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Autor Thema: Zuckerrüben 2017  (Gelesen 83703 mal)

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charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #540 am: 26. Dezember 2017, 14:11:47 »

@Franzl
Da stimme ich dir zu.
Vor allem die räumliche Nähe der beiden „kleinen“ Werke Warburg und Wabern ...
Dazu muss man vllt beachten, dass diese beiden Werke für die SZAG zur Ausdehnung der Marktmacht als „Nordwall“ wichtig sind.
Warburg verarbeitet unter viel Aufwand und Transport zu Beginn der Kampagne die Biorüben. Wabern wird mit den Rüben aus der Wetterau trotz großer und teurer Transportentfernung auf Auslastung gehalten.
Hier spielt deutlich mehr Konzernpolitik rein, als rein kostenorientiertes Denken.
Bisher hatten diese beiden SZ-Werke neben Offenau die schlechteste Auslastung.
Dass es für Warburg keine Betriebsgenehmigung über Silvester hinaus gibt, ist für mich aber auch neu.
Die beiden Werke Regensburg und Groß-Gerau, die 2006 geschlossen wurden, waren beide größer und auch moderner.
Sie wurden aber ausgewählt, da die Gelände durch Ballungsraumnähe sich deutlich besser vermarkten ließen.
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Gruß

Charlie

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johndeere820

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #541 am: 26. Dezember 2017, 20:25:03 »

Die fehlenden Betriebsgenehmigungen über Silvester hängen in Warburg und Lage sicher auch mit der ungünstigen Fabriklage zusammen. Beide Fabriken liegen in der Stadt und in beiden Fällen müssen die Transportfahrzeuge auch durch die Stadt fahren.
Warburg hält sich ja nicht nur durch die Biorüben. Meine mal gelesen zu haben, dass die Fabrik trotz der geringen Verarbeitungskapazität für die SZAG hoch wirtschaftlich ist. Und auch die räumliche Lage im nördlichen Einzugsgebiet der SZAG macht strategisch durchaus Sinn, wird doch ein nicht unerheblicher Teil der dort verarbeiteten Rüben direkt in der Warburger Börde und der näheren Umgebung angebaut.
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Heiner

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #542 am: 26. Dezember 2017, 21:38:37 »

Auch wenn ich mir damit jetz vermutlich keine Freunde mache, aber wenn ich das so höre frage ich mich schon warum die SZ noch an Werken wie Warburg festhält. Ohnehin das kleinste (andere verarbeiten täglich die vierfache Menge) und jetzt auch noch mit vorzeitigem Kampagneende. Bezahlen dürfen den ganzen Spaß alle anderen Anbauer.

Hallo Franzl,

auf den Anbauerversammlungen wurde immer geprahlt wie effizient die Werke Warburg und Wabern im Vergleich zu den anderen arbeiten. Einsicht in Zahlenmaterial habe ich nicht ...

Ein Grund für die gute Wirtschaftlichkeit von Warburg ist es wohl der der Südzucker jetzt auf die Füße gefallen ist, nämlich der, dass die Auflagen zum Betrieb des Werkes wohl ausgesprochen gering sein sollen, und an dieser Stelle vom RP dann sehr viel gefordert wurde, so dass man sich dann gesagt hatte erst einmal alles beim alten zu belassen bevor da überstürzt Anpassungen an die neuen Anforderungen getätigt werden.

Heiner
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Schorsch

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #543 am: 27. Dezember 2017, 10:15:49 »

Auch wenn ich mir damit jetz vermutlich keine Freunde mache, aber wenn ich das so höre frage ich mich schon warum die SZ noch an Werken wie Warburg festhält. Ohnehin das kleinste (andere verarbeiten täglich die vierfache Menge) und jetzt auch noch mit vorzeitigem Kampagneende. Bezahlen dürfen den ganzen Spaß alle anderen Anbauer.

Regensburg z.B. wurde auch dichtgemacht, hatte aber eine deutlich größere Verarbeitungskapazität als Warburg.

