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Autor Thema: Landwirtschaft in Schweden  (Gelesen 12859 mal)

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Henrik

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Landwirtschaft in Schweden
« am: 10. Oktober 2016, 17:30:42 »

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen   :)

Ich war ja schon ein paar Mal in Schweden. Muss sagen bin gern dort  :)  Über die Landwirtschaft muss ich zugeben weiss ich aber recht wenig  :(

Schweden ja nicht so weit weg, aber doch von der ganzen Bewirtschaftung her anders als bei uns. Viel mehr Sommerkulturen, wenig Feldarbeitstage und sehr viele Steine.

Vielleicht hat ja noch jemand weitere Infos zur Größe der Betriebe usw.

Gruss

Henrik
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joe

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #1 am: 10. Oktober 2016, 18:11:36 »

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen   :)

Ich war ja schon ein paar Mal in Schweden. Muss sagen bin gern dort  :)  Über die Landwirtschaft muss ich zugeben weiss ich aber recht wenig  :(

Schweden ja nicht so weit weg, aber doch von der ganzen Bewirtschaftung her anders als bei uns. Viel mehr Sommerkulturen, wenig Feldarbeitstage und sehr viele Steine.

Vielleicht hat ja noch jemand weitere Infos zur Größe der Betriebe usw.

Gruss

Henrik

ich habe einen bekannten in südschweden , er ist schon seit einigen jahren altenteiler und organisiert landwirtschaftliche studienreisen ,bei uns war er auch schon mal mit einer gruppe , sein sohn bewirtschaftet jetzt den betrieb pfluglos mit kartoffelanbau , wäre vielleicht auch mal ein anlaufpunkt  für die aw-tour ?
s
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #2 am: 10. Oktober 2016, 22:00:17 »

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?

Insgesamt gibt es zu dem Thema sehr viel zu schreiben, denn Schweden ist insgesamt Ca. 2000 km lang. Jede Region hat Ihre ganz eigenen Besonderheiten.
Ich hatte das Vergnügen vor 20 Jahren 4 Sommer dort oben als Erntehelfer zu arbeiten (www.ulfstorp.se). Da es mir dort oben so gut gefällt, war ich mittlerweile schon 23 mal da  ;D.

Aufgrund des Klimas spielt sich das meiste im "Süden" des Landes ab. Das heißt also etwa bis zu einer gedachten Linie Ca. 150 km nördlich der Achse Göteborg - Stockholm.

An der Südspitze kann man die Landwirtschaft noch recht gut mit Mecklenburg vergleichen. Betriebsgrößen von 500 - 1000 Hektar und mehr sind keine Seltenheit.
www.rydsgaard.se
www.widerora.se

Vor allem die großen Gutsbetriebe sind schon sehr imposant.


Fortsetzung folgt...
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2016, 22:07:55 von Sven1971 »
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #3 am: 10. Oktober 2016, 22:25:29 »

ich habe einen bekannten in südschweden , er ist schon seit einigen jahren altenteiler und organisiert landwirtschaftliche studienreisen ,bei uns war er auch schon mal mit einer gruppe , sein sohn bewirtschaftet jetzt den betrieb pfluglos mit kartoffelanbau , wäre vielleicht auch mal ein anlaufpunkt  für die aw-tour ?
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selber habe ich es bisher noch nicht zu ihm geschaft

Guter Hinweis  :)

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?
Gibt ja inzwischen jedes Jahr eine Agrowissen Tour (letztes Jahr Italien, dieses Jahr Frankreich) und im kommenden Jahr soll dann gern nach Schweden gehen. Da kann man ja schon mal langsam ein paar Infos sammeln  :)


Insgesamt gibt es zu dem Thema sehr viel zu schreiben, denn Schweden ist insgesamt Ca. 2000 km lang. Jede Region hat Ihre ganz eigenen Besonderheiten.
Ich hatte das Vergnügen vor 20 Jahren 4 Sommer dort oben als Erntehelfer zu arbeiten (www.ulfstorp.se). Da es mir dort oben so gut gefällt, war ich mittlerweile schon 23 mal da  ;D.

Aufgrund des Klimas spielt sich das meiste im "Süden" des Landes ab. Das heißt also etwa bis zu einer gedachten Linie Ca. 150 km nördlich der Achse Göteborg - Stockholm.

