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Autor Thema: Landwirtschaft in Russland  (Gelesen 14827 mal)

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Sven1971

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #45 am: 01. Februar 2018, 08:39:37 »

Es haben sich schon einige an Großprojekten in Russland versucht. So einfach läuft das alles nicht.
Die Jungs hier http://blackearthfarming.com/about.html hatten auch schon mal fast 100.000 ha mehr in Bewirtschaftung und nach wie vor wird da kein Geld verdient: http://files.shareholder.com/downloads/ABEA-4N3O94/5948894259x0x936589/A77ABEF2-0ACB-4806-A601-9B3769246C57/bef_ar_2016.pdf
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Die Größe macht es nicht allein, sonst holt die Kuh den Hasen ein.

Wade

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #46 am: 01. Februar 2018, 08:56:06 »

Hab jetz den Finanzbericht nicht gelesen, aber
Zitat
As of 31 December 2016, Black Earth Farming had 246,000 hectares under control, of which 89% were owned.

220.000 ha Eigentum ist schon recht ordentlich. Was kostet da drüben Ackerland zu kaufen?
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #47 am: 01. Februar 2018, 09:00:46 »

soviel ich höre sind dort böden mit bis  zu 15 % humusgehalt

Ja, damit locken sie dich an. Und dann die Realität?
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S-H-G

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #48 am: 01. Februar 2018, 09:14:34 »

Um das Ganze ein bisschen in Perspektiven zu bringen:

Die Dimensionen in Russland sind riesig, somit auch die Unterschiede - es gibt verschiedenste Klimabedingungen und Böden. Gerade die Schwarzerderegion mit ihren sehr hohen Humusgehalten kann einen glauben machen, daß man vor unbegrenzten Möglichkeiten steht. Nur warum ist der Humus noch nicht umgesetzt in den Böden? Aus meiner Sicht nur, weil es das Klima nicht erlaubt: der Winter ist extrem kalt und die Sommer heiß und trocken, so daß sich kein Regenwurm in diese Böden verirrt. Daraus resultieren Ertragsschwankungen von Jahr zu Jahr von bis zu 70%. Die Frage ist, worauf man in solchen Bedingungen seine Aufwandmengen einstellt. Ein Budget kann nie auf maximale Erträge, sondern immer nur auf Risikominimierung eingestellt sein. Wenn die Hitze alles wegbrennt, sind Dünge- und PSM-Maßnahmen bereits alle gelaufen.

Das politische Klima ist nicht einfach - als Geschäftsführer eines solchen Betriebes verbringt man dort einen erheblichen Teil seiner Zeit mit und bei den Behörden. Anders funktioniert es nicht. Die Einflußnahme auf die Betriebe von offizieller Seite ist ebenso ausgeprägt wie in der EU - nur mit anderen Zielen und Mitteln.

Beschäftigung zu garantieren ist das Ziel - und das leider viel zu häufig mit einer, in den ländlichen Regionen, nicht gut qualifizierten Mannschaft. Somit ist die Tierhaltung von offizieller Seite gewünscht und der Schlüssel zur Pacht.

Diebstahl ist ein Thema - jedoch managebar.

Die Preise für Eigenland schwanken zwischen 100 und rund 1.000 USD.

Ich will nicht gegen den Aufbau eines Unternehmens in Russland sprechen. Ich war lange genug dort und habe mich dort wohl gefühlt. Und ja, Geld verdienen mit der Landwirtschaft kann man dort. Nur eines ist klar: wenn man als Landwirt in der EU vielleicht 70% seiner Zeit mit der eigentlichen Produktion verbringt, dann sind es in Russland je nach Betriebsgröße keine 10%.


Grüße


« Letzte Änderung: 01. Februar 2018, 09:33:22 von S-H-G »
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Schlimmer als die Fehler, die der Mensch macht,
sind die Mittel, mit denen er sie zu vertuschen sucht.

Heico

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #49 am: 01. Februar 2018, 09:57:32 »

Bei den Daten scheint es sinnvoll zu sein, dort Land zu besitzen ohne es zu bewirtschaften. ;D

Macht wenig Spaß wenn die Verwaltung so einen großen Raum einnimmt, weil das die Arbeitskapazitäten des Betriebleiters frisst.
Meistens wird das ja nicht weniger mit den Auflagen und die Tierhaltung wird von den meisten Ackerbauern als Klotz am Bein gesehen.

Wie du schon schreibst, wenn so viel Humus angereichert ist, hat das einen klimatischen Grund.

Mich würde mal interessieren, wie es in der Wolgaregion läuft. Dorthin hatte ja Katharina II damals die Deutschen hergeholt, um Landwirtschaft voranzubringen.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #50 am: 01. Februar 2018, 10:50:17 »

Seit wie vielen Generationen wurden/lassen sich deutsche Landwirte eigentlich nach/von Russland (an)locken?
Das geht ja schon seit Ewigkeiten so.
In Lemberg gibt es bis heute eine österr. Kolonie.
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Heico

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Re: Landwirtschaft in Russland
« Antwort #51 am: 01. Februar 2018, 11:37:18 »

Bis 1870 war in Russland die beste Möglichkeit, eine eigene Existenz aufzubauen.
Dann wurden die Vorzüge der Deutschen in Russland langsam gekappt und es wurde ein neuer Weg eingeschlagen >Nordamerika. Als das ausgebucht war und zu teuer wurde, kam Südamerika dran und dann war die DDR dran. ;D
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