.
Auf der gemulchten Fläche war der Aufgang der Saat etwas besser, jedoch holte die nicht gemulchte Fläche irgendwann optisch auf und präsentiert sich irgendwie besser.
Eine Erklärung dafür kann sein, dass das geschredderte Stroh mehr N gebunden hat, was der ZF nicht zur Verfügung stand.

Die Unterschiede sind nicht groß und lassen sich auch nicht fotografieren.
Und es gibt auch große Unterschiede innerhalb beider Parzellen, sodass ich noch kein echtes Fazit ziehen möchte.
Im nächsten Jahr wird weiter probiert.

Willi
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