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Autor Thema: Landwirtschaft in den USA  (Gelesen 7518 mal)

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Henrik

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Landwirtschaft in den USA
« am: 17. Januar 2015, 14:37:27 »

Über den Tellerrand schauen bzw. in diesem Fall wieder über den großen Teich schauen. Kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern, da hatten wir in einen Jahrgang das Thema USA und unter anderen auch die Landwirtschaft. War so ein Terra Heft, keine ahnung ob es die noch gibt heute. Hatte es vor Weihnachten mal in der Hand, auffällig das in so einem Heft die Landwirtschaft damals noch ganz vorne drin war, heute vermutlich unter ferne liefen  ;)
User oder Mitglieder aus den USA haben wir ja leider noch nicht, wäre vielleicht auch mal interessant, aber soviele deutschsprechende Farmer wird es wohl nicht geben  :)
Wahrscheinlich gibt es in den USA nichts was nicht angebaut wird  ;)  Die Werbung war dann über die Jahre wohl doch prägend

Uncle Benz Reis aus den USA
Sunkist (kamen die Orangen aus Kalifonieren oder Florida ?)
American Beef
Tomaten Ketchup
und vieles mehr

Auf das Thema USA hat mich Georg gestern gebracht:

Es gibt schon aussavekraeftige  Durschnittszahlen in der Landwirtschaft.

In jseren Klimabedinungen schafft ein Schlepper auf dem Acker nur ca 300 Stunden um Arbeiten optimal zu erledigen
Das sind Stunden ohne Transportarbeiten!
ein Maehdrescher schafft ohne Maisdrusch max 150 Erntestunden unter optimalen Bedinungen. Mit extrem ueberdimensionierter Schlagkraft die Arbeiten zu erledigen!
Mann findet nicht selten 30 Jahre alte Knicker mit njr 3000 Stunden drauf!
Bei 5 na Stundenleistung kannste da 250 ha einmal grubbern und einmal drillen!
Bei 3 ha in der Stunde Druschleistung bekkmmt der Drescher nicht mal 100 Dreschstunden.
Deswegen sind US Farmer nie gestresst, und verdienen sogar Geld!

in Europa wird lieber für viel Geld eine kleine maschine mit oben, unten hinten und vorne Vario gekauft damit mann den Gruenlandumbruch am Heiligabend durchfuehren kann....
Das heisst dann gqnz einfach, jeder weis wieviel ha er umdreht, jeder kann sich ausrechnen wieviel Stundenleistung er fuer seinen Befrieb benoetigt, um alle Arbeiten optimal zu erledigen!
Im allgemeinen ist es in Europa die letzen 20 Jahre etwas besser geworden.

bis vor 20 Jahren hat sich jeder Europaer gewundert weshalb jeder 200 ha Betrieb in USA nen 350 PS Knicklenker mit primitiv Technik hat und auch nen Drescher mit 9 mtr. Schnittbreite.
Amis haben da eine andere( bessere?)Philosophie
sie koenne warten bis zum optimalen Zeitpunkt,

Das betrifft jetzt ja nur den Mittleren Westen vermutlich? Sicher hat der Ansatz auch was für sich, ich würde auch gern breiter als 3m unterwegs sein.
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #1 am: 17. Januar 2015, 15:33:27 »

Hallo Henrik,

Habe 8 Jahre in der USA einen Landwirtschaftlichenbetrieb gehabt und in die Zeit schon Agrowissen mit gelesen. Leider nicht angemeldet gewesen, sonst haettet Ihr auch in den USA einen User gehabt.
Unser Betrieb war in einen Valley an der Westkueste, who optimale klimabedingungen sind und deswegen 126 verschiedene Gewaechse angebaut werden. Neben der standard Gewaechse, nuer kaum Soja wuerde da angebaut, gibt es da alles von der Saatvermehrung bis frisch Gemuese, von Obstbaeume, Nuessbaeume bis Beeren. Und fast alles dazwischen. Betriebsgroesse von unter 1 ha bis zum 10.000 ha.
Neben Rollrasen, unser Hauptgeschaeft, haben wir auch Moehren und Kartoffel fuer den frisch Markt, Grass/Spinat/Zwiebel/Sage/Zueckerrueben fuer den Samenproduktion angebaut. Auch Pfefferminz, Kamille und Sage fuer den etherischen Oel gehabt auf unser 75 ha Betrieb. Und nuer auf die "unmoeglichen Ecken" Weizen, bis zu 3 ha max.