Ich bin sicher, dass "alle anderen Anbauer" keinen Vorteil dadurch haben würden, wenn eines der Kasselaner Werke geschlossen würde. Es scheint vom Konzern durchaus so gewollt zu sein, dass die Anbauer unterschiedlicher Fabriken das Gefühl haben, einen Wettbewerb gegeneinander auszufechten, wer trotz der abgestürzten Preiszusagen, die meisten Billig-Rüben kontrahiert und liefert. Als Argument wird immer das Szenario einer Werksschließung bemüht. Dabei können die Bauern auch durch ein Sich-maximal-ausnutzen-lassen eine eventuelle Schließung nicht verhindern. Vom "Rübenpreis-Limbo" profitiert letztlich nur die AG.

Bei der Restrukturierung wurden Groß Gerau und Regenburg geschlossen, weil die Umstrukturierungsbeihilfe abhängig war von der Höhe der stillgelegten Produktionskapazitäten. Den nördlichen SZ-Werken fehlte die kritische Masse. Der Konzern war damals in Schieflage geraten durch die überteuerte Übernahme der 4 französichen SLS-Werke. Man hatte dabei 500 Mio € verzockt und wollte möglichst viel Umstrukturierungsbeihilfe einnehmen. Dazu mussten große Werke stillgelegt werden und entsprechend viel Quote zurückgegeben werden. Zudem war man in der Lage, die Rüben dieser beiden Anbaugebiete durch Verfrachtung in verbleibende Werken zu verarbeiten.
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granola

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #544 am: 28. Dezember 2017, 00:30:23 »

Warburg und Wabern werden wie EINE Fabrik geführt. Dadurch sind wir nicht mehr nur eine viertel-Fabrik sondern schon fast eine halbe-mit süddeutschen Massstäben. Andererseits läuft hier noch sehr viel mit kurzen Wegen und mit hoher Flexiblität. Beispiel diese Kampagne: Was Warburg nicht machen kann mangels Betriebsgenehmigung für Januar hängt Wabern dran. Umleiten von Rüben zwischen den Werken, insbesondere wenn Wabern zusätzlöiche Mengen aus dem Süden oder Osten aufgenommen hat, war auch nie ein Problem.
Heute wurden hier Rüben für Wabern gerodet. Da kamen 2 6reiher und waren immer in Sichtweite zueinender. Glaube nicht das der Lohnunternehmer heute mit einem 12reiher gekommen wäre, wenn er einen hätte..
soll heissen: Klein kann auch gut sein. Warburg ist die am leichtesten sauber zu bekommende Fabrik und damit ideal für Biozucker. Beide Fabriken sind gut akzeptiert trotz Verkehrsbelastung, falls irgendwann einmal eine Fabrik als Ersatz für beide kommen soll gehe ich davon aus das beide Regionen für den Erhalt kämpfen.
Wichtigster Aspekt aber: Wenn die Südzucker besser ist als Ihre Nachbarn kann sie an ihren Rändern zusätzliche Rüben generieren.
Gruss von den Männern der Nachtwache! (Bilder gibt es nicht von dem heutugen Rübenroden einsatz hier, war nicht bei mir und da bin ich auch froh drum!  Den Krieg brauche ich dann auch nicht....)
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2017, 00:38:48 von granola »
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Frankenpower

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #545 am: 12. Januar 2018, 14:36:07 »

Hier ein Film aus Franken....

https://www.agrarheute.com/pflanze/zuckerrueben/bergung-zuckerruebenmaus-541745

so wie es aussieht wird das Ganze noch 12 Tage so bleiben....das macht alles auf dem Felde keinen Spaß mehr....
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Frankenpower

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #546 am: 12. Januar 2018, 16:31:19 »

....was neues zur Rentabilität der Rübe....

...es lohnt sich unter den neuen Gegebenheiten.....zumindest für die "Rübenverwerter".....

https://www.topagrar.com/news/Markt-Marktnews-Suedzucker-hebt-Umsatzprognose-fuer-das-Geschaeftsjahr-2017-18-an-8983394.html


...und wieder mal muss der Zucker die "Spezialitäten" ausgleichen....Schuster, bleib bei Deinen Leisten  :kopfschuettel:....
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Stone

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #547 am: 12. Januar 2018, 20:32:40 »

Im Wirtschaftsteil der FAZ steht heute auch ein Artikel über Südzucker. Da wird aber etwas kritischer berichtet.....

stone
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charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #548 am: 13. Mai 2018, 21:14:34 »

Die Rübenpreise für die Kampagne 2017 bei der Nordzucker stehen fest (alle Zahlen netto):

Rübengrundpreis für das variable Preismodell 20,30€/t bei 16%Pol, das ergibt im Durchschnitt für 17,63%Pol (NZ-Schnitt) und aller Nebenleistungen einen Preis von 28,43€/t
Für die ein- und dreijährig preisfixen Rüben macht das dann 28,54€/t und 30,50€/t bei 17,63 Pol.

