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Autor Thema: Disteln im Bioanbau  (Gelesen 23385 mal)

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Mathilde

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #15 am: 29. Juni 2012, 18:12:50 »

Hallo Herbert,

na dann bin ich ja froh dass ich dem Bioland Dosch mal per mail meine Meinung gesagt habe dazu  ;)

LG Mathilde
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"Manche Menschen sehen die Dinge wie sie sind und sagen Warum? Ich träume von Dingen die es nie gab, und sage: Warum nicht?"

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tomtex

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #16 am: 29. Juni 2012, 18:37:14 »

Diesteln sind bei uns kein Thema - wir haben aber auch 2 Jahre Kleegras, Kartoffeln und Dinkel in der Fruchtfolge. Trotzdem sieht man ab und an Diesteln - genau da wo im Gemüseanbau die Fahrspuren waren oder nach spät räumender Kultur doch noch eine Winterung "reingedrückt" wurde (oder im Nassen geerntet werden musste). So viel zum Thema Verdichtungszeiger... Es hilft eigentlich nur Vorbeugen und Ursachen beseitigen - Symptome behandeln (ausreißen o.ä.) funktioniert nicht, beruhigt aber manchmal die Verpächter. Ansonsten noch auf eine sorgfältige Bestellung und Bestandesführung (schlechte Bestände lassen viel mehr Beikraut zu...aber das ist wohl nichts neues).

In Schweden gibt es dann noch zwei Maschinen die aus den Problemen der ökologischen Marktfruchtbetriebe (mit konventionellen Fruchtfolgen) entstanden sind: die sogenannte Verpächterberühigungsmaschine: http://www.justcommonsense.eu/ograsskararen-combcut und etwas komplexer aber auch deutlich vielfältiger (man soll sogar Gülle damit ausbringen können): http://www.gothiaredskap.se/index.php/system-cameleon/helheten


Klar muss jeder sehen wo er ökonomisch bleibt - aber das von Heico angesprochene Thema wird ganz schnell ein gesellschaftliches Problem, sowohl für die Bios als auch die Konventionellen. Dazu hat "Nahrung"  ein vielzu geringen Stellenwert zumindest momentan und vor allem in der "westlichen Welt"...
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Mettbrötchen

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #17 am: 29. Juni 2012, 20:08:09 »

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kakvogl

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #18 am: 29. Juni 2012, 21:02:19 »

Servus.

Disteln kommen meist wenn nass bearbeitet wird oder der Stickstoff in tieferes Schichten verlagert wird. Darum ist es mit sehr viel höheren Anspruch verbunden ökologisch vernünftig zu wirtschaften heißt ohne Disteln und Ampfer. Disteln intressieren mich eigentlich nicht mehr als bio. Da steht die Wirtschaftlichkeit schon an erster Stelle und nicht die Disteln und Ampferstöcke.

Zur Wirtschaftlichkeit egal wie gebauert wird konvi oder öko. Wenn wir weiterhin die Marionetten der Spekulanten, Ernährungsindustrie und der  Politik bleiben wird sich am Status jammernden Bauern denke ich mal nicht viel ändern. Ich träum immer noch davon die Kosten zusammen zu zählen und den entsprechenden Preis dann zu verlangen indem ich die Rechnung schreibe. Wahrscheinlich bin ich mir sicher wird dies aber ein Traum bleiben. Um Rechnungen zu schreiben müsste man die Sparte wechseln. Leider ist es auf diesen Erdball so, dass der Rohstofferzeuger am wenigsten bekommt. Aber hilft nichts jeder muss seinen Weg suchen und finden.

Servus
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jotesen

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #19 am: 02. Juli 2012, 20:06:57 »

1)....... Wir als reiner Marktfruchtbetrieb haben da wenig Möglichkeiten, was für uns bedeutet, dass die Bodenbearbeitung gut funktionieren muss, was nicht immer der Fall ist. Einige Flächen sehen bei uns besser aus als die der konventionellen Nachbar.........

2).......... Ist halt nun ein kleiner Ernteausfall, dafür werden dort nächstes Jahr die Kartoffeln besser.

