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Autor Thema: Landwirtschaft in Frankreich  (Gelesen 13526 mal)

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Henrik

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Landwirtschaft in Frankreich
« am: 25. Februar 2015, 21:09:42 »

Diese Tage ist ja gerade die Sima in Frankreich. Größte Ausstellung dort. Wie sieht die Landwirtschaft in Frankreich überhaupt aus? Frankreich ist ja sehr groß, im Norden sehr Ackerbaulastig. Im Nordosten der Kanal, im Süden das Mittelmeer, im Westen der Atlantik.

Habe  ja einige die sich dort ein bisschen besser auskenne, wo sind zum Beispiel die interessanten Ackerbaugebiete? Was wird noch Interessantes angebaut? Meine das viel Gewürze auch aus Frankreich kommen?
Was macht die Landwirtschaft dort noch interessant?
Früher fand ich immer die Frontpflüge interessant, hat sich glaube ich nirgendwo so durchgesetzt wie in Frankreich? Bzw, das bis heute es gefühlt dort viele Geräte für die FH gibt.

Gruss

Henrik
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tomtex

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #1 am: 25. Februar 2015, 21:26:43 »

Kann vielleicht einer der in Frankreich wirtschaftenden mal das System mit der safer und den Pachtverträgen (contrat de bail) erklären?
Es gibt hier wildeste Gerüchte dazu...
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Arablefarmer

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #2 am: 25. Februar 2015, 21:44:38 »

Danke für dieses Thema.

Ackerbau findet man meistens im Norden von Paris (Picardie), im Osten (Champagne) und bei Orléans (Beauce).
Im Westen sind meistens Züchter (Milchkühe, Fleischkühe, Schweine, Geflügel). Es gibt Auch Gemüse- und Obstbau.

Natürlich haben wir auch vielseitige Weinberge : Burgund, Elsass, Champagner,...)

Frontpflüge gibt's nicht so viel mehr, obwohl ein Landwirt neben mir noch einen hat. 3-schach-Pflug vorne und 5-schach-Pflug hinten. Der Valtra N163 hat damit schon viel zu tun. !

Schöne Grüsse

Arablefarmer
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Arablefarmer

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #3 am: 25. Februar 2015, 21:55:16 »

Kann vielleicht einer der in Frankreich wirtschaftenden mal das System mit der safer und den Pachtverträgen (contrat de bail) erklären?
Es gibt hier wildeste Gerüchte dazu...

Die Safer kümmert sich um Grundbesitz (An- und Verkauf) und sieht jetzt wie ein Immobilenbüro aus.
Was möchtest Du auf das Thema Pachtverträgen wissen ? Was für Gerüchte ?

mfG

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Georg

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #4 am: 25. Februar 2015, 22:23:02 »

Diese Tage ist ja gerade die Sima in Frankreich. Größte Ausstellung dort. Wie sieht die Landwirtschaft in Frankreich überhaupt aus? Frankreich ist ja sehr groß, im Norden sehr Ackerbaulastig. Im Nordosten der Kanal, im Süden das Mittelmeer, im Westen der Atlantik.

Habe  ja einige die sich dort ein bisschen besser auskenne, wo sind zum Beispiel die interessanten Ackerbaugebiete? Was wird noch Interessantes angebaut? Meine das viel Gewürze auch aus Frankreich kommen?
Was macht die Landwirtschaft dort noch interessant?
Früher fand ich immer die Frontpflüge interessant, hat sich glaube ich nirgendwo so durchgesetzt wie in Frankreich? Bzw, das bis heute es gefühlt dort viele Geräte für die FH gibt.

Gruss

Henrik

Auf der Sima war davon nichts mehr zu sehen!

Ich hab mit einigen Franzosen geredet! Mein Eindruck: die Stimmung war selten so mieß! Betriebe unter 100 ha Ackerbau sehen keine Zukunftschanche mehr. Nur noch groß, groß! So ist auch der Eindruck auf der Sima! Fast nur noch Technik für 500 ha oder mehr!

Französische Bauern werden ja oder besser gesagt wurden immer mit ihrer radikalen Demokultur assoziiert! Demonstrieren oder kämpfen tut man ja nur wenn man sich einen Erfolg wünscht oder auch einen Erfolg sehen kann!

Seit einigen Jahren haben die französischen Bauern anscheinend regelrecht aufgegeben! Sie wirtschafteln so vor sich hin, aber ne Hoffnung auf Zukunft haben sie keine mehr! Deswegen wird auch nicht mehr Demonstriert! Es bringt ja eh nichts mehr!