Getragen wird der Preis auch von einer höheren Rübenmarkvergütung von 3,42€.
Bekanntlich bezahlt die NZ ja die Ü-Rüben extrem schlecht (14,50€ für die ersten 10% Übermenge und
5,00€ für den Rest) bietet aber die Möglichkeit 10% der Kontraktmenge aufs nächste Jahr zu übertragen.
Auch bei nur 90% Vertragserfüllung werden keine Strafen fällig. Somit ergibt sich eine Bandbreite um Ertragsschwankungen und Kontraktmenge in Einklang zu bringen.
Auch wird Fracht nur für die Überrüben vom Anbauer getragen.

Für mich als Anbauer ergab sich bei meinem Zuckergehalt (18,1%) ein Rübendurchschnittspreis von etwa 15% unter den Durchschnittspreisen der letzten Jahre. Hiervon wurde der größte Teil im Anbaujahr 2017 über gute Erträge auf der Fläche wieder aufgefangen.
Der Erlös je Hektar war somit nur unwesentlich schwächer als 2015 und 2016.
Natürlich war dazu der sehr gute Ertrag in 2017 nötig und auch in Zukunft werden hohe Erträge erforderlich sein um rentabel Rüben anzubauen. Aber man muss auch sehen, dass in 2017 der DB der ZR deutlich über den anderen Marktfrüchten Weizen, Gerste oder Raps sowie Kö-Mais lag.

Die Südzucker bringt ja jetzt die Rohstoffsicherungsprämie in Höhe von 4,15€/t ins Gespräch um die Anbauer bei der Stange zu halten. Inkl aller Zulagen sind Rübenpreise von 26€ vor Abzug der Frachtanteile wohl vorstellbar...
Damit käme man dann in Richtung der 28€ bei Nordzucker.

Die Erhöhung der Kontraktmenge (mind. 125% bei der SZAG) hat deutlich auf den Zuckerpreis durchgeschlagen. Fixpreise oder Übertragungen waren vertraglich nicht vorgesehen. Durch die Preisstruktur mit Treue- und Erfüllungsbonus wurden zusätzliche Flächenkapazitäten als Sicherheit vorgehalten, zusammen mit den in Süddeutschland noch höheren Rekordmengen ist hier für die SZAG ein Riesenzuckerberg entstanden, der vermarktet werden muss.
Auch für 2018 sind wieder deutlich gesteigerte Anbauflächen kontraktiert und bestellt worden.
Eine Marktentlastung ist also nicht in Sicht.
Ich bin gespannt auf die Aussagen von Zuckerunternehmen und Anbauerverband auf den Versammlungen Ende Mai.

Was hört man bei Pfeifer&Langen? Wie ist die Stimmung in den anderen Regionen?
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Charlie

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charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #549 am: 14. Mai 2018, 13:18:00 »

Kaum habe ich gestern über die NZ-Preise geschrieben, kommen heute die Zahlen der Südzucker...

Für die Kontraktrüben ergeben sich inkl aller Zulagen (Treue und Erfüllung, Früh- und Spätlieferprämie, Mietenpflege) und auch der Rohstoffsicherungsprämie von 4,15€/t ein Rübenpreis netto von 30,03€/t beim SZ-Durchschnitt von 16,0026% BZG/17,9%Pol.
Für die Überrüben beträgt der Preis 19,55€/t unter gleichen Vorraussetzungen.
Davon abgezogen wird noch der Transportkostenanteil (ca 2€/t bei 100km), sowie für den Verband A+R Mittel (ca 0,90€/t) und Rücklage Restrübengeld (0,60€/t) und auch noch ca 0,35€/t Verbandsbeitrag.

