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Autor Thema: Luzerne Silierung?  (Gelesen 1830 mal)

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nofear

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Luzerne Silierung?
« am: 13. Juni 2017, 12:31:28 »

Siliert hier irgendjemand seinen greening-Reinsaatbestand an Luzerne in Rundballen?

Ich weiß, ist schwierig und nicht optimal (sauberes Mähen, Schwaden und hohe TS-Gehalte nach dem Anwelken sowie 8 Lagen Folie scheinen Pflicht zu sein)...
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Walter

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #1 am: 13. Juni 2017, 14:04:52 »

Hallo,


Ja, ich.

Geht gut. Rechtzeitig mähen (Stängel dürfen noch nicht verholzt sein, also deutlich vor der Blüte mähen), dann lasse ich das Zeug je nach Wetter 1-3 Tagen auf Schwad liegen, schwadere es dann mit sehr wenig Drehzahl (Blätterverlust) zusammen, lasse es noch mal 1-2 Tagen liegen und presse es dann in Rundballen. 8 Lagen Folie ist übertrieben, wir nehmen 6 (aber wir haben keine verholzte Stängel).
Siliert wie Klee auch und wird von den Kühe sehr gerne gefresen. Wenn die Imstall die Wahl haben, wird als ersts die Luzerne gefressen, egal ob noch Klee oder Grassilage da ist.
Werde zu dieser Ernte hin noch mehr Luzerne silieren.

MfG
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nofear

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #2 am: 13. Juni 2017, 14:17:42 »

Nach so langer Feldliegezeit geht das wohl eher in Richtung Heulage oder?
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Walter

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #3 am: 13. Juni 2017, 15:46:21 »

Hallo,


Ich will das Silo insgesamt so trocken wie möglich haben. Das Wasser fahre ich mir nicht im Stall, Strohverbrauch sinkt dementsprechend.
Geht natürlich auch feuchter zu silieren, werden dann schwere Ballen.


MfG
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Helmo

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #4 am: 13. Juni 2017, 16:00:36 »

Hallo.
Wir silieren ein luzernebetontens  Luzerne/Kleegrasgemisch.
Wir mähen immer abends ohne Aufbereiter, zetten am Folgetag morgens mit wenig Drehzahl und schwaden dann 2-3 Tage später ebenfalls morgens mit wenig Drehzahl. Abends kommt dann die Presse. Luzerne benötigt lange bis das trocken ist.
Mit 6 Lagen eingewickelt passiert den Ballen nicht mehr wie beim normalen Gras.
Wird lieber gefressen wie Grassilage oder reines Kleegras.
Ich hätte auch keine Bauchschmerzen bei einem Reinbestand.
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Farmerch

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #5 am: 13. Juni 2017, 21:07:11 »

Hallo

Wir silieren jedes Jahr rund 15 ha Reinsaat - Luzerne. 3 - 4 Schnitte Jährlich. Ich lasse es sehr gerne mit einen BigM mähen und gleich auf Schwad legen. Meiner Meinung nach die beste und sauberste Lösung, wichtig ist dabei wie meine Vorredner schon erwähnten das man es eben min. zwei Tage auf den Schwad liegen lässt. Wir haben auch schon vom BigM mähen lassen und eben vorsichtig dabei gezettet und dann mit den Schwader zusammen, dabei kann man den Anwelkgrad etwas besser steuern. Wir machen es teils so und teils so... Wetterabhänig und auch ein wenig Gemacksache! Anschließend machen wir Siloballen. 6 Lagen reichen im Normalfall völlig aus!( Man muss das einwenig beobachten ob die Stengel die Folie durchstoßen... hängt natürlich auch vom Schnittzeitpunkt ab.)
Viel wichtiger finde ich ist das der Pressenfahrer alle Messer rein macht und es vernünftig geschnitten ist!
Wann mäht ihr die Luzerne? Wir doch deutlich bevor die ersten Knopsen sichtbar sind! Muss dazusagen ich sehe die Luzerne ehr als Eiweiß-Ersatz um Rohfaser geht es mir eher weniger...
Ich bin begeistert von der Luzerne! Passt bei uns super im System! Ich ersetzte mit einen Luzernerundballen rund 120 kg Sojaschrot! Außerdem wird die Ration deutlich besser gefressen. 5 % höhere Futteraufnahme ist dadurch kein Problem!

Letztes Jahr haben wir zum ersten mal Quadersiloballen gemacht, dabei haben wir mit einer Feincut Presse von Claas die Ballen pressen lassen. Ich muss sagen das hat mich echt begeistert! Problem ist nur der Wickler, da haben wir den nächsten erst in 70 km Entfernung! Ich finde diese Ballen vom ganzen Händling her einfacher überzeugender - weniger Probleme mit Siloballen wo die Folie beim Transport beschädigt wird! Weil einfach die Ballen vor den wickeln Transportiert werden und dann einfach an Ort wo sie gewickelt werden auch gestapelt und gelagert werden.

