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Autor Thema: Landwirtschaft in Holland  (Gelesen 14440 mal)

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Henrik

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Landwirtschaft in Holland
« am: 11. Januar 2015, 16:14:17 »

oder müsste es besser Niederlande heißen?  :frage:  Wir haben ja ein paar Holländer hier im Forum, vielleicht wissen die es genau  :)

Ich war schon ein paar mal landwirtschaftlich in Holland unterwegs. Ist von hier imm Norden ja auch nicht soweit weg.
Die Holländer betrieben für mich die intensivste Landwirtschaft überhaupt. Sehr starke Veredelung, gerade im Schweine, Rinder und Geflügelbereich sind sie ja auch sehr stark innovativ. Die Arbeit wird in den meisten Fällen sehr konsequent gemacht, in Tierbetrieben wird der Ackerbau oft ausgelagert. Lohnunternehmen sind meines Wissens dort auch sehr stark. Im Bereich Ackerbau kommen eher weniger Innovationen zu uns. Oft interessant die Dinge die es noch nicht gibt, egla wie speziell es ist, hier würde mit Kompromissen gearbeitet werden, dort wird ein  Gerät  neu gebaut  :)
Inzwischen sind die Holländer ja nicht mehr nur in Holland, sondern überall sehr stark vertreten, gerade auch was den Osten bzw. Osteuropa angeht. Da wird der eine oder andere auch vielleicht einen Nachbar aus Holland haben.  :)
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Jonny B.Goode

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #1 am: 11. Januar 2015, 17:21:54 »


Wir sind vor 25 Jahren in den Poldern um Lelystadt unterwegs gewesen....war sehr interessant .Powerbauern
Interessant waren vergleiche von der neugründung landwirtschaftlicher betriebe in deutschland und NL. In NL wurde erstmal ein Stall,
oder Kartoffelhalle oder Maschinengebäude gebaut.Wenn die ganze Kiste dann lief kam ein Haus dazu.Zur überbrückung gabs ja den wohnwagen.

Hier in D gehörte die grosse hütte direkt mit dazu,egal ob der betrieb sich selber trug oder nicht.

Ursprünglich war NL ja in sachen güllebeseitigung gesetzeslos... 8 GV pro ha und so spielchen.

Mittlerweile sind die zügel da strammer gezogen als hier.Aus dem grund gibts hier die recht lukrativen gülleimporte aus NL, und aus dem grunde
sind unsere rübenqualitäten im vergleich zu anderen anbaugebieten auch nicht so dolle.

                                  http://213.211.193.116/liz_auswert/index.php

Ach ja.... hier in der ecke arbeiten gefühlte 6-8 lohnunternehmer aus NL.

                                               
   

 
 
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Walter

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #2 am: 11. Januar 2015, 20:27:50 »

Hallo,

Ich habe lange in Belgien bei einem LU gearbeitet. Der Senior da war ein richtig guter Bastler (und Erfinder), und der hat mal eine Messerschleifmaschine für Häckslermesser gebaut. Ruckzuck waren welche davon nach Holland verkauft, unter anderen an die Fa. Haubraken (oder houbraken???, weiß es nicht mehr).
Jedenfalls sind wir dann mal dahin auf den Tag der offenen Tür, müsste in 93 gewesen sein.
Mein damaliger Chef war zu der Zeit in Belgien schon eine gewaltige Hausnummer (zu der Zeit schon 6 Rübenvollernter laufen gehabt und Testbetrieb für Dewulf), aber das da hat alles geschlagen. Da ist ein LU wie Blunk ein kleines Licht gegen. Groß geworden sind die damals als die verschärfte Gesetzgebung für Gülle kam und die sogenannte "Mestbanken" eingerichtet wurden.
Sehr auffällig war, das viele holländische Betriebe zu der Zeit schon fast alle Arbeiten ausgelagert hatten.
Wir haben damals für einen holländischen Betrieb die komplette Außenwirtschaft erledigt; Der Betrieb hatte damals schon über 400 Milchkühe. Einzige Maschinen auf den Hof waren da einen Bobcat und einen Selbstfüller als Mischwagen. Klare Aussage damals: " Ich verdiene mein Geld im Stall, die Außenwirtschaft können anderen besser und günstiger" Wir haben da in 93 190 Ha Silomais gehäckselt (Wir waren in Belgien der erste LU der damals 6-Reihig gehäckselt hat  - Claas Jaguar 695 und später 8-reihig - Jaguar 800) sowie 5 Schnitte vom Grünland eingefahren. Stroh wurde zugekauft (Jungvieh auf Stroh), die Ställe haben wir gemistet.