Mit einer persönlichen Nachkalkulation meines Rübenpreises kann ich mangels offiziellen Zahlenmaterials noch nicht dienen. Grob gefühlt dürfte er aber aufgrund der Vorhaltung des Puffers zur sicheren Erzeugung der Kontraktrüben und damit dem höheren Anteil von Überrüben nach der sehr guten Ernte und auch den zusätzlichen Abzügen im Schnitt niedriger als bei der Nordzucker liegen.
Das Geld für A+R und Rücklage Restrübengeld ist zwar nicht weg und wird auch verzinst, steht aber dem Betrieb nicht als Liquidität zur Verfügung.
Besonders schlägt ebenso zu Buche, dass es bei der SZAG keine Möglichkeit gab Preise über fixe Verträge abzusichern. Ohne die Rohstoffsicherungsprämie würden wir noch größere Einschnitte hinnehmen müssen.
Aber auch im Südzuckergebiet liegt der DB für ZR deutlich über den anderen Marktfrüchten. Die Wahl von Alternativen bleibt für den Durchschnittsbetrieb also weiterhin gering. Darauf werden sich auch SZAG und Anbauerverband ausruhen.
Die massiven Übermengen haben aber auch wir Anbauer, insbesondere die den Verbänden nahestehenden „Leuchtturmbetriebe“ zu verantworten, die sowohl für 2017 als auch 2018 das Anbauvolumen, zusätzlich gepusht von den Zuckerfabriken, auf teilweise 160% der ehemaligen Lieferquote ausgedehnt haben.
Dies im Zusammenspiel mit den sehr hohen Erträgen belastet den Zuckermarkt mit einem deutlichen Angebotsüberhang.
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Charlie

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Schorsch

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #550 am: 14. Mai 2018, 17:03:13 »

Die "Rohstoffsicherungsprämie" gilt NICHT als Bezahlung der Rüben von 2017 sondern sie ist eine Vorauszahlung auf Rüben der Ernte 2019. Demzufolge wird sie nur gewährt, wenn ein Liefervertrag für 2019 über das volle Lieferrecht + 25% abgeschlossen wird. Die Erklärung dazu im Bildanhang. (Dr. Corell, Südzucker AG in der Verbandszeitung DZZ Mai 2018).

Der All-incl.-Tabellenpreis für 2017 ohne "Rohstoffsicherungsprämie" liegt bei knapp 26€ und korrespondiert demnach mit einem Zuckererlös von knapp 350 € je to. Dieser durchschnittliche Zuckererlös wurde vertragsgemäß für die Monate Oktober 2017 bis Februar 2018 von einer "gemeinsamen Kommission" aus dem Unternehmenseigenen SAP-System herausgelesen. Zum Vergleich die EU-Statistiken:

Bildanhang: EU-Preismeldungen Okt 2017 bis Feb 2018.
https://ec.europa.eu/agriculture/sites/agriculture/files/market-observatory/sugar/doc/price-producers_en.pdf

Bildanhang: Exportpreise und Mengen. (Aufwand für Verbringung auf ein Hochseeschiff ist zu berücksichtigen)
https://ec.europa.eu/agriculture/sites/agriculture/files/market-observatory/sugar/doc/trade-statistics_en.pdf
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charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #551 am: 14. Mai 2018, 17:42:34 »

@Schorsch

Dass die „Rohstoffsicherungsprämie“ in Zusammenhang mit einer Kontraktierung von min. 125% für 2019 gewährt wird, stimmt soweit schon.
Jedoch wird sie auf die gelieferte Kontraktrübenmenge 2017 auch bereits mit der Schlußzahlung 2017 gewährt.
Zufälligerweise korrespondiert der dann so erzielte Preis in etwa mit dem Nordzuckerpreis... Schelm ist, wer Böses dabei denkt...