So wurde es mir am Sonntag mehrfach erklärt!
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Auscitain

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #5 am: 25. Februar 2015, 23:36:21 »

Ich wuesste nicht ein Land wo das mit dem Gross nur Gross anders ist...grade auf der Agritechnica sieht man dass.Ich glaube ich war 1989 das erst Mal auf der Sima und die Maschinen waren schon damals sehr gross....die grossen Strukturen im Osten,DDR, kamen ja erst spaeter dazu von daher war der Kontrast zu Deutschland groesser. Mir haben Haendler gesagt dass sie davon ausgegangen sind dass die Stimmung miess ist .....waren aber ueberrascht dass es nicht so ist...
Ich war am Sonn und Montag da und dachte es sind mehr Besucher als vor 2 Jahren.
Aber man faehrt die Karre der Lndwirtschaft an die Wand in Frankreich wie so einiges andere auch....die Nitratrichtlinie ist ein Beispiel....ab dem ersten September keinStickstoff mehr ausbringen zu koennen....und das in einem Land wo fast das ganze Jahr Vegetation ist. Der Landw.minister ist in meinen Augen ein Branleur (W*chser) der seine feuchten Traeume von der Nacht bei Tag ausleben wil.
Aber die Landwirte haben ,so wie ich es sehe, auch nie Lust gehabt sich neuen Sachen offen gegenueber zu stellen....zumindest hier unten im Suedwesten...und jetzt ziehen die anderen Laender vorbei...der Wettbewerb wie in Deutschland der Fall, war nie da.Man kann nicht x-beliebig viel Pacht bezahlen. Es gibt regionale Maximumbetraege. Ein Landwirt unter 90ha kann ohne Zustimmung vom Amt einen Lanpachtvertrag abschliessen, ein Landwirt mit 150ha kann das nicht.Was auf der einen Seite wohl gut ist verhindert auf der anderen Seite eine vernuenftige Struktur. Man kann bislang einiges umgehen indem man eine Gesellschaft kauft die das Land besitzt oder gepachtet hat, da die SAFER bislang keinen Zugriff darauf hatte, aber das wird sich mit dem neuen loi d'avenir (zukunftsgesetz oder eher das keinezukunftsgesetz) aendern. Wer als Eigentuemer sein Land verpachtet ,hat es im Prinzip so gut wie verloren...das aus einem Vertrag ruaszuholen ist fast unmoeglich. Die Laufzeiten sind 9 oder 18 Jahre und erneuern sich automatisch. Dann die extreme Bevorteilung von Junglandwirten ist meiner Meinung nach nicht das Beste....die glauben grad dass sie gleich an zweiter Stelle nach dem lieben Gott sind.
Aber in ein paar Jahren hab ich ja auch einen Junglandwirt in der Familie ;D
Es geht halt vieles nur ueber Umwege und die sind manchmal sehr muehsam.
Ansonsten zur Landwirtschaft, wir sind im Suedwesten zwischen Toulouse und Bordeaux, angebaut werden in unserer Gegend fast alles von Sonnenblumen,Raps Durum Weizen Koernermais Soja, Wein und es wird viel Saatvermehrung betrieben wenn man bewaessern kann. Ertraege bei weizen sind allerdings eher bei 6to/ha der Mais wenn bewaessert bringt zwischen 12 und 14to /ha.
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tomtex

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #6 am: 26. Februar 2015, 19:53:59 »

Man kann nicht x-beliebig viel Pacht bezahlen. Es gibt regionale Maximumbetraege. Ein Landwirt unter 90ha kann ohne Zustimmung vom Amt einen Lanpachtvertrag abschliessen, ein Landwirt mit 150ha kann das nicht.Was auf der einen Seite wohl gut ist verhindert auf der anderen Seite eine vernuenftige Struktur.
Die safer mischt sich auch ein wenn man Land pachten will? Wann und wie mischt sie sich denn ein?
Zitat
Man kann bislang einiges umgehen indem man eine Gesellschaft kauft die das Land besitzt oder gepachtet hat, da die SAFER bislang keinen Zugriff darauf hatte, aber das wird sich mit dem neuen loi d'avenir (zukunftsgesetz oder eher das keinezukunftsgesetz) aendern.
Ist das tatsächlich so, dass ich als Besitzer nicht entscheiden kann wem ich mein Land verkaufe? Und zu welchem Preis?
Zitat
Wer als Eigentuemer sein Land verpachtet ,hat es im Prinzip so gut wie verloren...das aus einem Vertrag ruaszuholen ist fast unmoeglich. Die Laufzeiten sind 9 oder 18 Jahre und erneuern sich automatisch.
Also macht keiner einen Pachtvertrag?

