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Autor Thema: Landwirtschaft in Neuseeland  (Gelesen 8638 mal)

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juliusjr

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #15 am: 29. Februar 2016, 10:45:45 »

Danke simon. Das hätte ich nicht gedacht. Dachte neuseeland hat soviel zwiebeln äpfel kiwi usw. Baywa rühmt sich doch auch mit ihrer turners and growers Tochter.
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #16 am: 02. März 2016, 10:47:21 »

Danke simon. Das hätte ich nicht gedacht. Dachte neuseeland hat soviel zwiebeln äpfel kiwi usw. Baywa rühmt sich doch auch mit ihrer turners and growers Tochter.

Moin,

klar mengenmäßig und vom Marktanteil ist Gemüse und Obst halt in Deutschland schon recht stark vertreten.
Meine Zahlen geben aber allerdings nur die Fläche wieder. Man muss dazu auch die Topographie betrachten. Gefühlt sind 95% aller landwirtschaftlich genutzten Flächen entweder haengig oder steil. Und auf den sehr unwegsamen Flächen wächst erstens nicht besonders viel und werden deswegen auch mit sehr wenig GV/ha bewirtschaftet.

Gruss
Simon
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #17 am: 11. März 2016, 21:52:06 »

Moin,

hier wird es langsam herbstlich. Die letzten Tage waren selten über 20 Grad und meist bewölkt. Davor die Woche waren es selten unter 25 Grad....

Vor zwei Wochen haben wir die Zwiebelsamenernte abgeschlossen.
Die werden im Winter (Juni/Juli) mit einer Eigenbau Pflanzmaschine gelegt, per Hand von unseren Backpackern ausgerichtet und dann angehäufelt.
Hier mal ein paar Bilder von der FB Seite:





Copyright: TK Contracting

Nach dem Auflaufen der Zwiebeln ca. 6 Wochen später wird beim ersten Hacken NPK gedüngt.
Bis zum Reihenschluss wie je nach Bedingungen noch ein bis zweimal gehackt und zum Schluss nochmal gehäufelt.
Beim Legen wird immer nach folgenden Muster gelegt: 12 Reihen Mutterlinie, 1 Reihe frei, 4 Reihen Vaterlinie.
Die freie Reihe dient dazu, dass wir später nach der Blüte ohne Pflanzenschäden bei der Mutterlinie die Vaterlinie herausnehmen können. Die Blüte dauert ca. von Anfang November bis Ende Januar da wir mehrere Sorten anbauen, verstreut in der ganzen Gemeinde. Die Anbauplanung im Herbst ist da oft ein bisschen Knobelei, da wegen Fremdbestäubung immer mindestens 800m Abstand zu jeglichen anderen Zwiebelfeldern eingehalten werden muss.
Während der Blüte lassen wir entweder Bienen oder Hummeln an die Felder stellen. Die Imker verkaufen den Bienenhonig dann meist mit anderen "minderwertigen" Honig als "Wildblumenmischung"

Sobald die Bestäubung abgeschlossen ist, nehmen wir mit der Kreiselegge die Vaterlinien heraus und machen damit noch ein wenig mechanische Unkrautbekämpfung. Verunkrauten ist bei den Zwiebeln ein bisschen problematisch, da man mit Herbiziden sehr zaghaft sein muss um den Zwiebeln nicht zu viel Stress zuzufügen. Ein Anbauer hier in der Gegend hat durch eine zu hohe Dosierung ca. die Hälfte seiner Ernte verloren. Bei Saatgutpreisen um 5 EUR je Kilogramm sind das nicht gerade kleine Summen die da verloren gehen.

Mitte Februar werden die Dolden per Hand geerntet. Dabei sind die noch relativ grün und werden ca. 10cm unterhalb der Dolde abgeschnitten. Das dient erstens dem einfacheren Handling beim Ernten und zweitens. Die Ernte muss dann erfolgen, sobald die Samen reif sind aber die Einzelblüten noch nicht geöffnet sind da die Samen sonst ausfallen. Unserer Pflücker legen die in einen einen Eimer, den sie in nahebei abgestellte Kisten entleeren. Unsere Vorarbeiter auf dem Trecker sorgen dafür, dass die Kisten den Pflückern quasi direkt hinter den Hacken stehen sonst werden die zu langsam ;)

Die Kisten sind meines Wissens nach Eigenbauten und sind ca. 1,2x2,4m gross. Eine Seite ist als Pendelklappe gebaut. Ein Kistendrehgerät haben wir, aber die Variante ist einfacher und benötigt weniger Höhe beim auskippen. Im Lager werden die Kisten mit zwei Ketten gesichert, die Riegel geöffnet und mit einem Laubbläser die Erde entfernt.

 
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #18 am: 11. März 2016, 21:58:36 »

Ernte und Einlagerung
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #19 am: 11. März 2016, 22:04:57 »

Einlagerung
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Falk

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #20 am: 11. März 2016, 22:07:16 »

Danke für den Ausführlichen Bericht!!!
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Gutbrod1032

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #21 am: 11. März 2016, 22:08:09 »

Die werden im Winter (Juni/Juli) mit einer Eigenbau Pflanzmaschine gelegt, per Hand von unseren Backpackern ausgerichtet und dann angehäufelt.

Warum wird das von Hand gemacht?
Sind Rucksacktouristen so günstig?

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jaydee88

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #22 am: 13. März 2016, 17:50:22 »

Tolle Einblicke Simon,gerne mehr,mich würden vor allem Getreide,Mais und Leguminosenanbau intressieren :)
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FFFlorian

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #23 am: 17. Februar 2017, 21:01:08 »

Hallo,

Kennt sich jemand von euch mit dem sharemilking aus, soll ja ne besondere art des pachtens sein ?

