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Autor Thema: Landwirtschaft in Australien  (Gelesen 53131 mal)

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Simon

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #30 am: 26. Dezember 2014, 10:21:27 »

Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!

Nein.Die Durus Schneidwerke von Midwest kann man auch in 18 Meter kriegen:
http://www.midwest.net.au/platforms.htm

Moin!
Bin erst seit zwei Tagen wieder zurück aus WA  ;)
Ja dies Jahr hatte dort der erste LU eine 18m Midwest Front im Einsatz. Der wollte damit 6000ha machen.
Baut Geringhoff auch schon 18m oder nur Prototypen?

Moin,

wo genau warst du denn und wie war dieses Jahr die Ernte?

Gruss aus NZ
M
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Wat den Eenen sin Uhl', ist den Annern sin Nachtigall.

Foerdi

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #31 am: 26. Dezember 2014, 11:14:56 »


Moin,

wo genau warst du denn und wie war dieses Jahr die Ernte?

Gruss aus NZ
M

WA, Jerramungup. Waren bei einem Contractor der für die http://www.hassad.com.au/ gearbeitet hat.
Top Sache so was. Kann man nur empfehlen.
Der Sommer war/ist relativ schlecht. Ich glaub wir hatten nur drei Tage über 30 Grad? Oft Regenpausen und kalte Tage wo man den Pullover anlassen konnte, incl. langer Hose. Bevor wir ankamen hatten sie schon 50-60mm bekommen. So war jedenfalls genug Zeit zur Vorbereitung.
Erträge habe ich jetzt nur aus den Dreschern. Raps bei 1.3t/ha, Gerste meistens 2.2t/ha. Auch mal über 3t/ha und ganz schlechte Stücke dies Jahr auf Rapsniveau. Weizen ähnlich wie Gerste. Stellenweise ging es auch über 4t/ha. 
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Georg

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #32 am: 26. Dezember 2014, 11:33:41 »

Foerdi,

Auf dem Bild zeigst Du einige New Holland und einen Claas.

Kannste ein bisschen über die Unterschiede berichten? Ich weiß, es ist schwierig, vor allen Dingen wenn man solche Dinge durch die Fabrikatsbrille schreiben soll.
Trotzdem wäre es ganz interessant!

In Victoria war die Ernte ein bisschen besser, aber in NSW und Queensland auch nicht viel besser wie in WA!

Allerdings hatten die oftmals zu warm, und am Schluss ziemlich viel Unwetter!

Für mich bedeutet das, das die Geschäfte in Australien lommenden Jahr nicht ganz so stürmisch werden wir in den letzten 2 Jahren. :(
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nofear

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #33 am: 26. Dezember 2014, 12:12:30 »

Nochmal zum Wheat Farmer-Video: Wozu ist den die Schleppe unterm Dügerstreuer so ab 2:35  ?
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

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Duke

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #34 am: 26. Dezember 2014, 18:23:10 »

Hallo,

habe hier noch nen recht interesanten Blog von nen Kollegen der vor 2 Jahren dort war.
http://mk86abroad.blogspot.de/

MfG
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Foerdi

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #35 am: 26. Dezember 2014, 22:20:51 »

Foerdi,

Auf dem Bild zeigst Du einige New Holland und einen Claas.

Kannste ein bisschen über die Unterschiede berichten? Ich weiß, es ist schwierig, vor allen Dingen wenn man solche Dinge durch die Fabrikatsbrille schreiben soll.
Trotzdem wäre es ganz interessant!
....

Ähm, ja und hinterm Claas steht noch ein JD  :o  ;)
Ich glaub ich kann da nicht soviel zu sagen. Ich bin keinen Drescher gefahren, auch hier in D nicht wirklich.
Ich fand es hochinteressant was hier in anderen Themen von Praktikern über den NewHolland Class 10 und den Mitbewerbern diskutiert wurde.
Jeder da hat seinen Liebling und seine Vorurteile gegenüber dem Wettbewerb. Ähnlich wie bei uns fand ich.
Die NewHollands waren CR8090 und gehörten meinem Arbeitgeber. Der Lexion 770 kam von einem anderen LU und der JD S690 gehört zu Hassad. Die Gelben spielen ja nicht in der Leistungsklasse der Grünen. Trotzdem war der Unterschied zwischen den CRs auch schon beachtlich. Einer musste gar nicht bremsen wenn er abtanken wollte (haben keinen Boost dafür).
Ich habe natürlich hier und da was mitbekommen und wie oft und was kaputt war. Aber deswegen einen schlecht machen? Vielleicht lag es auch an dem Alter oder an den schon gedroschenen Hektars.
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Henrik

