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Autor Thema: Landwirtschaft in Australien  (Gelesen 54388 mal)

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Frank

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #15 am: 19. Dezember 2014, 07:17:28 »

Jetzt.

Stichwort Suedhalbkugel. Dort ist jetzt Sommer.
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309CA

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #16 am: 19. Dezember 2014, 07:42:03 »

Mal eine andere Frage wann ist ist die beste Zeit um in  Australien die Ernte anzusehen

Meines Wissens ernten die jetzt grad, hatten vor ein paar Tagen Ernteverbot wegen hoher Temp und Wind , bei den Temp läuft öfters mal was heiss an den Maschinen und um Flächenbrände zu vermeiden gibt Ernteverbot zumindest in der heißen Tageszeit wird dann bei Nacht oder morgens gerntet
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Warum gibt es Gülleauflagen ? wäre es Umwelttechnisch nicht besser wenn möglichst viel der Arbeitnehmer usw mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren müssen ?  Viele Schweine-viele Scheine. Zuviel Schweine-zu wenig Scheine.

Simon

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #17 am: 19. Dezember 2014, 11:51:29 »

Moin,

in den beiden Regionen wo ich war (NSW um Griffith und WA, 3 Stunden südöstlich von Perth) war die Ernte von Ende Oktober bis kurz vor Weihnachten in normalen Jahren. Bei Nässe kann es auch schonmal bis Anfang Februar gehen.
Das mit den Ernteverbot hab ich auch schon mehrfach erlebt. Generell gibt es ein Feuerverbot (fire ban) von ungefähr Oktober bis März, bei sehr brandfördernden Bedingungen auch schon mal ein Ernteverbot (harvest ban). Ich hab mal einen Tag erlebt, wo es 40 Grad heiss war bei ca. 80km/h Wind. Die harvest bans werden im Radio durchgegeben, oft auch per SMS. Wenn das soweit ist, wird alles stehen gelassen und unverzüglich das Feld verlassen. Wir haben den Tag den oft bei mit dem ein oder anderem Bier und Billard spielen verbracht ;) Die meisten Feuer werden übrigens nicht durch Menschenhand sondern durch Blitze ausgelöst.

Zu den Fruchtfolgen:
Das hängt wiederum stark von Niederschlagsmenge, Boden und Marktlage ab. Generell sind die aber oft sehr viel vielfältiger als in Holstein oder im Kluetzer Winkel. Um Griffith in NSW werden auf den dryland Farmen in der Regel Gerste, Weizen, Raps, Erbsen, Lupinen und zum Teil auch Linsen angebaut. Weizen Monokultur wird teilweise auch praktiziert, aber eher auf den armen Böden an den Rändern des westlichen wheatbelts. Westaustralien fand ich persönlich noch etwas interessanter als den Osten, in einigen Regionen bestehen die Böden aus stark bauxithaltigen Latrit Schotter. Es kann durchaus passieren, dass die Gehalte an Bauxit so hoch sind dass man seinen Acker für ein paar Dollar verhökern kann und seine Rente gesichert hat ;) Wie man sich denken kann, sind diese stark metallhaltigen Böden sehr Phosphorhungrig. Die Einführung von Superphosphat in den Fünfzigern glich da schon einer kleinen Revolution um aus kargen sheepcountry Böden einen halbwegs erträglichen Weizenacker zu machen.
Wo wir schon beim Thema Schafhaltung sind. Die spielt immer noch eine grosse Rolle, allerdings nicht mehr so gros wie vor ca. 30 Jahren. Australien war vor dem Bergbauboom (Erz, Gold, Kohle, Sand) ein rein landwirtschaftlich geprägtes Land.
"Australia is built on the sheep's back" heisst es sehr treffend.
Haupteinkommen war die feine Merinowolle, da die Merinoschafe sehr gut mit den kargen Böden und den trockenen Klima zurechtkommen. Nach wie vor ist Australien der Hauptlieferant für Merinowolle. Besonders einträglich ist das Geschäft damit aber nicht. Die meisten Schafe werden auf so genannten mixed cropping Farmen gehalten, die ihre Herden die eine Hälfte des Jahres auf den Stoppeln halten und zwischen Aussaat und Ernte noch ein paar Ackergras Felder haben. Beeindruckend fand ich die frühe Industrialisierung der Wollproduktion, hier wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts konsequent die gesamte Produktionskette rationalisiert. Das fing beim Herdenmanagement an, ging weiter über das Design zweckoptimierter 'shearing sheds" über die Erfindung der Schermaschine und der Wollpresse bis zur industriellen Verarbeitung.
Bis zum Ende der achtziger Jahre war sehr lange Zeit mit Wolle gutes Geld zu verdienen, allerdings ist der Wollpreis dann aus unterschiedlichen Gründen absolut zusammen gebrochen und hat sich bis heute nicht mehr erholt. Nur in den letzten Jahren ging es mit dem Wollpreis wieder etwas bergauf, vor allem durch hohe Nachfrage aus China.
Zur Landnutzung muss man aus meiner Sicht aber mit erwähnen, dass in Australien sehr, sehr viele Fehler bei der Bewirtschaftung vor allem in den ersten 80 Jahren nach Beginn der Besiedlung gemacht wurden. Die meist englischen Siedler haben die Böden genau wie in England bewirtschaftet, sprich mit hoher Intensität und Viehdichte was sich aber in trockenen Jahren fürchterlich gerächt hat. Heute weiss man allerdings sehr gut, wie man womit am schonendsten wirtschaftet. Schafe beispielsweise können auf einigen Böden schädlicher sein als Verdichtungen durch Fahrspuren. Ein älterer australischer Farmer meinte mal zu mir, dass australische Böden einfach nicht für Huftiere geeignet sind. Unter anderem weil Schafe in manchen Gegenden zu viele Verdichtungen produzieren hat man dort auf extensives Cropping umgestellt. Extensiv heisst dann wirklich nur Direktsaat, ein paar mal Spritzen und dann Ernte.

