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Autor Thema: Milchmarkt  (Gelesen 596278 mal)

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Tim

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2355 am: 05. Februar 2018, 08:54:13 »

Du ,dann kommt die milch eben von woanders..

Das die milchwerke so massive wachstumsschritte vollziehen ist doch auch nur eine Auswirkung von verdrängungskampf. Vom Exportmarkt will/muss jeder sein Scheibchen abhaben..
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nofear

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2356 am: 05. Februar 2018, 09:57:25 »

Sollte ein Stall überbelegt sein und die Kühe werden auf verträgliches Maß runtergefahren wird sich zunächst nichts an der produzierten Milchmenge ändern. Den verbleibenden Kühen geht's soviel besser, dass die die Milchmenge steigern und somit die Gesamtmenge zunächst gleichbleibt o. evtl. sogar noch steigt... Eigene Erfahrungen mit Belegung von an die 100% zu 70%... wird erst langsam weniger.

Ich muss immer an Neuseeland denken: Alle Subventionen weg, aber dann auch keine/wenig Regeln. Ein Boom war die Folge... gut, die sind Agrarland und kein Industrieland.
Was läuft hier: Standards/Regeln hoch und Subventionen runter...

Ich wunder mich eigentlich nur, dass überhaupt noch so relativ viele dabei sind. Entweder wir kennen nix andres oder sind leiden gewöhnt/zäh oder verschuldet ohne Alternative???

In welcher Branche gibt es dass sonst noch, dass zu Erzeugerpreisen wie vor 30 Jahren produziert wird mit heute doppelt bis 3fach so hohen Kosten ohne großartige Rationalisierungs-/Skallierungseffekten?

Man beutet sich selbst (teilweise auch noch die Familie) aus, man beutet die Tiere aus und fährt nebenbei noch den Betrieb gegen die Wand.
In Zeiten der niedrigen Ackerbauerlöse wird's auch mit Quersubventionieren nicht leichter...
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Heico

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2357 am: 05. Februar 2018, 11:34:10 »

Hättet ihr man auf Marx und Engels gehört. :rolleyes: Die wussten schon vor 150 Jahren wie der Hase läuft.
Kapital ersetzt Arbeit. Somit werden alle die heute unter ???150??? Kühe haben, langsam rausgekickt von den Betrieben die verdoppeln. Aber tröstet euch, die anderen Bereiche in der Landwirtschaft sind ähnlich gestrickt.
Es gibt keine Alternativen für Verwertung von Grünland. Fleisch bringt nichts. Es gibt also bisher keine Lösung für das Problem.
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Thomas

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2358 am: 05. Februar 2018, 11:56:52 »

Ich bin sicher, dass es viele gibt, die ihre letzten Jahre mit dem Milchvieh verbringen bis zur Rente oder bis die finanzielle Erfordernis es erfordert und dann ist damit Schluss. Vielleicht werden dann noch ein paar Muttertiere gehalten oder sowas, um absolutes Grünland noch zu verwerten.

In der Form mit so vielen Fußangeln, kann man LDW nicht mehr guten Gewissens empfehlen. Geld verdienen geht heute leichter, ohne Gängeleien, Behörden, ANträge, sinnfreie Regeln,...

Gruß
Thomas
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miltischnorrer

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2359 am: 05. Februar 2018, 12:48:43 »

Warum schreien alle immer nur nach  mehr Geld anstatt nach mehr Preissicherheit?
« Letzte Änderung: 05. Februar 2018, 13:44:47 von miltischnorrer »
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Tim

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2360 am: 05. Februar 2018, 13:03:11 »

Hättet ihr man auf Marx und Engels gehört. :rolleyes: Die wussten schon vor 150 Jahren wie der Hase läuft.
Kapital ersetzt Arbeit. Somit werden alle die heute unter ???150??? Kühe haben, langsam rausgekickt von den Betrieben die verdoppeln. Aber tröstet euch, die anderen Bereiche in der Landwirtschaft sind ähnlich gestrickt.
Es gibt keine Alternativen für Verwertung von Grünland. Fleisch bringt nichts. Es gibt also bisher keine Lösung für das Problem.

Das stimmt so nicht ... wenn man davon ausgeht das das System ausgeklügelt und schlüssig ist ,ist der spezialisierte familienbetrieb mit 200 Kühen dem Betrieb mit fremd an und 400 überlegen.

Effizienter werden grössere Ställe erst wieder wenn man über die 550 Kühe kommt- keine geteilten Schichten,komplette Lkw Ladungen jeden Tag... - mit voranschreitende Grösse wird's dann eher logistisch schwierig.

Aber darum ging es nicht - die Leute, auch/gerade die Bauern, sind verrückt .. selbst wenn sie mehr Kohle kriegen legen sie es halt in pachten um - die deutschen Landwirte werden sich anpassen müssen.
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Ede

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2361 am: 05. Februar 2018, 13:13:59 »

Effizienter werden grössere Ställe erst wieder wenn man über die 550 Kühe kommt- keine geteilten Schichten,komplette Lkw Ladungen jeden Tag... - mit voranschreitende Grösse wird's dann eher logistisch schwierig.

Irgendwo gab es mal ne Berechnung zu lesen, nach der die Kostendegression ab 150-200 Kühen sich wieder umdreht, aufgrund der ansteigenden Kosten für Logistik. Das war bezogen auf Westdeutschland und damit verbunden zunehmend weitere Wege zu den (Pacht-)Flächen.