Holländische Betriebe haben sich immer sehr früh spezialisiert und irgendwie immer als erster Marktlücken oder Nischen besetzt. Mit ein Paar Jahre Verspätung kam das dann auch in Belgien so, zuerst in Flandern, danach auch immer mehr in Wallonien.
Auffällig war immer, wenn ich mit holländische Landwirte spreche, dass die richtig Know How besitzen und überzeugt davon sind, dass das was sie machen, richtig und gut ist.
Auch das Marketing von landwirtschaftliche Produkte nimmt in Flandern und Holland einen anderen Stellenwert ein als in Deutschland. Ich bin auch der Meinung, dass die das besser beherrschen als deutsche Landwirte bzw. deren Interessenvertretungen oder Firmen wie Molkereien oder Genossenschaften.

Bei uns kursierte mal der Witz, dass es statt 3 eigentlich 4 Aggregatszustände für Wasser gibt: Gasförmig, flüssig, gefroren und holländische Tomaten. Fakt ist, sie haben es jedenfalls geschafft, die zu vermarkten.
Sonst fiel eigentlich immer auf, dass die Betriebe recht viel produziert haben auf recht kleine Flächen, also sehr intensiv gewirtschaftet wurde.


MfG
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Georg

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #3 am: 11. Januar 2015, 21:21:06 »

Ich denke mal, das der Vorteil der Holländischen Landwirtschaft vor allen Dingen an der Ausbildung der Landwirte liegt!

Z.B. müssen die Absolventen in Wageningen 3 mal 4 Monate Praktikum machen! Und zwar richtige Praktika und nicht irgendwo als Schlepperfahrer!

Eines in Holland, Eines im Europäischen Ausland und Eines in Übersee!

Außerdem haben Hölländer auch wie die Skandinavier den einsamen Vorteil das sie von Kindheit eigentlich Englisch besser lernen wie ihre Muttersprache!

Aus Tradition sind Holländer als Seefahrer auch ausgesprochen gute Händler!

Dinge die bei uns vor Gericht gehen, sehen Holländer ganz einfach als einen "guten Deal"!

Es gibt da so nen Spruch:

Ein Jude bescheißt zwei Deutsche,
Ein Holländer bescheißt zwei Juden!
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BNT

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #4 am: 11. Januar 2015, 22:00:51 »

Angeblich machen die Niederländer die höchsten Umsätze pro ha.

Dass die ein Seefahrervolk sind, macht sehr viel aus, denke ich.
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Jonny B.Goode

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #5 am: 11. Januar 2015, 22:15:04 »


Außerdem haben Hölländer auch wie die Skandinavier den einsamen Vorteil das sie von Kindheit eigentlich Englisch besser lernen wie ihre Muttersprache!

Ein Holländer bescheißt zwei Juden!


 Dit is niet goed uitgelegd

 Die bescheissen dich nur wenn du dich bescheissen lässt du schönne fiffi.