An der Südspitze kann man die Landwirtschaft noch recht gut mit Mecklenburg vergleichen. Betriebsgrößen von 500 - 1000 Hektar und mehr sind keine Seltenheit.
www.rydsgaard.se
www.widerora.se

Vor allem die großen Gutsbetriebe sind schon sehr imposant.

Danke für die Infos, das hört sich schon mal alles sehr interessant an.

Fortsetzung folgt...

Sehr gern  :) :daumen: :daumen:
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #4 am: 11. Oktober 2016, 05:02:24 »

Entlang der Küste und im Bereich der großen Seen Vänern, Vättern und Mälaren gibt es im südlichen Landesteil Ackerbaubetriebe, oft mit Schweinehaltung oder Geflügelproduktion. Im Landesinneren -Småland - gibt es viele Nebenerwerbsbetriebe mit Mutterkuhhaltung und Forst. Vollerwerbsbetriebe haben sich fast ausschließlich auf Milchproduktion spezialisiert.
In Mittelschweden sieht es quasi ähnlich aus: Nebenerwerb, oder Milchproduktion und viel Forst. Hier gibt (oder gab) es in den Gebirgsregionen an der Grenze zu Norwegen Alm ähnliche Bewirtschaftungsformen und die ersten Rentiere tauchen auf.
In Nordschweden findet klassische Landwirtschaft fast ausschließlich entlang der Ostseeküste statt. Im Landesinneren gibt es quasi nur noch Forstwirtschaft und Rentierzucht. Erstaunlicher Weise werden bis sehr weit in den Norden Kartoffeln angebaut. Das funktioniert wohl deshalb so gut, weil die Kartoffeln im Juni und Juli fast rund um die Uhr wachsen können - Stichwort Mitternachtssonne.

In punkto Niederschlagsmenge gilt: von Westen nach Osten abnehmend. Auf den Ostseeinseln Öland und Gotland kommt dann nicht mehr viel Niederschlag an. Deshalb werden sie auch als Sonneninseln bezeichnet und der Tourismus spielt eine große Rolle. Die Inseln können von den Sonnenstunden her locker mit Malle mithalten.

Ich war diesen Sommer auf Gotland. Dort wurden bis vor Ca. 10 Jahren noch Zuckerrüben angebaut. Weiterhin gibt es neben Kartoffeln und Möhrenanbau viele Milchviehbetriebe. Aufgrund des milden Klimas mitten in der Ostsee versuchen sich mittlerweile 2 - 3 Betriebe mit der Winzerei.

Der Klimawandel kommt den Betrieben vor allem auf der Achse Göteborg - Stockholm ganz stark zu       gute. Während die Getreideernte noch vor 20 Jahren Ende August begann und sich schon mal bis in den Oktober hin ziehen konnte, sind die Betriebe nun oft schon Mitte August fertig.

Den klassischen Familienbetrieb, wo alle Generationen mitarbeiten, gibt es in Schweden nur selten. Die Frauen gehen meist einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Die Altenteiler verkaufen in der Regel den Betrieb an die nächste Generation und kaufen sich ein Haus in der Nähe. Dafür haben die Betriebe dann entsprechend häufiger Fremdarbeitskräfte.
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #5 am: 11. Oktober 2016, 05:42:32 »

Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.

Arbeitsschutz hat einen deutlich höheren Stellenwert. Öfters wird auch in der geschlossenen Schlepperkabine ein Gehörschutz getragen. Dort wo es noch Rohrmelkanlagen gibt, werden die Melkzeuge oft an Schienensystemen an der Decke geführt und haben eine Abnahmeautomatik.

Dadurch und auch durch den höheren fremd AK Besatz ist der Automatisierungsgrad oft höher als hierzulande. Melkroboter sind noch stärker verbreitet als bei uns und oft gibt es auch automatische Fütterungssysteme für Silage in der Milchviehhaltung.

Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #6 am: 11. Oktober 2016, 06:20:36 »


Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?
Gibt ja inzwischen jedes Jahr eine Agrowissen Tour (letztes Jahr Italien, dieses Jahr Frankreich) und im kommenden Jahr soll dann gern nach Schweden gehen. Da kann man ja schon mal langsam ein paar Infos sammeln  :)

Hört sich gut an! Wenn ich es zeitlich einrichten kann, wäre ich dabei.
Wenn noch Fragen sind, oder Ideen/Kontakte/Unterstützung/Übersetzung benötigt wird, stehe ich gerne zur Verfügung.
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2016, 08:00:47 von Sven1971 »
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Torben

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #7 am: 11. Oktober 2016, 07:16:43 »

TOP Infos von Sven.