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #36 am: 10. Januar 2015, 18:56:33 »

Sehr interessanter Bericht. Finde solche Berichte aus anderen Ländern ja immer super  :)  :daumen: :daumen:
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charlie

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #37 am: 24. Februar 2015, 17:25:33 »

Interessantes Video von Bulla Burra Farms, South Australia

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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Armin

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #38 am: 09. Mai 2015, 13:48:20 »

Moin!
Da ich gerade in Australien auf einer Farm arbeite dachte ich mir, dass ich ja vielleicht auch mal etwas zu diesem Thread beitragen kann!

Zur Farm: ca. 19.000 Acres groß (knappe 8000 ha). Mixed Cropping mit ca. 5000 Schafen und ca. 2500 Lämmern, die die nächste Woche Ohrmarken bekommen, dann ist die Zahl etwas genauer.
Wir sind im Central Wheatbelt ca. 3,5h südöstlich von Perth, der Niederschlag liegt bei ca. 300mm/Jahr.
Angebaut werden drei Früchte, nämlich Weizen, Hafer und Lupinen. Hafer und Lupinen werden angebaut, weil sie im Sommer an die Schafe verfüttert werden.
Die Flächen sind im Prinzip arrondiert, nur ein Block ist ca. 4 km weit entfernt und der Rest wird einmal durch eine öffentliche Schotterstraße geteilt. Man hat aber im Prinzip null Verkehr auf der Straße, ich habe jedenfalls noch nie ein anderes Auto gesehen.
Die Schafe sind reine hornlose Merinos.
Die Farm wurde vom Vater des heutigen Farmers 1969 vom Land gekauft und bestand nur aus Buschland. Der Preis war entsprechend wohl günstig, man hatte aber gewisse Vorgaben. Es musste in bestimmter Zeit eine bestimmte Menge Buschland gerodet und Zäune gebaut werden etc.

Es werden jedes Jahr nur ungefähr gute 2000 ha bestellt, der Rest der Fläche ist Grünfutter für die Schafe. Eine Fläche ist also normalerweise in maximal einem von drei Jahren bestellt. Überall auf der Farm ist Klee, der gutes und eiweißreiches Futter für die Schafe sein soll. Um den Klee zu halten wäre es also auch gar nicht gut, mehrere Jahre in Folge zu Ackern. Es wird immer versucht, das Samenpotential des Klees hoch zu halten. Außer das Nachsäen des Klees wird sonst nicht weiter speziell Grünfutter angebaut, die Schafe fressen im Prinzip auflaufendes Ausfallgetreide und Unkräuter. Das Problemungras schlechthin ist Weidelgras, was ja aber wiederum gutes Futter für die Schafe ist. Im September werden einige Flächen für Heu gemäht. Im Sommer, wenn nichts Grünes vorhanden ist, werden die Schafe mit einem selbstgemixten Futter aus Lupinen, Hafer und Heu gefüttert. Das Futter wird dann mit einem LKW zu den Trögen gefahren (Halbe alte Ölfässer mit angeschweißten Füßen dran). Wichtig für die Schafhaltung: Gute Zäune und sogenannte Dams, gegrabene Wasserlöcher, die durch den Ton in tieferen Schichten das Wasser gut halten. Letzten Sommer waren einige Dams leer, dann muss Wasser mit einem LKW zu den Schafen gefahren werden, was natürlich ziemlich viel Arbeit macht.
Generell wird immer möglichst niedriger Input gefahren und alles was geht, wird selber gemacht. Reparaturen muss man notgedrungen ohnehin alle selber machen. Die nächste kleine Ortschaft (760 Einwohner) ist 75 km entfernt und dort kann es im Zweifelsfall keiner besser als man selbst. Der Farmer hat außerdem einige Maschinen komplett selber gebaut, wie zum Beispiel: Den Futtermischer, eine selbstfahrende Spritze, einen Elevator für den LKW mit dem das Saatgut gefahren wird.