MfG
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Wade

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #6 am: 13. Juni 2017, 21:41:24 »

Letztes Jahr haben wir zum ersten mal Quadersiloballen gemacht, dabei haben wir mit einer Feincut Presse von Claas die Ballen pressen lassen. Ich muss sagen das hat mich echt begeistert! Problem ist nur der Wickler, da haben wir den nächsten erst in 70 km Entfernung! Ich finde diese Ballen vom ganzen Händling her einfacher überzeugender - weniger Probleme mit Siloballen wo die Folie beim Transport beschädigt wird! Weil einfach die Ballen vor den wickeln Transportiert werden und dann einfach an Ort wo sie gewickelt werden auch gestapelt und gelagert werden.

Das hat ja nix mit Eckig vs rund zu tun. Runde kannst ja auch erst heim fahren und dann wickeln. Finde ich auch viel besser als direkt an der Presse wickeln und dann versuchen heile heim zu bringen... Wenn man die noch 3 mal mit der Zange anpacken muss gibts überall gedehnte Folie, die hält dann gar nichts mehr aus und hat als erstes undichte Stellen.
Aber da muss auch die Schlagkraft nach er Presse stimmen, damit die schnellst möglichst eingewickelt werden. Am besten innerhalb 2-3h.

Wir wickeln die Ballen in nen Strang, das geht am schnellsten und braucht keinen extra Schlepper. Da spielen die Stängel (falls vorhanden) auch keine Rolle weil man nicht über die Kante wickeln muss. Nebenbei spart man sich noch einiges an Folie.

Wir haben auch schon häufig Luzerne-Gras siliert. Haben das mit Mähaufbereiter gemäht, je nach Witterung 0,5-2 Tage liegen lassen, geschwadet und nochmal paar Stunden - Tage liegen lassen.
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Patrick

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #7 am: 19. Juni 2017, 23:09:57 »

Wir silieren die Luzerne nicht in Ballen, dafür aber in kleine Fahrsilos, wo im Oktober wieder Feuchtmais rein kommt. So sind diese gut ausgenutzt und die Luzerne hat auch genug Vorschub bei der Entnahme.
Nach dem Mähen mit Aufbereiter wird sie für 2 Tage breit liegen gelassen. Angestrebt sind zwischen 40 und 50 % TS. Wird sie zu nass eingefahren gibt es Buttersäure und die schmackhaftigkeit geht zurück. Der Schwader wird nur mit halber Drehzahl gefahren, was kein problem ist, da Luzerne ja recht grob ist und sich gut von den Zinken sammeln läst. Ob wir das Futter noch noch im Schwad nachtrocknen lassen oder direkt einfahren hängt vom TS gehalt ab. Den kontrolliere ich schon ab dem Mähen mit Probe, die ich auf dem Trocknungsofen trockne und wiege. Luzerne ist da besonders trügerisch, da sie viel Wasser im Stängel hält. Nur vom reinen Handgefühl her meint man oft, das sie schon zu trocken ist.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2017, 23:16:20 von Patrick »
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Stefan

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #8 am: 20. Juni 2017, 08:27:42 »

Wir silieren die Luzerne nicht in Ballen, dafür aber in kleine Fahrsilos, wo im Oktober wieder Feuchtmais rein kommt. So sind diese gut ausgenutzt und die Luzerne hat auch genug Vorschub bei der Entnahme.
Nach dem Mähen mit Aufbereiter wird sie für 2 Tage breit liegen gelassen. Angestrebt sind zwischen 40 und 50 % TS. Wird sie zu nass eingefahren gibt es Buttersäure und die schmackhaftigkeit geht zurück. Der Schwader wird nur mit halber Drehzahl gefahren, was kein problem ist, da Luzerne ja recht grob ist und sich gut von den Zinken sammeln läst. Ob wir das Futter noch noch im Schwad nachtrocknen lassen oder direkt einfahren hängt vom TS gehalt ab. Den kontrolliere ich schon ab dem Mähen mit Probe, die ich auf dem Trocknungsofen trockne und wiege. Luzerne ist da besonders trügerisch, da sie viel Wasser im Stängel hält. Nur vom reinen Handgefühl her meint man oft, das sie schon zu trocken ist.

