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Autor Thema: Landwirtschaft in Neuseeland  (Gelesen 8636 mal)

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Henrik

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Landwirtschaft in Neuseeland
« am: 17. Mai 2015, 22:29:42 »

Neuseeland ist ja nicht so weit weg von Australien (zumindest für uns gefühlt  ;) ) Nueseeland teil sich in den Nord und in den Südteil auf. Dagewesen bin ich noch nicht, wommit bringe ich Neuseeland und Landwirtschaft in Verbindung?
Einmal die Milchwirtschaft, wird ja immer als günstiges Modell propagiert? Ist es wirklich so günstig dort zu produzieren? Väderstadt NZ Egge, hat mal einer gesagt das NZ steht für Neuseeland (keine ahnung ob das stimmt  :frage: ) und für die Cross Slot Drille (wurde hier ja schon häufiger diskutiert)

Vielleicht war der eine oder andere ja schon mal dort, und kann etwas Licht in s dunkel bringen  :)

Gruss

Henrik
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #1 am: 18. Mai 2015, 07:10:04 »

Ja da gibts den ein oder anderen User, der da mal war und auch noch ist  ;)

In den nächsten Tagen sollte sich ein bisschen Zeit zu finden, die Landwirtschaft der Kiwis zu beschreiben....

Gruss
M
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #2 am: 18. Mai 2015, 08:19:29 »

Wenn ich an der Ostküste Australiens bin, leiste ich mir meist für drei Tage nen Flug nach Neuseeland.
ich gehe aber meist nur nach Rotorua auf der Nordinsel. Dort 3 Tage  baden im Polynaisian Bad ist fuer mich wie 3 Wochen Kur! Dieser Ort ist für mich das Paradies!
Wenns nicht das Ende der Welt wäre, würde ich ziemlich sicherlich dort leben. Hab immer im Hinterkopf als Rentner zumindest im Europäischen Winter dort zu leben.
Neuseeland ist höchst koprimiert Natur pur! Die Nordinsel ist nur Grün und zu 80% wilde Natur mit allen Fafetten und vom Klima wie England
Die Südinsel hat alle Extreme dieser Erde!
Von Wueste bis extrem gute Landwirtschaft, mit die Schönsten Gletscher und super Skigebiete!
Alles auf einer Flache so gross wie Etwa Deutschland! (Beide Inseln)

Der einzige Nachteil neben der Lage am Ende der Welt ist die extreme Erdbebentätigeit der Natur!
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #3 am: 18. Mai 2015, 17:37:20 »

Zitat
Väderstadt NZ Egge, hat mal einer gesagt das NZ steht für Neuseeland (keine ahnung ob das stimmt  :frage: )

Ja, das stimmt: http://www.vaderstad.com/se/om-oss/var-historia/80-talet

Sinngemäß: George Clough war Pflughersteller in Neuseeland und hatte 1981 die Väderstad Eggen in Deutschland gesehen. Also rief er bei Väderstad an, da er sein Produktprogramm erweitern wollte. Bei einem anschließenden Besuch in Schweden sah er die aktuellen Neuentwicklungen bei den Eggen, die perfekt zu seinen Ansprüchen passten. Also wurde vereinbart, dass er die Eggen in Neuseeland für den dortigen Markt in Lizenz bauen durfte. Seit dem heißt die Eggenserie NZ - also NZ für Neuseeland.
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Biobauer

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #4 am: 18. Mai 2015, 18:15:11 »

,

wommit bringe ich Neuseeland und Landwirtschaft in Verbindung?


Vielleicht war der eine oder andere ja schon mal dort, und kann etwas Licht in s dunkel bringen  :)

Gruss

Henrik


ich denke da immer an riesige wildgatter, fast alles wild im supermarkt kommt daher

sohn ist letztes jahr dort gewesen, einmal der länge nacht durch, sinngemäss sagte er das von georg, es ist einfach nur schön. dazu haben die einwohner den ruhepuls von einen leguan, da ticken die uren nur halb so schnell und es geht trotzdem.
die fotos der natur waren unglaublich, aber noch genialer waren die ansichten der orte, da könnte man ohne eine umbaumassnahme einen film aus den 60igern drehn. inclusive der autos, da stehen nur oldtimer rum
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #5 am: 19. Mai 2015, 00:22:03 »

