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Autor Thema: Fruchtfolge Biolandbau  (Gelesen 6982 mal)

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Biobauer

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #15 am: 26. Mai 2016, 09:55:14 »

interessant, wie doch selbst alterfahrene biolandwirte hier einige sachen gänzlich anders sehen wie andere biolandwirte.
kommt halt im endeffekt dooch wieder alles auf auf klima, boden, persönliche neigung an
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

BNT

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #16 am: 26. Mai 2016, 10:03:28 »

Viele Wege führen nach Rom. Je mehr Faktoren zu managen sind, desto mehr mögliche und richtige Antworten gibt es.
Man muss ja nur an die Sache mit dem Kleegrasanbau denken - wird in Brandenburg eher problematisch sein, im Alpenvorland absolut unproblematisch.
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claine

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #17 am: 26. Mai 2016, 10:32:01 »

Wow, das geht ja schnell hier. Schon mal danke für die Tips.
Zu den Fragen:
Wir bewirtschaften etwa 16 ha Ackerfläche + 11 ha Grünland.
Auf dem Grünland laufen unsere ca. 30 Highlandrinder in Mutterkuhhaltung. Daher auch die Beweidung im Winter. Die Rinder laufen durchgängig auf der Fläche von etwa Mitte Oktober bis April. Da das unsere nassen Grünlandflächen ziemlich mitnehmen würde, lassen wir immer eine ZF auf 2 Ackerflächen über den Winter beweiden.

Dazu kommen unsere Schweine, die in Auslaufhaltung leben. Da bleibt etwas Mist übrig.
Wir verkaufen das Fleisch in Direktvermarktung, das ist auch unser Hauptziel.

Ich bin kein gelernter Landwirt, arbeite aber seit etwa 20 Jahren auf dem Hof meines Vaters, den ich langsam übernehme. Ich habe mir in den letzten Jahren viel Fachwissen angelesen und die Kulturen begleitet.
 
Bei den Erbsen dachte ich auch, dass ich das Gemenge nach dem Drusch wieder als _ZF_ nutze bis zur Triticale-Aussaat.
« Letzte Änderung: 26. Mai 2016, 10:42:58 von claine »
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claine

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #18 am: 30. Mai 2016, 18:36:38 »

Auf einmal dann doch keine Antworten mehr...

Ich glaube ich habe noch einige Fragen nicht beantwortet:
Im 2. Jahr hinter der Triticale wäre doch vielleicht Rotkleegras angebracht, da sonst 2 mal gesät weren muss.
Wie willst du das 5. Jahr, den Winterroggen ernähren, wenn da nix mehr ist?
Das 2. Jahr nach Triticale? Wann genau meinst du? Ich wollte nach der Triticale Landsberger Gemenge als ZF ausbringen, die im Winter beweiden, im Frühjahr darauf die zertrampelten Stellen reparieren und Nachsäen und im Jahr darauf Sommergerste säen. Wo muss ich da 2 mal säen?
Der Roggen steht ja im 2. Jahr nach dem Kleegras. Da sollte doch noch genug übrig bleiben oder?

zwischenfrucht würd ich weglassen, dafür lieber gscheite bodenbearbeitung
sg ebenfalls, dafür lieber hafer
und statt roggen triticale, kann man auch mit wintererbsen mischen, sind bei mir immer topbestände

Die einzige ZF die ich weglassen könnte wäre Rettich / Senf. Dann würde der Acker aber über Winter brach liegen, was ich nicht so sinnvoll finde.
Meines Wissens benötigt Hafer eine Anbaupause von 4 Jahren. Wenn ich die SG durch Hafer ersetze hätte ich nur 2 Jahre Pause.
Triticale mit Erbsen habe ich auch schon überlegt. Angeblich funktionieren Wintererbsen hier aber nicht gut.

