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Autor Thema: Landwirtschaft in Italien  (Gelesen 11456 mal)

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BNT

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #15 am: 31. März 2015, 08:58:02 »

Süditalien = Afrika. Die geographische Nähe macht's aus. Von der nördl. Toskana nach Süden runter macht sich halt schon sehr stark die Veränderung des mediterranen Klimas bemerkbar. Ackerbau ist in der Toskana zur echten Herausforderung geworden. Auf Sizilien ist Ackerbau kaum mehr möglich, obwohl das früher mal die Kornkammer war. Heute ist das Land völlig degradiert.

Italiener haben ein sehr spezielles Zeitgefühl, die Norditaliener werden ohnehin als Deutsche bezeichnet. ;)

Aber auch im Norden: Der Boden dient im Wesentlichen dazu, die Pflanze im Boden zu verankern. Der Rest ist denen mehr oder weniger egal.
Ich denke, dass die hauptsächlich tief pflügen, um Luft in den völlig dichten Boden zu bringen. Null Bodenstruktur, null Bodenschonung. Aber hohe DB/ha. Ackerland wird dort ab ~ 50 tsd/ha gehandelt.

Die großen Betriebe gehören meistens irgendwelchen Industriellen. Das Management übernehmen Verwalter und Arbeitskräfte sind in Italien billig zu haben. Melker kamen früher durchwegs aus Afrika, heute sind es oft Chinesen, die angeblich um 2, 3 Euro die Stunde arbeiten.

Derzeit arbeiten einige in Richtung Strip Tillage. Das würde nicht so schlecht in die Region passen.

Und nicht vergessen: In Italien gibt es sogar Reisanbau. :)

Im Grunde ist der Norden des Landes wunderschön. Kein Wunder, dass derzeit wieder tausende Deutsche dort Urlaub machen und das gute Italienische Essen genießen, das auf nicht so guten Italienischen Böden produziert wurde.
Das Land hätte auch im Süden großes Potential. Schade, dass man nicht mehr draus macht.

In der Toskana ist es derzeit schon so weit, dass es wegen der geänderten Landnutzung Probleme mit der Aufrechterhaltung des Status als Weltkulturerbe gibt. Wenn niemand mehr Weizen anbaut...
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Biobauer

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #16 am: 31. März 2015, 13:00:26 »

Wächst da auch was unterhalb von Rom ? wenn Ja was könnte Mann da Soja und Mais anbauen reichen die Niederschläge dafür

oliven und wein. ab und zu sieht man nen halb verhungertes rindl auf einer braunen wiese stehn.
der müll liegt neben der strasse wirklich wallartig, da bräuchte man nicht aufsammeln, sondern könnte schaufeln....
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

cara

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #17 am: 31. März 2015, 14:27:04 »

Letze Woche ja in Italien gewesen  ;) Besser gesagt Norditalien.

Was ist mir aufgefallen, die Böden teilweise normal, teilweise aber auch sehr schwer und tonig (zumindest was man so sehen konnte). Sehr viele Flächen waren noch nicht bearbeitet, denke da kommt Mais, Sonnenblume etc. hin.


Sonnenblumen eher weniger, Mais ja, und auch viel Bohnen /Soja.. ab und zu mal Getreide..
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LiGrüss cara

Die Kunst zu Leben besteht darin, zu lernen im Regen zu tanzen, anstatt auf Sonne zu warten.

Georg

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #18 am: 31. März 2015, 14:57:00 »

Letze Woche ja in Italien gewesen  ;) Besser gesagt Norditalien.

Was ist mir aufgefallen, die Böden teilweise normal, teilweise aber auch sehr schwer und tonig (zumindest was man so sehen konnte). Sehr viele Flächen waren noch nicht bearbeitet, denke da kommt Mais, Sonnenblume etc. hin.


Sonnenblumen eher weniger, Mais ja, und auch viel Bohnen /Soja.. ab und zu mal Getreide..

Und in der Poebene zwischen Verona/Mandova und Turin auch sehr viel Reis!


*Zitat eingepasst**Gruß Hage
« Letzte Änderung: 31. März 2015, 19:12:13 von Hage »
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JD8200

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #19 am: 31. März 2015, 20:59:36 »

Italiener haben ein sehr spezielles Zeitgefühl, die Norditaliener werden ohnehin als Deutsche bezeichnet. ;)

Ansichtssache, München ist ja die nördlichste Stadt Italiens.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/italien-in-muenchen-der-corso-di-monaco-1.754780
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Biobauer

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #20 am: 31. März 2015, 21:21:35 »

Italiener haben ein sehr spezielles Zeitgefühl, die Norditaliener werden ohnehin als Deutsche bezeichnet. ;)

Ansichtssache, München ist ja die nördlichste Stadt Italiens.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/italien-in-muenchen-der-corso-di-monaco-1.754780

nöö, des is regensburg ;)

ob man das aber unbedingt sein muss, naja
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JD8200

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #21 am: 31. März 2015, 21:26:04 »

Italiener haben ein sehr spezielles Zeitgefühl, die Norditaliener werden ohnehin als Deutsche bezeichnet. ;)