Gruß
Ede
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farming.ch

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2362 am: 05. Februar 2018, 13:19:36 »

Hättet ihr man auf Marx und Engels gehört. :rolleyes: Die wussten schon vor 150 Jahren wie der Hase läuft.
Kapital ersetzt Arbeit. Somit werden alle die heute unter ???150??? Kühe haben, langsam rausgekickt von den Betrieben die verdoppeln. Aber tröstet euch, die anderen Bereiche in der Landwirtschaft sind ähnlich gestrickt.
Es gibt keine Alternativen für Verwertung von Grünland. Fleisch bringt nichts. Es gibt also bisher keine Lösung für das Problem.

Ist Biogas nicht eine Alternative zur Verwertung von Grünland ? Oder ist da im Moment die Rendite zu niedrig?

Die potentielle Produktivität pro Arbeitskraft steigt ständig, ja. Vor allem getrieben durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt. Dabei wird allerdings, längerfristig und pro Arbeitskraft gesehen, nicht mehr Redite erwirtschaftet, sondern die Produktepreise sinken auch...Jedenfalls bei dieser Marktordnung und bei den anonymen Massenprodukten.
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Tim

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2363 am: 05. Februar 2018, 13:28:03 »

@Ede

West oder Ost? Eventuell liegt der Unterschied dort eher in Süd und Nord? - es sind halt Kühe- die brauchen viel Futter und die gülle muss auch wieder weg - da ist eine möglichst vollständige arondierung eknfach grundvorraussetzung. Auch im Osten ist das nicht immer so - Friesland und Allgäu aber schon recht häufig - grasertrag  und Kontinuität auch ..

Mit 300 Kühen in mittelgebirgslage muss man sich dann was mehr einfallen lassen . Auf den ostdeutschen ackerbaulagen wird man mit einer normalen milchproduktion mit den pachten nicht mehr mithalten können - wie das im Westen überhaupt geht ist mir sowieso schleierhaft.

Aber das ist nur meine Meinung.
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Ede

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2364 am: 05. Februar 2018, 13:53:23 »

@Ede

West oder Ost?

Es ging da um meine Region, NRW, wenn ich mich richtig erinnere. Die Zeitung, in der es stand, weiß ich nicht mehr.

Gruß
Ede
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Thomas

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2365 am: 05. Februar 2018, 15:58:57 »

... - wie das im Westen überhaupt geht ist mir sowieso schleierhaft.

Aber das ist nur meine Meinung.

Meist nur mit der Selbstausbeutung des "Familienbetriebes". ... :-\ keine Fremd-AK würde das normale Pensum freiwillig leisten.
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Josef

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2366 am: 05. Februar 2018, 18:06:57 »

Auf den ostdeutschen ackerbaulagen wird man mit einer normalen milchproduktion mit den pachten nicht mehr mithalten können - wie das im Westen überhaupt geht ist mir sowieso schleierhaft.

Aber das ist nur meine Meinung.

Also unsere Milchviehbetriebe halten bei den Pachtpreisen locker mit BGA und Schweinehaltern mit!
Die zeigen was die Pachtpreise angeht keine Schwäche  ;D
Reine Ackerbauern gibt es hier nicht mehr, die haben aufgegeben ! ;)
Aber die die weiter machen wollen werden immer größer, oft mit mehreren Angestellten, da ist nicht mehr viel mit Ausbeutung!
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Kai-Uwe

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2367 am: 05. Februar 2018, 18:25:32 »

Hättet ihr man auf Marx und Engels gehört. :rolleyes: Die wussten schon vor 150 Jahren wie der Hase läuft.
Kapital ersetzt Arbeit. Somit werden alle die heute unter ???150??? Kühe haben, langsam rausgekickt von den Betrieben die verdoppeln. Aber tröstet euch, die anderen Bereiche in der Landwirtschaft sind ähnlich gestrickt.
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Ist Biogas nicht eine Alternative zur Verwertung von Grünland ? Oder ist da im Moment die Rendite zu niedrig?


Soweit ich weis ist die Gas ausbeute zu gering und die Probleme zu groß Aber das können die Profis sicher besser beantworten.
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nofear

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Re: Milchmarkt
« Antwort #2368 am: 05. Februar 2018, 19:43:06 »

Aber die die weiter machen wollen werden immer größer, oft mit mehreren Angestellten, da ist nicht mehr viel mit Ausbeutung!

Die brauchen u.a. ein gutes Risikomanagement und ne gute Liquiditätsplanung... aber dafür sind sie ja groß und haben für jeden Bereich "Spezialisten".

aber irgendjemand hier meinte mal die Lebensqualität steigt nicht zwangsläufig mit der Betriebsgröße/Tierzahl ;)
« Letzte Änderung: 05. Februar 2018, 19:45:20 von nofear »
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Re: Milchmarkt
« Antwort #2369 am: 14. März 2018, 03:31:27 »

Liefert(e) denn jemand von hier zur BMG?

Wie in den Medien zu lesen ist, haben die ja Insolvenz angemeldet.

Und lt. Artikel von gestern auf TA wird bei den Milchlieferanten bereits heute die Milch nicht mehr abgeholt. :o

Was macht ein Lieferant in der Situation? Wohl kaum eine Molkerei ist an mehr Milch im Momen interessiert. Wo kommt man da quasi von heute auf morgen unter?

Über Nacht eine neue Molkeri finden zu müssen - da hoffe ich mal, nie in die Situation zu kommen...  :o Alptraum pur!!!




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