Aber nicht zu vergleichen mit den mittleren Westen, wo nuer die Hauptgewaechse Mais, Weizen und Soja sind und ganz andere Betriebsstrukturen.

In den Valley gibt es auch viel Deutsches Blut und wuerde auch Oktoberfest gefeiert

mfg
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Georg

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #2 am: 17. Januar 2015, 17:22:42 »

Es ist schwierig, die Landwirtschaft in den USA zu beschreiben! Man müsste besser sagen "Landwirtschaft auf dem Nordamerikanischen Kontinent"!

Den die Vegetation bietet dort eigentlich alle Facetten! Von fast Tropenklima über Wüsten bis hin zu Besten Schokoladenböden. Klima ist von Maritim bis Festlandklima.

Auch die Wetterbedinungen sind nicht vergleichbar, weil vom Nordpol bis zur Mexikanischen Grenze von Ost nach West keine Berge sind!

Auch Hochebenen bis zu 2000 Meter bieten Voraussetzungen für einzigartige Landwirtschaft.
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #3 am: 17. Januar 2015, 17:38:09 »

@Georg, Auch die Wetterbedinungen sind nicht vergleichbar, weil vom Nordpol bis zur Mexikanischen Grenze von Ost nach West keine Berge sind!

Du bist ja auch in USA gewesen, also solltest du warscheinlich mitgekriegt haben dass es die Rocky's gibt die von Nord nach Sued verlaufen, vielleicht kurz vergessen? Sind nicht wie die Alpen, aber sicherlich nicht zu verachten.

mfg
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BNT

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #4 am: 17. Januar 2015, 19:17:42 »

Die Rockies haben doch eine etwas andere Dimension. ;)
Und die USA bieten halt nahezu das komplette Spektrum dessen, was Klima und Natur bieten kann.

Herman, darf ich fragen, was dich zurück gezogen hat. Kenne das eigentlich nur so, dass sich schon nach wenigen Wochen raus kristallisiert, ob jemand bleibt oder zurück geht. Die USA muss man mögen.
Muss gleich dazu sagen: Wenn ich reich wäre, Geld also keine große Rolle spielte, wären die USA sehr weit oben auf meiner Liste.
Wobei die landwirtschaftlichen Gunstlagen auch in den USA eher spärlich sind, oder?

Denver liegt auf 1.600 m und meines Wissens gibt es gleich in der Nähe ZR-Anbau.  :)
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #5 am: 17. Januar 2015, 19:40:23 »

Der USA hat uns sehr gut gefallen und keine Windeier gelegt. Auch sehr gut eingelebt gehabt und viele Freunden und Bekannten. Andere Seite der Medaille ist die Immigration Policy; mann muss genugend Geld investieren, mann muss genuegend Einkommen haben und mann muss genuegend Amerikanische Staatsbuerger auf der Lohnliste haben. An dass letzte ist es bei uns gescheitert. Die Amerikanische Staatsbuerger haben wenig interesse an einen reinen landwirtschaftlichen Job. Tractor oder LKW fahren ja, solange mann nicht aussteigen muss.
Also Visa nicht verlaengert gehabt, alles aufgereaumt und abgeschlossen. Fertig!

mfg
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Schorsch

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #6 am: 17. Januar 2015, 23:36:51 »

Hab vor Jahren auf einer Tagung mit einem Wissenschaftler aus Nebraska gesprochen. Der erzählte, daß in Colorado auf knapp 2000 m Höhenlage, unterm Kreisregner, 14 to je ha Körnermais wachsen. Auf Sattelitenbildern sieht man ja oft diese grünen Scheiben.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #7 am: 18. Januar 2015, 10:40:16 »

Bewässerung scheint ab dem mittleren Westen westwärts ohnehin eines der großen Themen zu sein.
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Auscitain

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #8 am: 18. Januar 2015, 21:39:29 »