Zitat
Dann die extreme Bevorteilung von Junglandwirten ist meiner Meinung nach nicht das Beste....die glauben grad dass sie gleich an zweiter Stelle nach dem lieben Gott sind.
Aber in ein paar Jahren hab ich ja auch einen Junglandwirt in der Familie ;D
Wie werden die denn bevorteilt? Ist das nur bei euch in der Ecke so oder sind alle Reglungen gleich in ganz Frankreich?
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Auscitain

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #7 am: 26. Februar 2015, 21:36:22 »

Also, ich lebe ja noch nicht so lange hier und evtl ist das nicht ganz 100% korekt aber durch den Kauf und den anstehenden Kauf einer Gesellschaft denke ich dass ich die Regelchen ganz gut kenne.

Die SAFER hat nicht die Entscheidung darueber wer pachten darf. Soweit ich weiss ist das lediglich das chambre d'agriculture...das Landwirtschaftsamt/kammer. Das entscheidet ebenfalls wenn man Land kauft ob man das bewirtschaften darf/kann.....ist eher eine Formalitaet dann aber auch nicht ohne je nach dem wer was fuer Interessen hat und seine Strippen zieht, man kauft natuerlich nur unter Vorbehalt dass man auch bewirtschaften kann......das macht das ganze schon ganz schoen korruptionsanfaellig. Wenn ich einen Betrieb ueber die SAFER kaufe ist es im Prinzip garantiert das Bewirtschaftungsrecht zu haben. Kauft man privat oder ueber Makler hat die SAFER vorkaufsrecht und man muss das Bewirtschaftungsrecht bekommen bzw beantragen. Von daher hat die SAFER unglaubliche Gewalt und ist im Prinzip auch noch Makler.
Letztendlich muss der Besitzer die Unterschrift zum Schluss machen und kann einen Verkauf an eine unerwuenschte Person verhindern. Er kann sich wie ueberall auf der Welt einen Kauefer suchen muss den Vertrag aber dann der SAFER vorlegen. Wenn denen das nicht passt und ein Junglandwirt moechte sich "installieren" muessen die das zu den Konditionen des Kaufvertrages kaufen. Es sei denn der Preis ist weit hoeher als der Durchschnitt....dann kann es eine Versammlung von Behoerden geben die das unter die Lupe nehmen und evtl eine Herabsetzung vom Preis verlangen koennen. Dann kann der Verkauefer natuerlich sagen, ihr koennt mich mal und ich verkaufe nicht.
Bei uns gab es letztes Jahr ein Fall wo ein deutscher industrieller seinen 200ha Betrieb an einen Chinesen vekaufen wollte, da hat die SAFER vom Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und angeblich an Junglandwirte weiterverkauft und  einen Teil verpachtet. Der Preis fuer das Land war schon eher hoch ist aber auch so von SAFER uebernommen worden.
Wir haben unseren Betrieb ueber die SAFER gekauft. Es gab vorher einen Junglandwirt aus Nordfrankreich der kaufen wollte , hatte aber die Finanzierung nicht durchbekommen und hatte sich auch etwas unbeliebt gemacht. Wir haben dann als Auslaender den Vorrang bekommen obwohl ein Franzose kaufen wollte, der war aber kein Landwirt sondern ein industrieller aus Toulouse.
Wenn die SAFER einen Kauf genehmigt ist das ein Ausschuss der sich aus mehreren Parteien zusammensetzt, vom Buergermeister der jeweiligen Kommune, Bauernverband und Interessenvertretung der Junglandwirte, Landwirtschaftsamt und was es sonst noch fuer Fruehstuecker gibt...
Bezgl der Frage Pachtvertrag, nein wenn man noch bei vollem Bewusstsein ist laesst man das Land bewirtschaften oder bewirtschaftet selbst. Ich selber bin gerade dabei Gesellschaftsanteile von einem Betrieb zu kaufen der eine erhebliche Menge Land gepachtet hat...er ist allerdings fast 200km entfernt. Die Pachtpreise sind in der Regel zwischen 100 und 160 Euro/ha.
Ich kenne jemanden der macht ca 1000ha und hat 900 Sauen und maestet auch alles. Er erzaehlt mir wie schlimm das mit den vielen Regeln ist. Er fragte mich wie das mit dem Landpachten in Kanada waere. Ich hab ihm dann erklaert das oft nur jaehrich oder fuer 3 Jahre gepachtet wird und das man ueber nacht 500ha verlieren kann wenn man nicht genug bezahlt. Darauf meinte er dass das ja voellig inakzeptabel ist und man so keine Planung machen kann.....
Bezgl Junglandwirte, es gibt generell Foerderprogramme wie wahrscheinlich in Deutschland auch, es gibt dann zB Moeglichkeiten dass die bei einer Betriebsuebernahme mehr ha beihilfeberechtigte Flaeche anmelden koennen bzw Dauergruenland rueckumwandeln koennen. Wenn ein bestehender Betrieb wie unserer zb Flaeche kauft geht ein Teil der Praemien in die nationale Reserve zurueck die dazu verwandt wird um es hauptsaechlich an Junglandwirte zu verteilen.