Wenn der Acker von Weide in die Bewirtschaftung gehen soll, wird der Aufwuchs im Frühling abgespritzt. Nach dem Sommer wird alles in der Regel einmal aufgerissen (Auch mit dem Airseeder, nur ohne die Dünger-/Saatbox). Dann wird in der Regel noch einmal Glyphos gespritzt und dann gesät. Die Spritze hat 40 Meter Gestänge und gearbeitet wird mit 30 km/h und 36 l Wasser/ha. Wasser ist sehr kostbar, denn Regenwasser ist die einzige Trinkwasserversorgung.
Der Airseeder hat gute 15 Meter Arbeitsbreite und wird von einem John Deere 9400 gezogen. Der Seeder ist im Prinzip auch die einzige Maschine für den Trecker und es gibt insgesamt nur 2 Trecker auf dem Hof. Der Airseeder hat sogenannte Knife-Point-Schare. Also einfach nur schmale Zinken. Wenn nun zum Beispiel Unkräuter auf dem Acker wachsen, sind die nach dem Säen immernoch da ;)
Gesät werden ca. 40 kg/ha. Ungebeizter Weizen aus der Ernte des letzten Jahres. TKG und Keimfähigkeit werden nicht gemessen ;) Dazu kommt der Dünger, insgesamt 17kg N/ha, etwas Schwefel, Phosphor und Zink. Das ist dann auch die einzige Düngung die erfolgt. In der Regel wird nach der Aussaat bis zur Ernte nichts mehr gemacht. Die Erträge erklären den niedrigen Aufwand: 2,5t/ha Weizen sind gut. Letztes Jahr war sehr schlecht, es gab nur 1t/ha.
Der Betrieb hat einen eigenen kleinen Roadtran mit gut 80t zulässiger Gesamtmasse, gezogen von einem sehr neuen Volvo mit 540 PS. Damit wird das Getreide entweder in eine Aufnahme etwas die Straße runter oder direkt nach Perth gefahren. Der Zeitdruck in der Ernte ist nicht so hoch, am Ende der Ernte wird teilweise nur einmal der LKW vollgemäht und dann werden die 60 tonnen erstmal weggefahren. Man kann sich im Prinzip auf Trockenheit verlassen. Auch Kalk und Dünger werden selber gefahren.

Ich glaube das ist vielleicht erstmal genug fürs Erste, ich beantworte aber natürlich gerne weitere Fragen, wenn ich kann.

Viele Grüße,

Armin
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angusy

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #39 am: 09. Mai 2015, 14:25:45 »

Sehr interessant!

Vielen Dank!
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Frankenpower

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #40 am: 09. Mai 2015, 15:31:27 »

 :daumen1:

Top Bericht....
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Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

Henrik

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #41 am: 10. Mai 2015, 12:47:23 »

Vielen Dank Armin! Wirklich Top Bericht  :) :daumen:

Immer wieder interessant die Geschwindigkeit beim spritzen und die Wassermengen dort. Sind das eignetlich normale Düsen auf der Spritze oder irgendwelchen speziellen?
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juliusjr

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #42 am: 10. Mai 2015, 14:00:25 »

Wow ja top bericht. Was kostet in Australien eigentlich land oder die pacht?
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Foerdi

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #43 am: 10. Mai 2015, 20:55:10 »

Wie heißt denn der nächste Ort?
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Australien
« Antwort #44 am: 10. Mai 2015, 22:09:42 »

Wow ja top bericht. Was kostet in Australien eigentlich land oder die pacht?

Julius, Australien ist kein Land sondern ein Kontinent!

Gegenfrage was kostet Land in Europa und die Pacht?

Australien besteht aus Westaustralien mit Landiwrtschaft wie es Armin super beschreibt.
3000 km östlich ist im Süden der Bundesstaat Victoria (Melburne)  dort ist die Landwirtschaft fast ähnlich wie bei uns. Mit wirklichen Winter und Möglichkeiten zum Skifahren! (HAb ich dort selbst schon mal gemacht!

Dann wiederum so 1500 km nördlich ist genau zwischen Sydney und Brisbane das "Goldene Dreieck" der Landwirtschaft. Dort wächst eignetlich alles was irgendwie und irgendwo f den Tisch kommt, bis hin zu Baumwolle.

Im Norden (Nördlich von Brisbane) wächst dann Zuckerrohr!

So nun kannst DU dir selbst ausrechnen was der Grund und Boden wert sein kann! Im Outback vielleicht 50 Euro das ha zum kaufen, da brauchst D dann 50 ha für ein Schaf, wenn es nicht verdurstet, oder im goldenen Dreieck, wo alle Arten von Gemüse wachsen weil es Bewässerung auf Böden mit 100 Punkten gibt, da kostet 1 ha auch mal 200 000 Euro!

Halt genau wie auf allen anderen Kontinenten auch!
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