Wenn Du nach Getreide Landsb.G. oder Kleegras anbauen möchtest, um es im Winter zu beweiden, wird bei Aussaat nach der Ernte im August die Tragfähigkeit der Zwischenfruchtnarbe im Winter nicht reichen. Ich würde empfehlen, im Getreide Kleegras als Untersaat zu plazieren, damit im Herbst schon was ordentlich da steht. Weiterhin erspart man sich eine zweite Aussaat, und kann zwecks Distel und Co. häufig mähen und mulchen.
Das habe ich im letzten Herbst/Winter bereits versucht. Habe das Gemenge nach Hafer in der ersten Augusthälfte ausgebracht. Der Schlag ist allgemein sehr trocken aber es hat super funktioniert. Trotz des sehr nassen Frühjahrs. Der Ausfallhafer wird aber auch dazu beigetragen haben.
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Heico

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #19 am: 30. Mai 2016, 20:31:39 »

Das 2. Jahr nach Triticale? Wann genau meinst du? Ich wollte nach der Triticale Landsberger Gemenge als ZF ausbringen, die im Winter beweiden, im Frühjahr darauf die zertrampelten Stellen reparieren und Nachsäen und im Jahr darauf Sommergerste säen. Wo muss ich da 2 mal säen?
Der Roggen steht ja im 2. Jahr nach dem Kleegras. Da sollte doch noch genug übrig bleiben oder?

Im 2. Jahr nach Kleegras wird auf Sandboden kein N mehr vorhanden sein.

Die Nachsaat habe ich als 2. Saat angesehen, weil die Tiere die lockere Narbe zertreten. Ein Landsberger Gemenge ist nur 1-schnittig.
Wenn das 1 x genutzt ist, dann steht nur noch Gras da, dass dann anschließend hungert.
Deswegen meine Ansicht, dass das Kleegras sofort im Herbst gesät weden sollte.
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claine

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #20 am: 31. Mai 2016, 08:11:31 »

Im 2. Jahr nach Kleegras wird auf Sandboden kein N mehr vorhanden sein.

Die Nachsaat habe ich als 2. Saat angesehen, weil die Tiere die lockere Narbe zertreten. Ein Landsberger Gemenge ist nur 1-schnittig.
Wenn das 1 x genutzt ist, dann steht nur noch Gras da, dass dann anschließend hungert.
Deswegen meine Ansicht, dass das Kleegras sofort im Herbst gesät weden sollte.

Das kann ich bis jetzt nicht bestätigen. Abgesehen von den Futterplätzen hat die Narbe sehr gut gehalten und auch Klee und Wicke sind noch gut vertreten. Ich kann Morgen mal ein Bild einstellen.
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claine

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #21 am: 20. Januar 2017, 10:23:49 »

Ich hab noch eine Frage.
Auf einem schlechten Schlag will ich nach Kleegras statt Triticale Sommergerste anbauen. Ich habe jetzt im Anbautelegramm unserer LWK (http://www.oekolandbau.nrw.de/pdf/pflanzenbau/anbautelegramme_pflanze/Anbautelegramm_oekoSommergerste.pdf)gelesen, dass Kleegras als Vorfrucht ungeeignet ist. Kann mir das jemand erklären? Wäre Sommertriticale vllt. besser geeignet? Problem ist, dass der Standort sehr trocken ist.
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Heico

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #22 am: 20. Januar 2017, 12:58:14 »

Auf einem schlechten Schlag??

Sommergerste nach Kleegras ist nur eine Gefahr, wenn du im Herbst die Grünmasse mulchst und sie dann im Winter mineralisiert und auswäscht.
Wenn die Narbe bis 1 Woche vor der Saat stehenbleibt ist weniger mit Auswaschung von N zu rechnen.

Bei Braugerste ist klar, da sind die unkontrollierten N-Mengen das Problem.

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Wade

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #23 am: 20. Januar 2017, 16:51:34 »

Wenn das Futtergerste werden soll isses wurscht, dann hilft der Sticktoff ausm Kleegras auch für besseren Ertrag.
Ich denke die negativen Leguminosen Vorfrüchte in der Beschreibung treffen nur auf Braugerste zu, da besteht eben die Gefahr beim Protein.
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claine

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #24 am: 23. Januar 2017, 14:24:37 »

Ok, danke
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Julian

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #25 am: 25. Januar 2017, 20:22:47 »

Vielleicht passt es hier am besten rein, auch wenn es nicht um einen Bio-Betrieb geht.

Wie lange soll/muss ein Kleegras stehen um eine positive Wirkung auf den Boden zu haben. Ich denke es gibt dazu verschiedene Ansichten ich bin mir irgendwie unsicher bezüglich meiner Fruchtfolgeplanung. Natürlich spielt auch der Ertrag/Qualität und evtl. eine zunehmende Verunkrautung (? ist das so? Ampfer?) eine Rolle und auch das Saatgut muss bezahlt werden.