Zitat
Väderstadt NZ Egge, hat mal einer gesagt das NZ steht für Neuseeland (keine ahnung ob das stimmt  :frage: )

Ja, das stimmt: http://www.vaderstad.com/se/om-oss/var-historia/80-talet

Sinngemäß: George Clough war Pflughersteller in Neuseeland und hatte 1981 die Väderstad Eggen in Deutschland gesehen. Also rief er bei Väderstad an, da er sein Produktprogramm erweitern wollte. Bei einem anschließenden Besuch in Schweden sah er die aktuellen Neuentwicklungen bei den Eggen, die perfekt zu seinen Ansprüchen passten. Also wurde vereinbart, dass er die Eggen in Neuseeland für den dortigen Markt in Lizenz bauen durfte. Seit dem heißt die Eggenserie NZ - also NZ für Neuseeland.

Ja danke für den Hinweis, wusste doch da war mal was  ;) Die haben es gleich gemerkt das das Teil gut ist, wird ja ja heute auch noch angeboten (natürlich angepasst)
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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #6 am: 19. Mai 2015, 09:15:38 »

Klar, die Entwicklung geht ja immer weiter. Z.B. die neue NZ XL:
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309CA

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #7 am: 29. Juni 2015, 15:34:39 »

Warum geht's in Neuseeland ohne Subventionen in der LW ?
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Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt, sondern die Fledermaus, Saatkrähe der Wolf und der Biber. Leider gibt es Tierschützer die Tiere zum Ärger der freidliche Bürger wieder im Land ansiedeln und den Abschuss verbieten.

Tim

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #8 am: 29. Juni 2015, 17:31:17 »

Weil sie keine Alternative haben?

Landwirtschaft würde hier sicherlich auch ohne Subventionen "Gehen" aber dann wohl deutlich anders aussehen und Attraktivität verlieren.  Bin ich mir sicher.

Mfg tim
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #9 am: 19. November 2015, 18:39:45 »

Moin,

in Neuseeland ist gerade Ende Frühjahr, die meisten Sommerungen sind im Boden.

Konkret bei uns im Wairarapa Tal eine Stunde nördlich von der Hauptstadt Wellington sind es Erbsen, Gerste und Mais als cashcrop die jetzt im Boden sind. Die ersten Erbsen blühen schon und die Bestände sehen sehr gut aus. Ertragserwartung ist hier um die 4 Tonnen, maximal 5. Produziert werden die ausschliesslich als Saatgut für Europa, Amerika und Australien. Mal ein paar Sorten die mir auf die Schnelle einfallen: Douce de Provence, Sherwood, Ashton, Reliance, Columbus.
Gerste wird hier fast ausschliesslich als Futtergerste angebaut, teilweise auch als Braugerste für den lokalen Markt. Ich hab gerade erst letzte Woche 100Kg Harnstoff als Schossergabe in die Sommergerste gestreut, die Bestände präsentieren sich durchweg als sehr gut, sogar unser Zitterkandidat Direktsaat in Ackergras präsentiert sich etwas lueckig aber sieht recht gleichmäßig aus. Ertragserwartung ist hier um die 10Tonnen, unser Nachbar hat letzten Sommer einen 13t Bestand gedroschen, OHNE Beregnung. Landesweit wird diese Saison wesentlich mehr Gerste angebaut aufgrund der Schlechten Preise für Körnermais.

Mais haben wir dieses Jahr wesentlich weniger im Anbau, ganze 25% weniger quer durch die Kundschaft und auf den eigenen Flächen genauso. Gründe für den Rückgang sind die Prognosen des El Nino und ein eher niedriger Preis für Körner und Silomais. Wir sind mit Maislegen erst letzte Woche  so gut wie fertig geworden, die ersten Flächen laufen schon auf. Wir haben einige Zweinutzungssorten und Koernermaissorten im Anbau. Körnermais bringt hier bedingt durch das Klima und die vielen Sonnenstunden sehr hohe Erträge, 13t sind keine Seltenheit. Unter Beregung auch mal 15 bis 17. Beliebte Sorten sind Pioneer P0021, P8805; Pacific Seeds PAC 249.
Standardmäßig geben wir beim Legen 330kg Nitrophoska als Unterfußduenger und bei "gummistiefelhohen" Mais noch mal 300Kg Harnstoff als Reihendüngung wenn wir hacken.

Soviel erstmal zu den beiden Früchten hier.

