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Autor Thema: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?  (Gelesen 93980 mal)

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charlie

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #360 am: 09. Juni 2018, 12:57:09 »

Die Tendenz ist klar abzusehen...

https://www.agrarheute.com/politik/agraroekonomen-fordern-auslaufen-direktzahlungen-545392?utm_campaign=ah-newsalarm&utm_source=agrarheute&utm_medium=newsletter&utm_term=2018-06-09

Inwieweit beeinflussen solche Aussichten eure Planungen für Betriebsentwicklung und -strategie?
Wie seht ihr hierbei den Einfluss auf den Strukturwandel, Pachtniveau, Diversifizierung?
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

zetor

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #361 am: 09. Juni 2018, 13:19:35 »


Relativ gelassen, allerdings müsste diese Abschaffung EU weit sein damit es nicht zu sehr zu Verwerfungen kommt. So wie ich es überflogen habe soll es ja mehr zu einer Umschichtung kommen und die Zahlungen Leistungsabhängig sein - Ist doch auch ok solange unterm Strich für meinen Betrieb das selbe raus kommt. Die Schwierigkeiten die dadurch eventuell aufkommen betreffen wieder alle - also werden wieder die davon profitieren die sich am schnellsten anpassen können.
--> Strukturwandel incoming..


Das Pachtniveau wiederum wird durch Angebot und Nachfrage geregelt. Ich denke das die Preisauftriebsphase im Moment hier mehr Schaden anrichten wird, da die Bauern oftmals nur eine sehr begrenzte Speicherkapazität im Hirn haben, was Erfahrungen aus schlechten Zeiten betrifft.
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Furchenbaron

charlie

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #362 am: 09. Juni 2018, 13:49:02 »

Was meinst du mit „unter dem Strich dasselbe rauskommt“?
Die Höhe der Förderung? Die Höhe des Betriebsgewinns? Die Entlohnung je eingesetzter Akh und die Verzinsung des eingesetzten Kapitals?
In den Gunstlagen wurde bisher ein großer Teil der Flächenprämie an den Verpächter durchgereicht, also wurde dort das Geld auch ohne Prämie verdient bzw gemeint man würde es verdienen...
Damit hätte die Kürzung der Direktzahlungen einen direkten Einfluss auf die Höhe der wirtschaftlich möglichen Pacht im Ackerbau (Tierhaltungen/Biogas mit anderen causalen Zusammhängen Fläche-Kosten-Gewinn-Einkommen außen vor gelassen)

Mich wundert, dass du zwar Angst vor Verwerfungen innerhalb der EU durch unterschiedliche Förderungen hast, was ja auch durch eine weitere Dezentralisierung der GAP noch stärker entwickelt würde, aber keine Angst vor lokalen/regionalen Verwerfungen durch den Konkurrent Nachbar oder gar die Konkurrenz außerhalb der EU.
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Charlie

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farming.ch

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #363 am: 09. Juni 2018, 15:27:02 »

Mich wundert, dass du zwar Angst vor Verwerfungen innerhalb der EU durch unterschiedliche Förderungen hast, was ja auch durch eine weitere Dezentralisierung der GAP noch stärker entwickelt würde, aber keine Angst vor lokalen/regionalen Verwerfungen durch den Konkurrent Nachbar oder gar die Konkurrenz außerhalb der EU.

Die GAP blendet ja eh Klima- und Bodenunterschiede aus, ebenso weitere Produktionskosten wie Lohnhöhe und die Lebenskosten.... Warum sollen dann die Verwerfungen grösser werden künftig? Sie sind ja eh schon da jetzt. Oder bin ich da falsch informiert?

Für intensivere Betriebe in CH wäre auch die angekündigte Kappung der Föderung (bei 60' bis 100' Euro) ein grosses Problem. Für mich auch. Unter anderem sind die Lebenskosten hierzulande einfach hoch, die Löhne auch. Unter 4'800.- Euro Brutto im Monat musst zum Beispiel gar keinen Fachmitarbeiter suchen gehen, findest keinen. Zweizimmerwohnung Miete ist bei mir in der Region (wir sind da günstig) bei ca. 1'000.- Euro im Monat, etc....
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zetor

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #364 am: 14. Juni 2018, 20:00:30 »

Was meinst du mit „unter dem Strich dasselbe rauskommt“?

Gewinn pro ha vor Steuern. Im Endeffekt kannst du das dann auf alle beliebigen Faktoren runter rechnen, ich glaube aber nicht das im Öko pro ha mehr AKh einsetzen müsste, oder? Wie verhält sich der Ökoackerbau hier im direkten Vergleich?[/quote]
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Furchenbaron

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #365 am: 14. Juni 2018, 21:58:21 »

Im vorletzten landwirtschaftlichen wochenblatt war ja ein Bericht mit Fruchtfolgen und DB für Bio drin. Da waren sie ganz klar vorne im DB. Die AK Stunden pro Hektar waren aber schon viel höher in dem Beitrag.  Denke aber schon das es der Realität entspricht.
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Heico

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #366 am: 15. Juni 2018, 05:44:59 »

Bio DB sind genau so schwierig einzuschätzen wie bei Konventionell. Nur Getreide ist bei Bio völlig aussichtslos. Auch kann man bei Getreide nicht einfach Winterweizen nehmen, sondern eine gute Zusammensetzung von Winterweizen, Roggen, Dinkel und Sommergetreide. Der Weizenverkauf kann somit kein Schwerpunkt sein.

Haben ja schon viele gedacht, dass die Arbeit bei Bio nicht mehr würde. Aber da muss Jeder mal durch. :)
Ohne ins Risiko zu gehen mit Sonderfrüchten läuft auf den klassischen Betrieben unter 100 ha nicht viel.
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