Ich denke in den USA sind ueberall Grosse und kleine Betriebe nebeneinander zu finden. Ich bin wohl nicht all zu oft in den USA gewesen hatte aber Kunden fuer unsere Saatkartoffeln dort , hauptsaechlich Oregon Washington, Colorado Idaho und Kalifornien. Ich hatte auch ueberlegt in die USA zu gehen....nachdem wir entschieden hatten in Kanada aufzuhoeren und mit dem Kanadischen Pass waere es fuer mich vielleicht etwas anders gewesen als fuer Herman. Aber das Klima ist wirklich nur in manchen Ecken ausgeglichen. Da wo Herman war...ich nehme an in einem Tal von Oregon oder Wahington und an der Nord -Ost Kueste richtung New York solls gut sein. Aber der Sued Osten und auch Teile vom Mittelwesten die Tornados, im Mittelwesten richtung Nord Dakota kanns sehr sehr nass sein, kenne einige dort, Texas Arizona kochend heiss im Sommer mit Tiefbrunnen um zu bewaessern. Kalifornien hat tolles Klima aber Wasserverfuegbarkeit....na ja.
Einfach ist's nirgends. Mit der tollen Immigrationspolitik hat es einige Betriebe gegeben die dicht machen mussten da auch die Mexikaner fehlen...die die Arbeit machen die sonst keiner will.
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #9 am: 19. Januar 2015, 01:23:16 »

Nuer fuer Leute die ueber die Suedgrenze in die USA reinkommen, am besten ohne Visum, und mit eine schoen braeunige Farbe haben vorteile. Einen Kanadischen Pass bringt da auch kein vorteil, vielleicht sogar mehr nachteil. Wir kennen Kanadier die bei Familien in den USA gelebt haben und nach einen Kanada besuch nicht mehr reingelassen worden sind!!

Hier laesst mann was, da find mann was!!

Es stimmt aber, dass grossenteil der USA nicht "ohne" sind und die Liste von zu empfehlen Staaten (fuer die Landwirtschaft) wurde ich noch kuerzen mit Colorado und Kalifornien.

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BNT

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #10 am: 19. Januar 2015, 08:49:00 »

Mir war nicht bewußt, dass die USA derart drakonische Einwanderungsbestimmungen haben.
Kein Wunder, dass so viele illegal dort sind.
Kanada ist zwar auch sehr streng, aber irgendwie kommt mir das System dort fairer vor. Oder irre ich mich da?
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jaydee88

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #11 am: 19. Januar 2015, 10:50:07 »

Bin einige Male im mittleren Westen rumgereist,da gibts schon wirklich schöne Ecken,Iowa,Illinois und Indiana (Deere Country ;) ) würden auf meiner Liste oben stehen,besonders dort wo man double cropping machen kann,also drei Ernten in zwei Jahren.Sehr viele Farmen dort sehen aus wie aus dem Bilderbuch,Felder tiptop,Gräben und Feldränder gemäht,Wasserläufe mit Gras gesät und gemäht,Maschinen(auch ältere) blitzblank in schönen Hallen(nicht umsonst findet man die besten Gebrauchtmaschinen Nordamerikas im mittleren Westen).Die Landpreise sind aber auch gesalzen dort und viele Investoren treiben die Preise hoch.Was die Bewässerung,besonders im Westen angeht,ist da äusserste Vorsicht geboten,in vielen Gebieten schon reglementiert,und ein nahes Ende absehbar...
Ganz so übermechanisiert sind die Farmer allerdings auch nicht mehr,durch den starken Wettbewerb um Land müssen die auch mit sptitzem Stift rechnen,damit sie überleben können,das hat sich alles schon gewandelt.
« Letzte Änderung: 19. Januar 2015, 10:52:11 von jaydee88 »
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #12 am: 29. Januar 2017, 22:37:35 »

Einen neuen Landwirtschaftsminister gibt es jetzt ja auch in den USA. Bin mal gespannt wie die Entwicklung für Landwirte dort weiter geht unter Trump. So richtig viel zur ldw. Politik habe ich von ihm nicht gelesen.
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canuck

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #13 am: 30. Januar 2017, 04:08:24 »

Erste Stimmen werden laut beim Soya Export.
Getreide wird folgen ,Import Zoelle und Amerika First ist fuer diesen Sektor gar nicht förderlich.
Auch Spannungen mit der muslimischen Welt traegt sein Teil bei.
Illusorisch das gerade die Farmgebiete Trump wählten.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #14 am: 02. April 2018, 23:17:56 »

Erste Stimmen werden laut beim Soya Export.
Getreide wird folgen ,Import Zoelle und Amerika First ist fuer diesen Sektor gar nicht förderlich.
Auch Spannungen mit der muslimischen Welt traegt sein Teil bei.
Illusorisch das gerade die Farmgebiete Trump wählten.

Gute Vorhersage! Die Zölle werden jetzt die Landwirtschaft treffen.
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