Gruss
Simon
 
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miltischnorrer

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #10 am: 19. November 2015, 20:02:56 »

Ist hacken im Mais bei euch eine Standartmaßnahme?
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #11 am: 29. Februar 2016, 09:21:03 »

Moin,

so, diese Tage ist es wieder etwas ruhiger. Zeit zum schreiben also ;D

Also als erstes muss sich ein bisschen die Geschichte der Landwirtschaft hier in Neuseeland vor Augen führen um nachvollziehen zu können was hier geht und was nicht.
Als die ersten Siedler hier Mitte des 19. Jahrhunderts aufschlugen (wenn sie denn nicht von den Maoris erlegt und im Erdofen gebacken wurden ;D ), gab es hier überwiegend dichten Busch und vereinzelt mal ein paar frei Flächen, die aber meist in den Hochebenen der Gebirge lagen. Sehr bald wurden dann massive Flächen gerodet für Weideland, worauf überwiegend Schafe und ein paar Milchrinder gehalten wurden. Im Laufe der Jahre stieg der Anteil von Grünland an der gesamten Landesflaeche auf 51% an und hat damit von allen OECD Ländern den höchsten Anteil an Grundland. Ackerbau und Gemüse/Obstanbau machen lediglich 2% aus.
Zum Vergleich:


Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Dementsprechend sieht gibts hier nur wenig Ackerbau, reine Ackerbaubetriebe gibts eigentlich nur in den Canterbury Plains auf der Südinsel und in ein paar Hotspots wie auf den vulkanischen Böden um Pukehohe südlich von Auckland wo Zwiebeln und Kartoffeln beinahe in Monokultur angebaut werden um nur zwei Beispiele zu nennen.
Der Rest des Landes wird entweder als reine Grünlandwirtschaft oder als Gemischbetrieb geführt. In den letzten 15 Jahren hat der Anbau von energiereichen Früchten wie Grünkohl, Spitzwegerich, Chicorée, Futterrüben, Rübsen, Hafer und Futterraps stark zugenommen. Auf Milchviehbetrieben werden diese als Kraftfutter verfüttert. Normal wird dazu die Herde für ein paar Stunden in beispielsweise ein Ruebsenfeld getrieben, wo die Kühe einen Streifen fressen und dann wieder auf Koppeln mit Gras bzw. Weidemischungschungen kommen.
Beim "dry stock" (Schafe, Jungvieh, Fleischrinder) wird häufig die Herde im Feld gelassen bis es abgefressen ist. Jetzt im trockenen Sommer sieht man sehr schön die Spitzwegerich und Futterraps Felder, die sehr grün sind während die Grasweiden rundherum braun sind.
Aufgrund des hohen Anteils an Gruenland ist hier die Direktsaat für Untersaat und Neuansaat sehr populär. Wenn es erforderlich ist, wird umgebrochen ansonsten wird alles direkt eingeschlitzt. Sehr oft geht aber nichts anderes als Direktsaat wie auf sehr steinigen Böden oder mit sehr geringen Humusauflagen. In Northland beispielsweise im Norden der Nordinsel beträgt die Krumentiefe oft nur 10cm, darunter kommt gleich der blanke Ton.

Das wars erstmal für heute....

Gruss
Simon
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Stefan

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #12 am: 29. Februar 2016, 09:33:41 »

Hallo Simon,

danke für deinen Bericht. Finde ich immer interessant zu lesen :daumen:

Wie ist das Wetter bei euch? Eigentlich sollte es doch bei euch dieses Jahr eine Dürre geben. Ist davon was zu merken?

Gruß
Stefan
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Simon

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #13 am: 29. Februar 2016, 09:39:50 »

Ja, alle haben den grossen El Nino befürchtet, aber es gab um Weihnachten rum doch noch einige Niederschläge. Die Erträge waren dieses Jahr auch sehr gut.
Im Moment ist es in unserer Region wieder recht trocken, angeblich soll es erst Anfang April wieder Regen geben. Das lässt uns dann doch ein bisschen mit der Aussaat warten. Im Herbst werden hier überwiegend Gräser, Grasmischungen, Hafer und Spitzwegerich/Klee Mischungen ausgesät für Winterfutter.
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Jonny B.Goode

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Re: Landwirtschaft in Neuseeland
« Antwort #14 am: 29. Februar 2016, 09:44:08 »


 Hallo Simon... wieder in NZ ??    Was macht der Job in..?
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