Der NZ-Preis wird ja genauso an den erzielten Zuckerpreis gekoppelt, jedoch trägt die komplette Fracht für die Kontraktrüben das Zuckerunternehmen (eine echte Abholung der Lieferung ab Feldrand).
Auch wird dort die RMV extra anhand des Marktes berechnet (mit 3,42€/t auch dem Zuckermarkt gegenläufig), wohingegen bei der SZAG das Rübenmark im Grundrübenpreis mit verrechnet ist und somit direkt mit dem Zuckerpreis korrespondiert.
Dafür ist der Überrübenpreis bei der Südzucker über den Zuckerpreis garantiert, wirtschaftlich ist es also kein Risiko größere Mengen Überrüben zu „verschenken“ wie bei der NZ.
Für viele Anbauer gibt es aber zumindest in unserer SZ-Region nicht das Ventil BGA für Überrüben, also wird dann aktuell für unter 20€/t an die Zuckerfabrik mit knirschenden Zähnen verkauft, und damit noch mehr Masse in die Zuckerproduktion geschoben, wie aktuell 2017.

Klarer Vorteil bei der NZ: ich kann zumindest einen Teil der Rüben zu einem festen Preis kontraktieren und so zumindest einen Teil des Zuckerpreis-Risikos auf das Zuckerunternehmen abwälzen.
Bei der SZ gehe ich hingegen eine einseitige Lieferpflicht 2 Jahre im Voraus ohne Preiszusage und somit Planungssicherheit ein. Hier trage ich als Anbauer das volle Zuckerpreis-Risiko
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Charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #552 am: 14. Mai 2018, 17:56:39 »

Dr. Corell vom Geschäftsbereich Zucker/Rüben der Südzucker AG schreibt:
Zitat
Diese Rohstoffsicherungprämie ist ein Bestandteil der Rübenabrechnung 2019, wird aber bereits zeitgleich mit der Rübenabrechnung 2017 zur Auszahlung kommen.
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Pfaelzerhannes

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #553 am: 14. Mai 2018, 18:11:02 »

Dr. Corell vom Geschäftsbereich Zucker/Rüben der Südzucker AG schreibt:
Zitat
Diese Rohstoffsicherungprämie ist ein Bestandteil der Rübenabrechnung 2019, wird aber bereits zeitgleich mit der Rübenabrechnung 2017 zur Auszahlung kommen.

Heißt im umkehrschluss, 2019 gibt's einen All inclusive Preis abzgl. Rohstoffsicherungsprämie.

Hab ja jetzt nur mitbekommen, was ihr hier schreibt. Aber das ist ja schon Erpressung.
Mit der Treueprämie angefixt, und jetzt den Todesstoß verpasst.
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charlie

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Re: Zuckerrüben 2017
« Antwort #554 am: 14. Mai 2018, 18:38:29 »

@Schorsch

Dann zitiere ich auch mal Dr. Fred Zeller aus der DZZ, Ausgabe Hessen-Pfalz:

Zitat
Aus diesem Grund hat sich Südzucker nach Absprache mit dem Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer entschlossen, eine Prämie für die Rohstoffsicherung anzubieten, wenn Rübenanbauer auch 2019 einen Liefervertrag schließen. Sie beträgt 4,15€/t (gelieferter) Kontraktrüben. Weil der Bezug auf die Menge 2019 angesichts der möglichen Ertragsschwankungen und administrativer Schwierigkeiten bei Nichterfüllung problematisch wäre, soll die Rohstoffsicherungsprämie auf der Grundlage der gelieferten Kontraktrüben 2017 berechnet werden

Und nun zum eigentlich wichtigen Teil... wem steht die Prämie zu...
Zitat
Auch wird, um ein motivierendes Signal zu setzen, ihre Auszahlung mit der Rübengeld-Abrechnung im Juni 2018 vorgenommen. Rübenanbauer, die zwar in 2017 noch selbst geliefert haben, aber für 2019 keinen Kontrakt mehr abschließen, können die Prämie dennoch erhalten, wenn sie dafür sorgen, dass ihre Lieferrechte zum Beispiel vom Betriebsnachfolger oder Pächter angebaut werden.

Hier ist die klare Zuordnung zum 2017er Anbau herauszulesen, mit der von Pfaelzerhannes so schön beschriebenen Erpressung auch 2019 die volle Menge anzubauen...
Für mich sieht das nach „mit Vollgas an die Wand“ mit den Anbauern auf dem Beifahrersitz aus...
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Charlie

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