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Autor Thema: Landwirtschaft in England  (Gelesen 72940 mal)

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Henrik

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #45 am: 23. Januar 2015, 17:16:03 »

So ein paar Bilder auch von Insel für die Ackerbauern  :)

1. Bild Raps von der Seite aufgenommen. Reihenstand zwischen 30-40 cm! Aus der Perspektive nicht zu sehen. Bild stammt aus dem Gebiet in Norfolk

2. Bild Raps in Suffolk, Reihenabstand 50-60 cm!

3. Der Raps mal in Nahaufnahme

Was ist denn da für eine Bodenbearbeitung erfolgt? Strip Till? No Till? Minimum Till?

Ich kenne dazu keine Vorgeschichte! Wir sind halt über Land gefahren und wenn Bauern neugerig sind steigen sie auch mal aus dem Auto aus  ;) Das erste Bild war ein Mulchsaat, auf jeden Fall war eine ganzflächige Bodenbearbeitung zu erkennen.
Das zweite sieht so aus wie Tim beschrieben hat, eine "Rapsdrille" Hersteller kann man natürlich nicht sehen, gibt davon auch zuviele und die Geräte sehen im Grunde alle ähnlich aus. Die Unterschiede liegen dann im Detail und jeder hält seine Lösung für die beste  ;)
Wo Sten Firma Cousins erwähnt hat (hatten wir auch schon mal im Forum) hier mal ein Link zu einem solchem OSR Gerät http://www.cousinsofemneth.co.uk/vform_osr.html Die Firma ist ja recht innovativ was neue Geräte angeht, haben uns recht lange mit denen unterhalten.Die waren im Gegenzug sehr interessiert an der deutschen AFU Problematik.



Dick Neale hat mit Cousins folgendes Gerät entwickelt:
http://www.cousinsofemneth.co.uk/cultivators_shallow_cultivator.html
Das soll nur 5 cm tief arbeiten (keimtiefe von AFU) und somit nichts vergraben, aber alles zum Keimen anregen....

Über die unterschiedlichen Philosophien streitet die Firma gefühlt noch. Ist immer die Frage wo in der Fruchtfolge so ein Gerät zu Einsatz kommt.

@Tim

Mäuse sind nicht das Problem. Kennen die irgendwie nicht. Vielleicht viele Füchse etc. oder Klima passt den immer nicht das die sich erkälten. Die Lockerung machen sie, weil sie kein Frost oder andere Gare haben. Zu Raps wohl auch bewährt, weil da inwzsichen gefühlt alle Hersteller drauf setzen.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #46 am: 27. Januar 2015, 14:01:52 »

Habe noch zwei Bilder von Beständen gefunden. Letzte Woche Ostengland  :)
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jaydee88

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #47 am: 27. Januar 2015, 16:55:28 »

Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:
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Stone

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #48 am: 27. Januar 2015, 17:14:35 »



5 cm sind für meinen Geschmack schon viel zu tief. Zudem ist es ja so, dass, je nach dem wie schnell du arbeitest, ne Menge Erde aufgewirbelt wird. Wo diese Batzen, oder gar Würste, aufkommen, sind das dann auch schnell mal ein paar cm mehr.
Na ja, jeder wie er mag.

Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone
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BNT

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #49 am: 27. Januar 2015, 17:30:40 »

Na ja, Stone, im letzten Sommer sind im 7. Jahr Direktsaat beim E-Weizen die 120 dt gefallen.
Wie viel hast du geerntet? 140 dt? 160 dt?
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NobbyNobbs

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #50 am: 27. Januar 2015, 17:31:58 »

Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:

Ääähm..natürlich nicht, ganz im Gegenteil.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #51 am: 27. Januar 2015, 17:36:40 »

Wegen der Schnecken jammert fast jeder.
Wird Zeit, dass da was auf Biotech Basis kommt. :D
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NobbyNobbs

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #52 am: 27. Januar 2015, 17:49:10 »



Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone

Meine Erträge bewegen sich aktuell auf dem Niveau der anderen "guten" Landwirte hier. Letztes Jahr war nicht mehr drin als ein 8 t/ha-Schnitt W.Weizen. Der W.Raps gab sehr ordentlich 5 t/ha. Das Jahr vorher habe ich auf die selbe Art und Weise Betriebsrekord jenseits der 10 t/ha  W.Weizen geerntet, aber nur  4, t/ha W.Raps. Der Mais gibt so zwischen 50 und 60 t/ha, das aber recht kontinuierlich. Erbsen waren bei mir im letzten Jahr scheiße (3 t/ha). Es war zwar mein erstes Jahr Leguminosen, aber ich denke dennoch, dass es an den Standorten (30-35 BP) und den fehlenden Niederschlägen gelegen hat. Vielleicht auch doch an mir- man wird dieses Jahr sehen, ob ich es auch anders hin kriege (mache ne Menge Leguminosen).

Die Erträge der pflügenden oder intensiv pfluglosarbeitenden Betriebe sind, wie gesagt, keineswegs pauschal höher oder niedriger. Das weiß ich ganz genau (man kann ja offen drüber reden) und man sieht es auch einfach. Ohne jetzt wieder als abgehoben hin gestellt zu werden: Man sieht schon ganz genau welche drei, vier Landwirte hier wunderbare Bestände haben und welche eben nicht. Meine gehören i.d.R. gewiss dazu, das habe ich im Netz auch schon mit unzähligen Fotos belegt. Vorbei kommen ist bei Zweifeln auch kein Problem, habe sogar schon eine Kaffeemaschine und bin handzahm.

Solange ich mit meiner Mischung  aus Minimalbodenbearbeitung und Direktsaat so gut fahre wie bisher, gibt es keinen Grund zu wechseln. Fahre ich das Ganze aufgrund meiner eigenen Doofheit gegen die Wand (denn das ist meine feste Überzeugung: Hier sind wir unser eigenes Glückes Schmied), ändere ich es einfach wieder. Ich habe schon mal gesagt, es ist für mich kein Problem einen Schritt zurück zu machen.
Bisher haben sich diese Verfahren äußerst bezahlt gemacht. Ich spare dadurch in meinem Fall an Kosten, das kann ein Außenstehender gar nicht erahnen (aus betriebswirtschaftlichen Gründen, die ich gerne erklären kann). Da geht es nicht um 100 Euro Arbeitserledigung oder was sonst als Einsparpotenzial genannt wird.

Auf unseren tiefgründigen Böden und der guten Niederschlagsverteilung bin ich bisher der festen Überzeugung, dass die Erträge relativ unabhängig des Bodenbearbeitungssystems gut ausgeschöpft werden können. Dass, wie ich auch schon oftmals gesagt habe, das ganze Geschäft nicht funktionieren kann, wenn man nicht im Kopf entsprechend im System arbeitet und..joar.. halt auch ein bisschen Know-How hat, ist klar.
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NobbyNobbs

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #53 am: 27. Januar 2015, 17:54:02 »

Wegen der Schnecken jammert fast jeder.
Wird Zeit, dass da was auf Biotech Basis kommt. :D

Da bin ich zum Glück bisher von verschont geblieben. Vielleicht wegen der teilweise minimalen Bodenbewegung (flächig, z.B. Rapid) und nachfolgender Rückverfestigung. Toi toi toi. :P Aber ich will nicht ausschließen, dass, wenn zwei, drei Jahre in Folge Direktsaat betrieben wird, eine Anreicherung an Eiern stattfinden kann. Was sich dann in ungünstigen Fällen explosionsartig auswirken könnte.
In zehn Jahren kann ich euch bestimmt mehr berichten...
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #54 am: 27. Januar 2015, 17:58:19 »

Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:

Spass macht es Ihnen auch nicht! Das ganze System kostet die Farmer dort richtig Geld! Die machen Direktsaat ja nur wegen Black Grass und nicht wegen anderer Vor/Nachteile, das darf man nicht vergessen! Man darf auch nicht vergessen wo die herkommen, die Engländer haben Jahrelang Weizenmonokultur angebaut und damit auch Erfolg gehabt.  Dazu wurde dann die Intensität weiter runter gefahren. Jetzt bzw. seit ein paar Jahren kommen halt die Probleme der Vergangenheit ans Licht. Den typischen Engländer oder Ackerbauern gibt es eh nicht, aber was ich so mitbekommen habe, wechselt die Wirtschaftsweise je nach Kultur sehr stark. Das heist nach Weizen wird eben eine Direktsaat von Raps gemacht. Deshalb auch oft eine ExtraDrille oder eben so Umbauten wie von Cultivation Solution und anderen Firmen. Claydon und andere Firmen sind in dem System halt Großgeworden, die werben ja heute noch mit der geringen intensität.  Nach Raps wird auch nicht viel gemacht, dann folgt meist wieder Weizen und dann was ganz anderes. Dann wird aber oft sehr intensiv gewirtschaftet und gepflügt.
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NobbyNobbs

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #55 am: 27. Januar 2015, 18:01:35 »



5 cm sind für meinen Geschmack schon viel zu tief. Zudem ist es ja so, dass, je nach dem wie schnell du arbeitest, ne Menge Erde aufgewirbelt wird. Wo diese Batzen, oder gar Würste, aufkommen, sind das dann auch schnell mal ein paar cm mehr.
Na ja, jeder wie er mag.

Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone

Achso. Noch mal zum Verständnis. Ich arbeite schon auch mal 5 cm tief, insbesondere wegen Schnecken und Mäusen. Es ging mir jetzt explizit um die Ackerfuchsschwanzbekämpfung. Generell gibt es bei mir Direktsaat, klassische Mulchsaat (wo bei mir bei einmaligem Bearbeiten im Bereich 4 - 10 cm Tiefe die Schmerzgrenze liegt) und anschließender Saat mit der DS-Maschine in den Mulch oder Bestellsaat, also Mulchsaat in die Stoppeln, mit irgendeiner Maschine, die diese Vorgehensweise ermöglicht (Maschinenring bietet eine Rapid an -> vorlaufende Scheiben, Kreiselegge, -grubber wären eine Option etc.)
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jaydee88

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #56 am: 27. Januar 2015, 18:36:57 »

Habe irgendwo mal gelesen,dass man,um Mäuse wirksam zu bekämpfen,ca 15cm tief arbeiten sollte :frage:
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NobbyNobbs

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #57 am: 27. Januar 2015, 18:58:49 »

Habe irgendwo mal gelesen,dass man,um Mäuse wirksam zu bekämpfen,ca 15cm tief arbeiten sollte :frage:

Ja klar, da hast du sicherlich bessere Effekte. Das ist ein ganz klarer Nachteil zu anderen Verfahren. Ich habe mit Sicherheit mehr Zeit damit verbracht, Mäuse zu bekämpfen als andere.
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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #58 am: 27. Januar 2015, 19:39:33 »

@henrik: Es gibt im UK schon deutlich mehr überzeugte Direktsäer als in Deutschland.
So ist das nicht.
Wer es aus Zwang macht, wird auch nicht viel weiter kommen, als bis zur nächsten Resistenz oder anderen Problemen.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in England
« Antwort #59 am: 27. Januar 2015, 21:59:59 »

Wenn dem so wäre, dann haben die Aussteller auf der Lama aber sehr viel Geld für Standplätze um Pflüge zu zeigen, zum Fenster rausgeworfen!

Eigentlich wird auf solche lokale Messen hauptsächlich gezeigt, was dort auch verkauft werden kann.

Anders die Agritechnica! Das ist eine Exportmesse!
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