Viele Regeln...auf der anderen Seite haben wir hier nach wie vor kein TÜv fuer Schlepper. Bis 3.5m Breite kann man auf der Strasse ohne Genehmigung fahren bis 4,5m mit Begleitfahrzeug. Betriebsleiter und Angehoerige brauchen keinen Schlepperfuehrerschein.
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Arablefarmer

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #8 am: 27. Februar 2015, 07:33:21 »

@ Auscitain

Stimmt für die Safer.
Für einen Verkauf darf der Notar der Safer ihn mitteilen, im Rahem des Vorkaufsrechtes.

Falls Du Parzellen pachten oder ankaufen willst, brauchst Du auf jeden Fall eine Genehmigung zur Bewirtschaftung. Dazu musst Du Dich beim Amt (DDT) bewerben und einen Antrag auf die Bewirtschaftung der Parzellen stellen. Ein Auschuss (in dem sizten viele Leute ausser dem landwirtschaftlichen Bereich) entscheidet, ob Du bewirtschaften darfst. Die Genehmigung wird eigentlich vom Präfekt gegeben.

Beispiel : bei mir wurde letztes Jahr eine 250 ha Betrieb vom einem Landwirt übernommen. Dieser bewirtschaftet schon 8-900 ha und der neue Betrieb war für seine Tochte. Für den Auschuss war es problemlos...
Es ist sehr selten, dass der Auschuss die Bewirtschaftung nicht zulässt.

Wenn ein gepachteter Grundbesizt zu verkaufen ist, hat sowieso der Pächter dieses Vorkaufsrecht. Es wird oft schlimmer wenn Pächter und Besizter nicht einverstanden sind !

Sollte ich einen Grundbesizt oder ein paar Stücke kaufen, würde ich so machen : wenn der Besitzer damit OK ist, schliesse ich einen neuenjährigen Pachtvertrag ab, warte ich 3 Jahre und kaufe dann den Grundbesizt. Die Safer kann gegen das Vorkaufsrecht des Pächters nichts machen.
Man kann Auch das blosse Eingentum und den Niessbrauch aufteilen, aber ich glaube, es ist nicht mehr zugelassen.
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Auscitain

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #9 am: 27. Februar 2015, 11:33:08 »

@ Arablefarmer
Ja das mit dem Pachtvertrag machen und nach 3 Jahren kaufen ist hier auch bekannt aber das ist ok wenn man unter 90 ha liegt und keine Genehmigung brauch. Hier in unserer Gegend kommt wahrscheinlich erschwerend hinzu dass es jede Menge Neid unter den Landwirten gibt und dass viele suchen. Man hat mir gesagt dass zB in der Dordogne es etwas einfacher waere solche Sachen genehmigt zu bekommen.
Ausserdem muss der Verkaeufer und Kaeufer sich gegenseitig bei einem solchen Deal vertrauen. Aber hier in unserer Region gibt es wohl auch mal einen Betrieb mit ueber 250ha auch mal 900ha , das geht aber nur ueber Bewirtschaftungsvertraege und Hintertuerchen.....mir hat die SAFER gesagt wenn ich noch dazu kaufen will muesste ich was finden mit einem Gebaeudebestand den keiner mituebernehmen will und dann versuchen die Gebaeude zu verkaufen. Wenn ich eine Parzelle reines Land finde haette ich im prinzip keine Chance. Muss aber auf jeden Fall sagen dass sich die SAFER uns gegenueber korrekt verhalten hat und ehrlich war.....was von den Einheimischen an der SAFER bemaengelt wird.