Gibts wohl auch nur dort.

Grüße


Hier noch ne duchaus interessante Reportage über so einen Betrieb.
« Letzte Änderung: 17. Februar 2017, 21:08:05 von FFFlorian »
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #24 am: 19. Februar 2017, 13:40:08 »

Hallo,

Kennt sich jemand von euch mit dem sharemilking aus, soll ja ne besondere art des pachtens sein ?

Gibts wohl auch nur dort.

Grüße


Hier noch ne duchaus interessante Reportage über so einen Betrieb.

Moin,

direkte Erfahrung habe ich damit nicht, da ich nie auf einem Milchviehbetrieb tätig war aber nach mehreren Saisons bekommt man schon das ein oder andere mit.

Also: Das sharemilking ist im Grunde eine Bewirtschaftung eines Betriebes, dessen Grund und Boden aber einem nicht selbst gehört.
Betriebe, die nicht inhabergeführt sind setzen meist entweder einen Herdenmanager oder eine sharemilker ein.
Bei dem sharemilking gibt es mehrere Abstufungen. Die kostengünstigste Form für den Bewirtschafter ist die Bereitstellung von beispielsweise Quad und Hütehunden. Erfolgreiche Bewirtschafter bauen im Laufe der Jahre ihr Vermögen auf und erwerben nach und nach immer mehr Vermögen in Form von Maschinen und/oder Vieh. In der höchsten Stufe besitzt der Bewirtschafter fast das gesamte Inventar bis auf Flächen, Gebäude und bauliche Anlagen. Ab der Stufe ist es dann für viele nicht mehr weit, einen eigenen Betrieb zu erwerben-was auch das Ziel aller sharemilker ist, die ich kennen gelernt habe.

Hier kannst du noch mehr dazu nachlesen: http://ifmaonline.org/wp-content/uploads/2014/08/11_NPR_Gardner_P170-178.pdf

Gruss
Simon
« Letzte Änderung: 19. Februar 2017, 13:54:58 von Simon »
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #25 am: 19. Februar 2017, 14:20:12 »

Genaus so wie Simon es beschreibt ist es.
Ich hab auf der Südinsel ein paar Kunden die es so betreiben bzw. die so zu einer Farm gekommen sind...

@ FFFlorinan:

Das "Problem" dabei ist halt, das wenn man sich für soetwas entscheidet und erfolgreich sein möchte, als erstes seinen PC wegschmeißen muss denn dann gibts kein Froum mehr oder nächtelang Videos im You tube anschauen udn von irgendwas träumen.... ;D
Da heißt es genauso wie die beiden im Video, 18 Stunden am Tag den A..... zusammenzwicken und arbeiten, arbeiten, arbeiten.....  auch wenn die restlichen 8 Stunden oftmals zum ausruhen nich treichen....
Simon kann das sicherlich bestätigen.

Noch was: Daf ür muss man aber nicht unbedingt nach Nueseeland! Wenn man, wie ich obern geschreiben habe, bereit ist Leistung zu bringen, geht sowas sogar hier in Deutschland.
Um mich nicht Misszuverstehen: Mit Arbeit meine ich nicht das man hirnlos den ganzen Tag die Mistgabel schwingt! Aber auch das gehört halt manchmal dazu.... Auch Büroarbeit, Weiterbildung for Ort, etc. etc. ist/kann genauso schwere Arbeit sein.
Voem rumträumen ist noch nie was geworden.....
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Euro-T

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #26 am: 19. Februar 2017, 14:28:17 »

Da heißt es genauso wie die beiden im Video, 18 Stunden am Tag den A..... zusammenzwicken und arbeiten, arbeiten, arbeiten.....  auch wenn die restlichen 8 Stunden oftmals zum ausruhen nich treichen....

Hmm.... :gruebel:  ;D
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Gruß

~~ Olli

Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #27 am: 19. Februar 2017, 14:31:07 »

Da heißt es genauso wie die beiden im Video, 18 Stunden am Tag den A..... zusammenzwicken und arbeiten, arbeiten, arbeiten.....  auch wenn die restlichen 8 Stunden oftmals zum ausruhen nich treichen....

Hmm.... :gruebel:  ;D

Die "Kiwis" sind ein entspanntes Völkchen, da sind die Pausen länger  :P
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FFFlorian

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #28 am: 19. Februar 2017, 15:50:15 »

Vielen Dank simon, für die Infos.

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Georg

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #29 am: 19. Februar 2017, 16:08:02 »

Da heißt es genauso wie die beiden im Video, 18 Stunden am Tag den A..... zusammenzwicken und arbeiten, arbeiten, arbeiten.....  auch wenn die restlichen 8 Stunden oftmals zum ausruhen nich treichen....

Hmm.... :gruebel:  ;D

Die "Kiwis" sind ein entspanntes Völkchen, da sind die Pausen länger  :P

Simon, ja so ist es, und deshalb gefällt mir auch Neuseeland so gut.
Allerdings, und da wirst Du mir zustimmen, wenn man mit "sharefarming" soweit erfolgreich sein möchte, das man am Ende (nach 20 oder 30 Jahren) eine Farm von der man leben kann, kaufen kann, ist nicht so viel mit "Gemütlichkeit"

Ist halt so wie immer und überall.
Für viele ist es schon genug und auch mühsam, das zu erhalten was geerbt wurde, einige schaffen es dann über mehr Leistung das Ganze etwas zu vermehren.
Ein paar ganz wenige erben halt Grundstücke die in Baugebiete fallen, aber komischerweise haben Die oftmals den größten Streß. ... ;D
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