Rinderhaltung findet in den allermeisten Gegenden des Landes statt, wobei es zur Wüste hin wegen den Dingos nur Rinder gibt. Krass ist der Dingozaun, der grob gesagt das südöstliche Viertel Australiens umschliesst und die Schafherden vor den Dingos schützt. Das Teil ist zweimal so lang wie die chinesiche Mauer :o

Gruss
M

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Tim

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #18 am: 19. Dezember 2014, 11:59:53 »

Das mit dem dingozaun hatte ich mal in so nem Film gesehen wo sich zwei aboriginikinder an diesem wildzaun aus ihrem Reservat in die Wüste durchgekämpft haben. Zumindest war mir das so in Erinnerung.

Wie hieß nochmal der Film?

Mfg tim
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Tim

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #19 am: 19. Dezember 2014, 12:12:19 »

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Long_Walk_Home

Gut, war wohl doch kein dingozaun, aber das war der Film!

Mfg tim
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tomtex

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #20 am: 19. Dezember 2014, 20:58:00 »

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?
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Michi

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #21 am: 19. Dezember 2014, 21:18:08 »

mähdrescher auch interessant. aber alle easy going. oder kommts von der musik?

weiss jemand was über die agrarsubventionen in australien?
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jaydee88

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #22 am: 20. Dezember 2014, 09:56:09 »

Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!

Nein.Die Durus Schneidwerke von Midwest kann man auch in 18 Meter kriegen:
http://www.midwest.net.au/platforms.htm
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Simon

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #23 am: 20. Dezember 2014, 11:06:22 »

mähdrescher auch interessant. aber alle easy going. oder kommts von der Musik?

weiss jemand was über die agrarsubventionen in australien?

Gibts nicht.

Was es höchstens mal gibt sind Beihilfen bei Naturereignissen wie zum Beispiel Transportbeihilfen für Viehfutter, wenn in einer Region Dürre ist. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die letzten Wochen meines Australienaufenthaltes auf einer Rinder/Weizenfarm in NSW bei Wagga Wagga verbracht. Eine Nacht Frost hat uns da einige hundert Hektar Weizen gekostet, der gerade sich gerade mitten in der Ährenfüllung befand. Gott sei dank gab es dann aber Transportbeihilfen für von Dürre betroffene Farmen in Queensland und der Weizenheupreis war sowieso gerade relativ gut. In the end of the day wurde mit dem Weizenheu ähnlich gutes Geld verdient als wenn man es gedroschen hätte.

So easy going ist das heute sicher nicht mehr. Wenn ich mir allerdings die alten Claas Videos aus der gleichen Zeit ansehe, ist das auch alles sehr easy going ;D


Gruss
M
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2014, 11:27:34 von Mecklenburger »
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Simon

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #24 am: 20. Dezember 2014, 11:23:24 »

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.
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jaydee88

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #25 am: 20. Dezember 2014, 11:43:56 »

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.
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Simon

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #26 am: 20. Dezember 2014, 11:58:37 »

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.

Hast du da Bilder von und am besten noch ein paar Aufnahmen vom Feldaufgang?
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Henrik

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #27 am: 20. Dezember 2014, 21:26:08 »

@Mecklenburger

Super Berichte und Infos, dafür  :daumen: :daumen: :daumen: :daumen:

Gibt es sonst irgendwelche Dinge, techniken, arbeits oder wirtschaftsweisen die dir in Erinnerung geblieben sind? Manchmal sind ja Probleme fern ab die gleichen, aber viel einfacher gelöst?

Gruss

Henrik
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tomtex

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #28 am: 20. Dezember 2014, 21:35:37 »

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.

Hast du da Bilder von und am besten noch ein paar Aufnahmen vom Feldaufgang?
Such mal nach "surflex plow". Das ist wohl die offizielle Bezeichnung und ergibt deutlich mehr Suchresultate.

Kann mir das ganz gut zur Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat vorstellen. Wird wohl aktuell nicht mehr hergestellt - gleiches Schicksal wie Schälpflüge???
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2014, 21:38:27 von tomtex »
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Foerdi

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Re:Landwirtschaft in Australien
« Antwort #29 am: 25. Dezember 2014, 23:44:14 »

Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
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Moin!
Bin erst seit zwei Tagen wieder zurück aus WA  ;)
Ja dies Jahr hatte dort der erste LU eine 18m Midwest Front im Einsatz. Der wollte damit 6000ha machen.
Baut Geringhoff auch schon 18m oder nur Prototypen?
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