Ansichtssache, München ist ja die nördlichste Stadt Italiens.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/italien-in-muenchen-der-corso-di-monaco-1.754780

nöö, des is regensburg ;)

ob man das aber unbedingt sein muss, naja

Das glauben aber auch nur die Oberpfälzer.  ;D
Na ja immerhin war es innerhalb vom Limes.
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Biobauer

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #22 am: 31. März 2015, 21:34:20 »

Italiener haben ein sehr spezielles Zeitgefühl, die Norditaliener werden ohnehin als Deutsche bezeichnet. ;)

Ansichtssache, München ist ja die nördlichste Stadt Italiens.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/italien-in-muenchen-der-corso-di-monaco-1.754780

nöö, des is regensburg ;)

ob man das aber unbedingt sein muss, naja

Das glauben aber auch nur die Oberpfälzer.  ;D
Na ja immerhin war es innerhalb vom Limes.

liest man halt immer wieder, gabs ja schon als blühende stadt, als se in minga noch schaf ghüt ham ;) ;)

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BNT

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #23 am: 31. März 2015, 22:27:27 »

Hätt' gedacht, dass Landshut das Zentrum der Bayrischen Welt gewesen wäre?

Also im Süden Italien wächst kaum mehr was, nicht nur wegen des Klimas, sondern vor allem wegen der degradierten Böden dort. Das Elend hatte schon im Römischen Reich begonnen. Ursprünglich gab es dort Hartlaubwälder, heute bestenfalls Macchie oder Garriga.

Ansonsten hat aber Italien zumindest im Norden eine sehr hohe Diversität. Das geht von Ackerbau über Tierhaltung und Biogas bis zum Gemüse- und Obstbau. Und dazu halt gleich die gesamte Verarbeitungsinfrastruktur.

Es ist halt so wie immer: Auch in Italien reißt es der Mittelstand raus. Dort, wo es den nicht gibt, ist tote Hose. Im Süden regiert die Mafia und wenn der Biobauer sich über den Müll im Straßengraben ärgert, hat er zum Glück nicht die illegalen Giftmülldeponien gesehen. Die waren auch für den letzten Italienischen Lebensmittelskandal verantwortlich, als in Büffelmozzarella Dioxine nachgewiesen wurden.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #24 am: 30. Oktober 2016, 19:49:31 »

Italien macht derzeit ja leider mehr Schlagzeilen durch Erdbeben  :(

In Bologna findet die Tage die Eima statt.

http://www.eima.it/de/manifestazione.php

Reizen würde mich das ja auch mal, einfach gefühlt was ganz anderes sehen.

Fährt da jemand hin? Aus Österreich oder Schweiz ja durchaus machbar. Per günstigen Flieger ja von hier auch möglich gewesen.

Gruss

Henrik
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #25 am: 30. Oktober 2016, 20:12:06 »

Ich habe leider keine Zeit, aber fahr' da mal hin. Ist für dich Norddeutschen sicher wie eine andere Welt. Alleine schon weil halt Italien im großen Stil Wein anbaut.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #26 am: 30. Oktober 2016, 20:55:48 »

Ich sehe dort, außer viel Beregungstechnik nicht mehr viel Anderes als auf anderen Messen....
Es ist halt mehr die "Hausmesse" der Italienischen Zulieferindustrie...
z.b. Arag, auf der Agritechnica 30 qm und auf der Eima ca 500 qm Standgröße. Ähnlich ist es bei den Gelenkwellenhersteller, oder man findet dort die Firma OMSI, der Achsenleiferant von Homer und Ropa etc.
Ansonsten sind halt dann die Stände von Claas oder Agco und JD wesentlich kleiner wie auf der Agritechnica oder Sima.

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Henrik

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #27 am: 11. Juni 2017, 20:21:08 »

Nord und Mittelitalien derzeit von einer Dürre betroffen? Neulich sowas gelesen, ist es so dramatisch dort?
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andl

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #28 am: 11. Juni 2017, 22:45:03 »

laut teletext des orf 1mrd euro schaden durch dürre.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Italien
« Antwort #29 am: 12. Juni 2017, 09:59:15 »

Die Meldung kommt vom italienischen Bauernverband, glaube ich.
Die übertreiben gerne und oft.

Hier mal die Daten aus Verona:

http://my.meteonetwork.it/station/vnt305/statistiche

Ganz unten. Pioggia Mensile = Monatlicher Niederschlag.

Je ~ 50 mm im Feber, April und Mai - so wenig ist das nicht, vor allem auf den extrem schweren Böden, die die haben.


Gut ist immer das Nordöstliche Italien.
Aviano (das ist dort, wo die USA ihre Bomber stationiert haben).

http://my.meteonetwork.it/station/fvg066/statistiche

230 mm im April - das müsste ja mal bis zum Herbst reichen. ;)


Turin:

http://my.meteonetwork.it/station/pmn117/statistiche


Arezzo in der Toskana:

http://my.meteonetwork.it/station/tsc035/statistiche



Was aber definitiv stimmt: Die Italiener sind ganz fanatische Bewässerer.
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