Vor einem Jahr wurde hier ein 60ha Betrieb von einem verstorbenen Junggesellen aufgeloest...es gab ueber 10 Bewerber unter anderem auch 2 Betriebe die jeder ca 200ha beirtschaften und Soehne haben und mit in die Landwirtschaft einsteigen wollen bzw schon eingestiegen sind. Das waren in meinen Augen die einzigsten die es haetten bekommen sollen aber die haben nichts bekommen und es ist aufgeteilt worden , etwas an Nachbarn und dann noch an eine Junglandwirtin die 50ha hat und  mir etwas, weiss jetzt nicht wie ich das sagen soll, suspekt vorkam.
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tomtex

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #10 am: 27. Februar 2015, 19:12:37 »

Sind diese Machenschaften der SAFER überhaupt mit EU Recht vereinbar? Ich mein wenn ich was besitze, dann kann ich das doch dem verkaufen dem ich will. Zu dem Preis zu dem wir uns einigen können. Das klingt ja fast wie "pseudogleichberechtigende Korruption" was da vor sich geht.
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Frank

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #11 am: 27. Februar 2015, 21:45:19 »

Und da beschweren sich manche Leute über komplizierte Bürokratie in Deutschland...

Naja, Franzosen halt...
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Auscitain

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #12 am: 27. Februar 2015, 23:03:10 »

Sind diese Machenschaften der SAFER überhaupt mit EU Recht vereinbar? Ich mein wenn ich was besitze, dann kann ich das doch dem verkaufen dem ich will. Zu dem Preis zu dem wir uns einigen können. Das klingt ja fast wie "pseudogleichberechtigende Korruption" was da vor sich geht.
Exakt diese Frage habe ich neulich der Juristin beim Steuerbuero gestellt als wir ueber das kommende "Zukunfts"Gesetz gesprochen haben . Die Antwort war dass nicht nur dieses Gesetz eigentlich nicht mit EU Recht vereinbar ist.
Allerdings gibt es in Deutschland auch ein Grundstuecksverkehrsgesetz. http://de.wikipedia.org/wiki/Grundstückverkehrsgesetz
Ein Bekannter von uns (in Deutschland) hat sein Leben lang einen 60ha Betrieb mit Schweinemast im Nebenerwerb gehabt, hat den Hof dann nach uebr 30 Jahren Landwirtschaft verkauft und noch 2 Schlaege behalten. Als ihm eine angrenzende Parzelle zum Kauf angeboten wurde wollte er diese natuerich kaufen um das Feld groesser zu machen. Wurde vom Amt abgelehnt mit der Begruendung dass er kein Landwirt mehr ist.
Und wenn wir mal ehrlich sind in Punkto EU-recht, in letzter Zeit scheint es doch eher wieder Mode zu sein dass jedes Land sein eigenes Sueppchen kochen kann...ob das jetzt die Verteilungsmethode der Beihilfen ist oder die Nitratrichtlinie oder der Anbau von GMO.
In Spanien wird Bt Mais angebaut und wir hier auf der anderen Seite der Pyrenaen duerfen nicht. Wenn ich aber meinen Soja hier als Gmo -frei verkaufen will muss ich einen Haufen Papiere ausfuellen obwohl GMOsoja hier verboten ist. Doppelnachteil, weder den Vorteil von Gmo nutzen zu koennen noch einen hoeheren Preis verlangen zu koennen....ist den Politikern auch recht damit die Nahrungsmittel billig bleiben.
Bezueglich Buerokratie nochmal, ich habe einen Daenischen Nachbarn hier unten der sowohl hier als auch in Daenemark Landwirtschaft betreibt und der sagt dass es in Daenemark langwieriger ist Land zu kaufen.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #13 am: 27. Februar 2015, 23:18:09 »

Bei uns gibt es auch beschränkten Grundverkehr.
Das Gesetz (damals noch großspurig als Jahrhundertgesetz bezeichnet) ging X-mal durch die Prüfung des EUGH und musste deswegen auch x-mal angepasst werden, aber nie, weil der Grunderwerb mehr oder weniger auf (bestimmte) Landwirte beschränkt wurde, sondern weil versucht wurde, Ausländer vom Erwerb auszuschließen.

Das Credo ist halt schon schmissig: "Bauernland in Bauernhand". ;)
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Frankreich
« Antwort #14 am: 28. Februar 2015, 09:12:09 »

Ja, dieses Gesetz gibt es in Deutschland auch. Und wenn es jemand draufanlegt, dann kann er sich darauf beziehen!

Der mir letzte bekannte Fall war bei der Verpachtung der LPG Queis bei Leipzig 1990.

Da ging jemand dazwischen, und so hat der damalige Paechter den Betrieb "Proforma"auf lauter Einheiten mit 400 ha an einige Mitarbeiter aufgeteilt..
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