« Letzte Änderung: 11. Januar 2015, 22:26:19 von Jonny B.Goode »
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Josef

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #6 am: 11. Januar 2015, 22:20:54 »

Die Hollländer haben auch sicher die höchsten Kredite pro ha ;D

Wie sagte vor ein paar Tagen mein holländischer Ferkeldealer: Wir Holländer haben kein eigenes Geld!
Ich antwortete: Ihr habt ja nur unsere Euros ;D
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hanna

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #7 am: 11. Januar 2015, 22:21:54 »

Hier etwas aus dem Familienalbum zum Thema "Die Holländer sind Seefahrer"  ;)
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klausg

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #8 am: 11. Januar 2015, 22:29:50 »

War das die Lieferung des Brautgeschenks? ;D
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Henrik

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #9 am: 12. Januar 2015, 07:46:38 »


Wir sind vor 25 Jahren in den Poldern um Lelystadt unterwegs gewesen....war sehr interessant .Powerbauern
Interessant waren vergleiche von der neugründung landwirtschaftlicher betriebe in deutschland und NL. In NL wurde erstmal ein Stall,
oder Kartoffelhalle oder Maschinengebäude gebaut.Wenn die ganze Kiste dann lief kam ein Haus dazu.Zur überbrückung gabs ja den wohnwagen.

Hier in D gehörte die grosse hütte direkt mit dazu,egal ob der betrieb sich selber trug oder nicht.

Und das Auto hier  ;D Das ganze hat sich in 25 Jahren nicht viel verändert. Ist heute auch noch so.
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RumsRumsRums

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Re:Landwirtschaft in Holland
« Antwort #10 am: 12. Januar 2015, 08:32:07 »

Das mit den höchsten Umsätzen kommt zum Grossteil durch die ganzen Sonderkulturen die dort angebaut werden. Ich bin beruflich ja auch ab und an mal in Holland und ja die Holländer nehmen manche Dinge sehr genau, wo man in Deutschland gar nicht drüber nachdenkt, gerade wenn man mit den Blumenzüchtern/vermerern zu tun hat.

Interessant fand ich auch, dass die Kartoffelbauern da um Zwolle (Kartoffelanbaugebiet), alles mit RTK und hydraulischen Lenksystemen machen, egal was fürn Schlepper (häufig irgendwas bis 150PS). Gibts kein RTK Signal, bleibt der Schlepper solange stehen, bis es wieder geht. --> "einfach mal locker bleiben"
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halbspaenner

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #11 am: 12. Januar 2015, 13:59:23 »

Hier etwas aus dem Familienalbum zum Thema "Die Holländer sind Seefahrer"  ;)
War das die Lieferung des Brautgeschenks? ;D
Moin,
sieht eher aus, daß eine Zicke gegen die andere getauscht wird ;D ;)!
Gruß, Rudolf
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klausg

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #12 am: 12. Januar 2015, 14:26:55 »

Hier etwas aus dem Familienalbum zum Thema "Die Holländer sind Seefahrer"  ;)
War das die Lieferung des Brautgeschenks? ;D
Moin,
sieht eher aus, daß eine Zicke gegen die andere getauscht wird ;D ;)!
Gruß, Rudolf

Das war aber jetzt böse - sowas würde ich unbekannter Weise nicht behaupten :kloppe: :bruell:
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hanna

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #13 am: 12. Januar 2015, 15:05:36 »

Hier etwas aus dem Familienalbum zum Thema "Die Holländer sind Seefahrer"  ;)
War das die Lieferung des Brautgeschenks? ;D
Moin,
sieht eher aus, daß eine Zicke gegen die andere getauscht wird ;D ;)!
Gruß, Rudolf

Das war aber jetzt böse - sowas würde ich unbekannter Weise nicht behaupten :kloppe: :bruell:
@klausg.....halbspänner kennt mich, der darf das.....ABER....ihr seid echte Ackerbauern!!! Das auf dem Bild in der Mitte ist ein Bock.
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halbspaenner

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #14 am: 12. Januar 2015, 15:18:12 »

Moin,
in anderen Kulturen werden bekanntermaßen sogar Kamele gegen Frauen :chick: getauscht, weiß aber nicht wie der aktuelle Kurs steht, 1:2 oder 1:3? 8)
Gruß, Rudolf
PS: Sorry Inga, konnt ich mir wieder nich verkneifen :baeh:
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