3).......... Leider ist der Grünkernmarkt total eingebrochen, so dass es sich für uns nicht mehr lohnt.

zu 1) Klar kann der Martfruchtbetrieb was machen, er muss ein Grünbrachejahr einlegen, sonst gibt es Ärger auf Dauer.
......dann muss beim konventionellen Betrieb was gehörig falsch gelaufen sein.

zu 2) verstehe ich nicht, dass man einen völligen Fehlschlag als nicht so schlimm deklariert, weil es im nächsten Jahr besser wächst
         Könnte doch sein, dass im nächsten Jahr der Juni verregnet und Krautfäule den Ertrag auf 5 t/ha senkt, dann hat die Vorinvestition
         keinen Sinn gehabt.

zu 3) nicht nur der Grünkernmarkt ist eingebrochen. Es wird hauptsächlich importiert und wenn es mal wieder einen Skandal
         gibt, kauft man wieder kurzfristig deutsche Ware ein, bis sich alles beruhigt hat.  Ist doch nicht scher zu verstehen oder.

Sorry dass ich das so sehen muss, aber ich sehe für Optimismus nur wenig Platz.




MAn kann sich echt haben...

1. Grünbrachejahr ist aber auch ein JAhr Totalausfall, also deiner Theorie nach nicht vertretbar. Sehr inkonsequent deine Denkweise.

2. Klar kann das passieren, aber ich bin nunmal Optimist und wir haben in den schlechtesten Jahren 20t Kartoffelrohware geerntet, da wirds wohl irgendwie klappen. Außerdem haben da auch andere Probleme und so steigen meist die Preise. Kartoffeln sind mehr oder weniger ein Frischmarktprodukt, da können nicht plötzlich irgendwelche Lager leer gemacht werden und der Markt überschwemmt werden. Überjährige Kartoffeln gibts nicht.

3. Das Problem sehe ich nicht. Wir können unsere Ware zu vernünftigen Preisen vermarkten. Wir sind beim Grünkern ausgestiegen, bevor es total in den Keller ging.
Man darf sich halt nicht auf eine Sache versteifen. Irgendwas klappt jedes Jahr nicht, es muss nur genug da sein, was klappt. Darum haben wir eine weite Fruchtfolge und probieren viele Sachen aus


Ganz ehrlich, wer mit dem Markt nicht klar kommt, muss es halt sein lassen. Es zwingt dich keiner Biolandwirtschaft zu betreiben.
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Heico

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #20 am: 02. Juli 2012, 21:57:22 »


Ganz ehrlich, wer mit dem Markt nicht klar kommt, muss es halt sein lassen. Es zwingt dich keiner Biolandwirtschaft zu betreiben.

Wie soll man das verstehen, wenn es nicht mehr so klappen will, dann mal eben wieder rück umstellen?

Vielleicht wohnt ihr auf einer Insel wo der Markt nicht greift, oder es wird nur eine kleine ha-Pacht angerechnet.
Oder besser gefragt welche Pacht könnte der Betrieb vertragen 500 €, 800 €, 1000€/ha ?
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jotesen

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #21 am: 02. Juli 2012, 23:16:27 »

Jeder muss machen, was er für richtig hält. Ich bin nur der Meinung, wenn einer wirtschaftlich arbeiten kann und ein zweiter nicht, macht der 2. was falsch. Entweder ändert er was oder geht unter. Das war schon immer so und wird auch so bleiben, zumindest solange wir eine Marktwirtschaft haben. Bei Planwirtschaft mag das anders aussehen.

Ein Betrieb der nicht mal ein oder zwei schlechte Jahre abfangen kann wird falsch geführt und sollte sein Konzept überdenken. Wer auf Bio umgestellt hat, weil er mehr verdienen wollte und nun nicht mehr klar kommt, sollte überlegen, ob der Betrieb nicht vor der Umstellung schon so krank war, dass die Umstellung nicht eigentlich nur Insolvenzverschleppung war.