Und wie ist der Erfolg beim silieren, bzw. gibts da Probleme?
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Patrick

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #9 am: 21. Juni 2017, 00:05:31 »

Ich bin immer wieder selbst überrascht wie gut die Luzerne trotz des geringen Zuckergehaltes siliert. Futterleguminosen geltern ja allgemein als schwer silierbar. Aus den Analysen gehen immer recht hohe pH-WERTE von 5 bis 6 hervor, wo man ja immer mit Nacherwärmung rechnen muss. Da kommt uns sicher der schnelle Vorschub von 5 bis 8 Metern pro woche zu gute. An den Kanten werden doppel Sandsäcke gelegt. Und Wandfolie machen wir auch standardmäßig.
Ich sehe in den hohen TS Gehalten auch in Verbindung mit den hohen pH-Werten den Vorteil, das dass Futter schmackhaft bleibt.
« Letzte Änderung: 21. Juni 2017, 00:10:44 von Patrick »
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Grenzstein

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #10 am: 21. Juni 2017, 08:21:32 »

Wir silieren hier Luzerne beim ersten Schnitt mit dem Feldhäcksler zusammen mit dem Grünland in eine Feldmiete.
Mähen, 1 Tag liegen lassen, Schwaden und am nächsten Tag ins Silo.
Die Schwadereinstellung ist identisch zum Grünland, eher sogar etwas höhere Drehzahl, wegen der vielen Masse.
Das Grünland hat dann i.d.R. relativ viel TS, was aber durch die Luzerne wieder ausgeglichen wird.

Der zweite Schnitt erfolgt gegen Mitte Juli, dort findet sich normal immer eine Schönwetterphase zum Heuen der Luzerne in Quaderballen. Der dritte Schnitt geht Mitte Sept. in Wickelballen.

Sind Bio-Flächen, Verwendung für MuKu.
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nofear

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #11 am: 21. Juni 2017, 08:39:40 »

Der zweite Schnitt erfolgt gegen Mitte Juli, dort findet sich normal immer eine Schönwetterphase zum Heuen der Luzerne in Quaderballen.

Wie das ohne nur Stengel zu haben? Die trockenen Blätter bröseln doch sofort ab und der Stängel bleibt über oder könnt ihr die Quader nachtrocknen?
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Grenzstein

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #12 am: 21. Juni 2017, 10:04:36 »

Nur keine Angst. Die Verluste sind gar nicht so hoch wie befürchtet. Es muss halt 4 Tage heiß und trockene Luft sein.
So eine Wetterlage kommt hier in den letzten Jahren relativ zuverlässig (leider, da schlecht für die Abreife beim Getreide) ein paarmal im Jahr vor.

Nach dem Schnitt zwei Tage liegen lassen, danach Wenden frühmorgens mit reduzierter Drehzahl, zwei Tage liegen und dann wieder Schwaden frühmorgens mit geringer Drehzahl.(Lege immer drei Bahnen auf einen Schwad, zweimal rechts und einmal links bei 4,5m AB.)
Das Schwad noch einen Tag Ablüften ggf. noch einmal drehen und dann mit 12 Messern Abends wenn es bereits anzieht in den Quader. Dann bröseln die Blätter nicht ab und die Stengel sind noch trocken.
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Stefan

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #13 am: 21. Juni 2017, 14:30:55 »

Ich bin immer wieder selbst überrascht wie gut die Luzerne trotz des geringen Zuckergehaltes siliert. Futterleguminosen geltern ja allgemein als schwer silierbar. Aus den Analysen gehen immer recht hohe pH-WERTE von 5 bis 6 hervor, wo man ja immer mit Nacherwärmung rechnen muss. Da kommt uns sicher der schnelle Vorschub von 5 bis 8 Metern pro woche zu gute. An den Kanten werden doppel Sandsäcke gelegt. Und Wandfolie machen wir auch standardmäßig.
Ich sehe in den hohen TS Gehalten auch in Verbindung mit den hohen pH-Werten den Vorteil, das dass Futter schmackhaft bleibt.

Danke für den Bericht. :)
Euer Vorteil ist sicher der sehr große Vorschub. Setzt ihr Silierhilfen ein?

Ich könnte mir vorstellen, dass in Zukunft mit Abwärme getrocknetes Luzerneheu ein interessantes Futtermittel wird. Da Grassilagen in der Fütterung immer wieder Probleme bereiten und Trockengrün zusätzlich eine bessere Proteinqualität hat.
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Patrick

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Re: Luzerne Silierung?
« Antwort #14 am: 21. Juni 2017, 18:18:38 »

Nein, keine Siliermittel. Ich hab da nie Vorteile bemerkt.

Bei uns im Landkreis gibt es schon seit 40 Jahren ein Trockenwerk, welches Luzerne trocknet. Die Unterhalten auch Mähwerke mit Walzenaufbereiter und Bandschwader um die wervollen Blätter mit einzufahren. Ich hab mal bei Kuhn einen Preis für einen 6 oder 8 Meter Bandschwader angefragt... knapp 100000€ sind schon ne Hausnummer, das passt leider nicht in unser Budget. Aber wenn die Mähwerke demnächst erneuert werden müssen würd ich mich schon noch für Walzenaufbereiter interessieren.
« Letzte Änderung: 21. Juni 2017, 18:21:06 von Patrick »
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