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Klaus

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #8 am: 11. Oktober 2016, 07:40:10 »

TOP Infos von Sven.



Sehe ich auch so.
Danke!
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #9 am: 11. Oktober 2016, 08:13:11 »

Ach ja, was noch zu erwähnen wäre: Im Straßenverkehr ist es kein Problem mit der 4 m Rapid und Zwillingsreifen rumzufahren. Hauptsache oranges Dreieck hinten drauf und Rundumleuchte an. Der Nachbarbetrieb hat immer Getreide mit seimem MB-Trac abgefahren: 2 x Tandemkipper + 1 x Dreiachser hinten drann  :o. So genau kenne ich mich da nicht mit den Vorschriften im Straßenverkehr aus, aber es scheint wohl deutlich legerer zu sein. Vielleicht kann Tomtex ja mal was dazu schreiben.
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ct

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #10 am: 11. Oktober 2016, 15:26:49 »

Hört sich gut an! Wenn ich es zeitlich einrichten kann, wäre ich dabei.
Wenn noch Fragen sind, oder Ideen/Kontakte/Unterstützung/Übersetzung benötigt wird, stehe ich gerne zur Verfügung.

Im Gegensatz zu den negativen Überraschungen in der letzten Woche, hier im Forum, muß ich mal sagen:
 :daumen1: :daumen1:
Super das es für fast jedes Thema hier Experten gibt, Danke
... Und eine Reisebegleitung, die der Landessprache mächtig ist ....  :daumen:
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Gruß ct

Henrik

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #11 am: 11. Oktober 2016, 18:04:27 »

Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.
Landwirtschaftliche Betriebe als AG, ist ja interessant, hat das steuerliche Gründe oder einfach das Investoren aus Familien etc. besser miteinsteigen können?  Was kostet denn im Süden von Schweden Ackerland?
Das Verkaufen scheint in Skandinavien ja Tradition zu sein.

Arbeitsschutz hat einen deutlich höheren Stellenwert. Öfters wird auch in der geschlossenen Schlepperkabine ein Gehörschutz getragen. Dort wo es noch Rohrmelkanlagen gibt, werden die Melkzeuge oft an Schienensystemen an der Decke geführt und haben eine Abnahmeautomatik.

Dadurch und auch durch den höheren fremd AK Besatz ist der Automatisierungsgrad oft höher als hierzulande. Melkroboter sind noch stärker verbreitet als bei uns und oft gibt es auch automatische Fütterungssysteme für Silage in der Milchviehhaltung.

Arbeitsschutz und höhere Automatisierung ist doch nicht von Nachteil. Finde auch die Nordlichter sind uns in einigen Dinge in Sachen Praxis bzw. Paxiserleichertung vorraus. Sowas ist dann auch immer interessant auf Betrieben zu sehen.


Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.

Das kann man sich vorstellen. Denke so ein Ökobetrieb könnte auch nicht uninteressant zur Besichtung sein.
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tomtex

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #12 am: 11. Oktober 2016, 20:05:24 »

Ach ja, was noch zu erwähnen wäre: Im Straßenverkehr ist es kein Problem mit der 4 m Rapid und Zwillingsreifen rumzufahren. Hauptsache oranges Dreieck hinten drauf und Rundumleuchte an. Der Nachbarbetrieb hat immer Getreide mit seimem MB-Trac abgefahren: 2 x Tandemkipper + 1 x Dreiachser hinten drann  :o. So genau kenne ich mich da nicht mit den Vorschriften im Straßenverkehr aus, aber es scheint wohl deutlich legerer zu sein. Vielleicht kann Tomtex ja mal was dazu schreiben.
Vorschriften? Militär und Landwirtschaft haben was Höhe, Breite, Länge, Gewicht angeht grundsätzliche Ausnahmegenehmigung. Das heißt aber nicht dass man machen kann was man will. Die Polizei oder das Transportstyrelsen können bei Bedarf trotzdem verlangen dass, z.B. ein Auto vor/nachfährt usw. Das geschieht vermutlich auf stark befahrenen Straßen oder bei entsprechend großen Fahrzeugen die negativ auffallen. Im ländlichen Bereich schaut da keiner groß, der Nachbar fährt auch mal 3km mit dem 6m Schneidwerk zum nächsten Feld... Das setzt natürlich entsprechende Wachsamkeit und Rücksicht voraus.
TÜV gibt es bei Traktoren bis 40km/h keinen, ab 2018 muss alles was schneller kann zum TÜV (EU-Recht). Ob man inzwischen schon legal schneller als 40 darf bin ich mir gerade nicht sicher.

Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.
Landwirtschaftliche Betriebe als AG, ist ja interessant, hat das steuerliche Gründe oder einfach das Investoren aus Familien etc. besser miteinsteigen können?  Was kostet denn im Süden von Schweden Ackerland?
Das Verkaufen scheint in Skandinavien ja Tradition zu sein.
Ja, geht hauptsächlich um Steuer aber auch soziale Abgaben. Im kleineren Bereich, vor allem bei wenig Schulden ist das Einzelunternehmen im Vorteil. Bei größeren Betrieben und bei vielen zusätzlichen Betriebszweigen wie Kommunale Arbeiten oder Tourismus profitiert man von der AB. Empfohlen wird meist sowohl Einzelunternehmen als auch AG gleichzeitig zu sein. Ich bin auf dem Gebiet allerdings kein Experte.

Ackerland geht in unserer Gegend eigentlich nicht unter 200000kr/ha in neuen Besitz über. Es reicht aber auch ca 20km in Richtung Wald und Steine zu fahren dann sieht es schon billiger aus.
Ich glaube das meiste kann man sich Zusammenreimen: http://www.lrfkonsult.se/varatjanster/fastighetsformedling/ um einen Eindruck zu bekommen
Zitat
Arbeitsschutz und höhere Automatisierung ist doch nicht von Nachteil. Finde auch die Nordlichter sind uns in einigen Dinge in Sachen Praxis bzw. Paxiserleichertung vorraus. Sowas ist dann auch immer interessant auf Betrieben zu sehen.
Kommt drauf an. Irgendwann hat man einfach die Nase voll von Kontrolltanten und den Abgaben die man für die auch noch bezahlen soll. Außerdem gibt es auch Angestellte die ihre Bequemlichkeit und Faulheit hinter Arbeitsschutz verstecken wollen. Höhere Automatisierung hat auch immer die Kehrseite von teuren Investitionen und Arbeitslosigkeit. Es geht manchmal einfach auch zu weit, z.B. wird ernsthaft darüber diskutiert ob die Kinder im Kindergarten beim Rutschen nicht einen Helm tragen sollten...

Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.
Umwelt (Miljö) ist definitiv ein Unwort des Jahrhunderts in Schweden. Mein Eindruck ist nicht unbedingt dass es politisch stärker forciert wird, aber Schweden mehr rechnen. Und wenn sich Öko besser rechnet stellt man um auch wenn man davon nicht überzeugt ist (kenne bis heute keinen solchen Betrieb in Deutschland). Und wenn die Rechnung nicht mehr stimmt dann eben wieder zurück. Die Nachfrage nach "giftfreien" Produkten ist auch extrem angeschwollen - der Markt ist groß, vor allem für einheimische Produkte. Dazu kommt noch dass sich der Ökolandbau mehr auf EU-Niveau bewegt und nicht von "anstrengenden Verbänden" wie Bioland und Demeter geprägt ist. Gerade Milchviehbetriebe stellen gerne um - kaum ein Unterschied in der Bewirtschaftung, kaum Ertragseinbußen (manche Steigern sogar die Milchleistung da sie genauer nochmal genauer hinschauen was eigentlich im Stall passiert) aber besserer Milchpreis. Und wenn der nicht gut genug ist wird eben die Milch nach Deutschland gefahren, trotz Mangel an Ökomilch(produkten) in Schweden - Arla sei Dank!


Wohin soll denn die Reise gehen?
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Torben

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #13 am: 11. Oktober 2016, 22:35:19 »

....da bekomme ich direkt Lust, loszufahren !

Top Infos von euch......
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Torben

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Re: Landwirtschaft in Schweden
« Antwort #14 am: 11. Oktober 2016, 22:49:25 »

.....zum Thema Länge, Breite, Höhe und Kilos.



Bei uns würde man mit der Konstruktion nicht sehr weit kommen.....  ;D

Was für ein schöner Trac!!  :mb1800:  :love1: Ohrenschmaus !
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