Ich muss auch wirtschaftlich denken und überlegen, wo ich die Kosten senken kann ohne an Qualität und Ertrag zu sparen, aber nur so kann ich auch mal verkraften, wenn eine Frucht nix wird. Man muss sich nur rechtzeitig entscheiden, wenn man merkt, dass es nichts wird, damit wenigstens die Folgefrucht gut wird.
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Rabe

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #22 am: 05. Juli 2012, 18:50:30 »


Ich kenne mehrere Bios die jetzt vor der Ernte Trupps mit osteuropäischen Fremdarbeitskräften aufs Feld schicken, um die blühenden Distelblüten abschneiden. In einigen Jahren sollen dann die Rhizome so geschwächt sein das sie absterben.
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Planung ersetzt Zufall durch Irrtum

John Deere 7830

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #23 am: 05. Juli 2012, 19:18:08 »

Wenn man Klee anbaut, soll man sich mit dem Mähzeitpunkt auch an die Distel halten und nicht am Klee. In der Blüte ist es wohl am besten, weil die ganze Energie "rauf" geschickt wird und so die Rhizome geschwächt sind. Wennst das oben dann abschneidest soll es die Distel am meisten schwächen.

Andere Möglichkeit: http://www.deschberger-landtechnik.at/dela-produkte/dela-bio-schneidwerk-us/

Hab mit beidem keine Erfahrung da Konvi.
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Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann Spuren hinterlassen.

Heico

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #24 am: 05. Juli 2012, 22:24:29 »


Ich kenne mehrere Bios die jetzt vor der Ernte Trupps mit osteuropäischen Fremdarbeitskräften aufs Feld schicken, um die blühenden Distelblüten abschneiden. In einigen Jahren sollen dann die Rhizome so geschwächt sein das sie absterben.

Nein das ist nur fürs Auge.
Wenn das helfen würde, hätten wir längst keine Disteln mehr.
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nofear

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #25 am: 05. Juli 2012, 22:42:24 »


Ich kenne mehrere Bios die jetzt vor der Ernte Trupps mit osteuropäischen Fremdarbeitskräften aufs Feld schicken, um die blühenden Distelblüten abschneiden. In einigen Jahren sollen dann die Rhizome so geschwächt sein das sie absterben.

Nein das ist nur fürs Auge.
Wenn das helfen würde, hätten wir längst keine Disteln mehr.

Und gegen die Samenvermehrung oder?
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

jotesen

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #26 am: 05. Juli 2012, 22:46:59 »

aber der irrglaube hält sich hartnäckig.

meine bionachbarn waren auch scchon unterwegs, mein vater will auch noch, aber wir haben gejammert, dass wir noch SOOOOOOOOO viel anderes zu tun haben. Vielleicht kommen wir noch drum rum...
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Wade

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #27 am: 10. September 2016, 15:55:27 »

Ich hol hier mal ein älteres Thema zur Distelbekämpfung im Biobereich hoch.

Hab ein paar Schläge mit Distelflecken. Da war Wintergerste drauf und wurde nach nem tiefem Gruppergang nach der Ernte und 3 Wochen später nochmal mit ner Federzahnegge (Gänsefußschare) bearbeitet gegen alles was aufgelaufen war. Nun kommen auf dem Acker nach 2-3 Wochen wieder die Distelflecken.
Ist es nun besser so schnell wie möglich die Distel mitm Grubber nieder zu machen oder noch warten bis kurz vor der Saat (falls das Wetter dann noch mitspielt)?

Hab gelesen dass die Distel bis zum Blütenschieben Nährstoffe aus der Wurzel mobilisiert und erst dann wieder einlagert? Also regenerieren kleinen Distelpflanzen noch nicht die Wurzeln sondern erst die größere Pflanzen?
Warten mitm grubbern? Oder schadet man der Distel noch mehr wenn man die nach dem austreiben direkt wieder abschneidet?
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hanns

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #28 am: 10. September 2016, 18:14:02 »

was bei distel und quecke hilft,immer wieder flach mit gänsefuss bearbeiten,wenns trocken ist.
(geht natürlich mit glypho und wuchsstoff einfacher und billiger)
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Wade

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Re: Disteln im Bioanbau
« Antwort #29 am: 10. September 2016, 21:13:09 »

Bei Quecke ists klar, da bringt auch jeder Grupperstrich Wurzel nach oben die dann vertrocknen.

Aber wenn die Distel bis zur Blüte aus der Wurzel auslagert, kann ich mir die Überfahrt jetzt eigentlich sparen. Außer wenn ein erneuter Wiederaustrieb für die Distel noch mehr Kraft benötigt...
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