Als Folgefrucht würde ich eigentlich Mais bevorzugen, danach soll Wintergetreide folgen.

Mögliche Varianten wären

Getreide (dann Ansaat vom KG im August) - KG  -   Mais    > nur ein volles Standjahr mit 4-5 Schnitten
Getreide (dann Ansaat vom KG im August) - KG  -   KG   - Mais       > 2 volle Standjahre 
Getreide (dann Ansaat vom KG im August) - KG  -   KG   -  KG   - Mais   >  3 volle Standjahre

ein Frühjahrschnitt vor Mais ist normalerweise nicht geplant.

Mein Gefühl sagt mir das die Struktur wenn der Bestand zu lange steht eher wieder schlechter wird, weil der Boden unterm Kleegras irgendwie hart wird, dazu kommt noch das die Ernte geht erfahrungsgemäß auch nie ganz Spurfrei von statten bzw. dann bei der Gülle - irgendwann ist es halt mal feuchter... Andererseits verholzen die Wurzeln bei zunehmender Standzeit stärker, was eher für die Bildung von Dauerhumus spricht.

Gegen eine kurze Standzeit spricht sicher auch das höhere Ansaat- und auch "Abtötungs"-risiko.
Bei kürzerer Standzeit kann man eher preiswertere Mischungen mit Welschem Weidelgras nehmen statt dem doch etwas teureren Deutschen Weidelgras.

Achja angesät werden soll ein eine Mischung mit ca. 60-70% Grasanteil, Rest Rotklee + etwas Weißklee.

Vielleicht wäre es auch eine Alternative nach Mais noch eine Wintergreen anzusäen und dann das Weidelgras bis zum Herbst zu nutzen und dann mit Getreide weiter.

Julian
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schweizer

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #26 am: 25. Januar 2017, 22:03:19 »

Ich würde 2 volle Standjahre bevorzugen wenn die Verwertung des Futters gegeben ist. Spuren machen bei Ernte und Düngung ist nicht zu empfehlen, hat sich nach unserem nassen 1. Schnitt im 2016 bei einigen Kollegen den ganzen Sommer auffallend negativ ausgewirkt. Geduld war da angesagt....
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treckeripaq01

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #27 am: 25. Januar 2017, 22:56:19 »

Wir lassen es auch 2 Jahre stehen und beernten es nicht sondern Mulchen es regelmäßig


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Gruß Toni

Biobauer

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #28 am: 25. Januar 2017, 22:58:18 »

Wir lassen es auch 2 Jahre stehen und beernten es nicht sondern Mulchen es regelmäßig


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hab ich früher auch gemacht, ernten is besser fürn boden
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Helmo

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Re: Fruchtfolge Biolandbau
« Antwort #29 am: 26. Januar 2017, 08:34:36 »

Wir säen das mehrjährige Kleegras immer im Herbst nach der Getreideernte. Da haben wir eher Zeit als im Frühjahr.

Die ersten 2 Jahre ist der Ertrag gleichbleibend hoch, im dritten Jahr geht der Ertrag auf ca. 70% zurück.
Verunkrautung wird nach jedem Schnitt sichtbar weniger, Klee und Weidelgräser setzen sich durch, je mehr gedüngt wird kommt umso eher wieder Gras.
Eine positive Wirkung spricht man Klee nach ca. 2 Jahren zu, allerdings in Reinkultur, Rotklee ist da meines Wissens bisschen schneller.

Wir lassen es immer 3 Jahre stehen, im 3.Jahr kommt es im Herbst unter den Pflug und es folgt Dinkel oder Triticale.
Unterm Kleegras ist der Boden immer recht trocken, daher geht eine Bearbeitung nur unter einer gewissen Bodenfeuchte vernünftig.
Allerdings würd ich bei Mais als Folgefrucht den Umbruch erst im Frühjahr machen wenn du dann noch eine entsprechende Bodenstruktur für den Mais schaffst. Ich würde da zu Totalherbizid in Verbindung mit Striptill tendieren. Wenn du Bio bist, brauchst du logischerweise eine Alternative.

Ich dachte beim mulchen von Aufwuchs bildet der Klee keine Knöllchenbakterien mehr und hat daher weniger Stickstoffvorrat als wenn man die Ernte abfährt.
Wir nutzen den Aufwuchs für Rinderaufzucht und teilweise in die Partner-Biogasanlage.
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