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Tier und Stall => Geflügel => Thema gestartet von: Same815 am 19. November 2017, 18:54:32

Titel: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 19. November 2017, 18:54:32
Liebe Forumsgemeinde und hiervon speziell die erfahrenen Hähnchenmäster würde ich um ein paar Infos zum Stallbau bitten.
Kurz zu mir, ich bewirtschafte einen Ackerbaubetrieb mit rund 100 ha und würde gerne in die Hähnchenmast einsteigen.

Was Stallanlagen angeht war ich schon im In- und Ausland unterwegs und wenn ich mir die verschiedenen Ausführungen ansehe komme ich in Grübeln.
Meine bisherigen von Stalleinrichtern angebotenen Ställe sind (in meinen Augen) zu aufwändig konstruiert vor allem wenn ich die Farmen in den USA damit vergleiche.

Deshalb meine Frage, welche Bereiche können ohne an Leistung einzubüßen optimiert werden.
Müssen es beispielsweise immer massive Betonwände mit Kernisolierung sein oder kann nicht auch ein Beton-Sockel (wie auch in Deutschland schon gelegentlich gesehen) mit einfachen Sandwichplatten als Wandverkleidung reichen?
Müssen Wärmetauscher eingesetzt werden um bessere Leistungen zu haben, oder ist das bei aktuell niedrigen Energiekosten doch nicht so sinnvoll?
Sind Fußbodenheizungen nötig (ein Anschluss an eine Biogasanlage besteht bei mir nicht) ?

Ich habe den Eindruck dass die Stallfirmen einfach nur gerne ihren Umsatz erhöhen und vielleicht der ein oder andere Landwirt vergisst, dass die Festkosten die Produktion belasten auch wenn sie nur einmal anfallen.

Was meint ihr dazu, ich bin für jeden Tipp/Hinweis dankbar  :)
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: granola am 19. November 2017, 19:17:47
Ich kenne einen Betrieb der zunächst günstiger gebaut hat. Mittlerweile steht ein zweiter Stall daneben und der Erste würde aufwändig umgebaut. Wenn die biologischen Leistungen nicht stimmen kommst Du auf keine Rentablität. Wollte damals auch einsteigen, deswegen haben wir das schon intensiv durchgerechnet. Ich würde absolut davon abraten als Neueinstteiger etwas zu bauen das nicht auch schon anderer Kollegen machen. Wenn Du es wirklich machst wirst Du noch genug neue Herausforderungen haben, kann nur empfehlen sich beim Stallbau an bewährte Dinge zu halten
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 19. November 2017, 20:05:02
Ich würde absolut davon abraten als Neueinstteiger etwas zu bauen das nicht auch schon anderer Kollegen machen. Wenn Du es wirklich machst wirst Du noch genug neue Herausforderungen haben, kann nur empfehlen sich beim Stallbau an bewährte Dinge zu halten

Guter Einwand, wenn man neu ist und alles anders macht als andere,    Ich weiß nicht!

Erst solltest du einmal abklären wie es bei dir mit einer Baugenehmigung aussieht, vorher ist alles schnell sinnlose Mühe.
Dann mal nach einen Abnehmer umschauen, allein auf weiter Flur ist es nicht leicht die nötigen Partner zu finden (zB Fänger, oder Stallreiniger)
Stallbau ist in den letzten Jahren teuer geworden, die Stalleinrichter haben gar nicht so einen großen Anteil (im Vergleich zB zu Schweinen, Hülle zu Technik); das Gebäude kostet! Wir haben ca 1 m eine Betonaufkantung und dann Sandwich Elemente.
Nicht die Stallbaufirmen sondern die Auflagen haben die Stallbaukosten nach oben getrieben. Ob du mit den amerikanischen Ställen klar kommst hier??? Wir sind im Emsland mal mit den sogenannten Louisiana Ställen angefangen ( so wie du dir das vorstellst, keine Bodenplatte und Jalousien) , sind alle umgebaut  ;D. Aber da kann Gallus noch mehr zu schreiben, der war auch in den Staaten
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 19. November 2017, 20:28:36
Wenn grundsätzlich die Genehmigung möglich ist, dann Bau lieber ordentlich. Louisiana hat sich bei unsrem Klima nicht durchgesetzt. Sandwich Elemente geht natürlich ohne Probleme. Wichtig ist die Isolierung in alle Richtungen.
Wärmetauscher macht zur Zeit meiner Meinung nach keinen Sinn, in 10 Jahren nicht wieder rein zu bekommen.
Schau dir lieber ein paar Ställe an, dann merkst du schon was du brauchst.
Selber hab ich Betonwände mit Scherenbinder. Bisher sehr zufrieden.

Von wo kommst du denn?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 19. November 2017, 20:35:42
In der Tat.

Je wärmer das Klima, desto günstiger der Stallbau; tendenziell.
Was mehr ausmacht als das Klima, ist aber die Philosophie bez. der Hygiene. Unter anderem in Nordamerika sagt man sich da: weniger ist mehr. Während wir in Europa versuchen, den Eintagsküken eine möglichst keimarme Umgebung zu schaffen, lässt man dort die Kinder im Dreck spielen. Sie bekommen wohl in der Brüterei mehr Impfschutz und sollen sich anschließend im Mist der Vorgänger immunisieren. Kurz: wer nicht ausmistet, braucht nicht waschen und desinfizieren, braucht keine Bidenplatte, keine Abflüsse, keinen Sammelbehälter fürs Waschwasser und keine teure waschbare Stallhülle. Da reicht eine Bude aus Playwood (Sperrholz) dann auch aus. Hier ginge das zurzeit nicht, auch wenn man es versuchen wollte. Es ist nämlich so, dass nahezu alle in Deutschland geschlachteten Hähnchen QS zertifiziert sind. Dazu muss der Stall auditiert werden. Hast du keine Bodenplatte, fällst du automatisch durch.
Hier sind die Kriterien aufgeführt: https://www.q-s.de/services/files/downloadcenter/2_arbeitshilfen/eigenkontrollchecklisten/ah_ekcl_lf_lw_g_frei_01012017_d.docx

Auflagen ist ein gutes Stichwort. Heute muss man oft ein paar Gutachten erstellen lassen und die zusammen mit dem Antrag einreichen. Das geht schnell ins Geld. Ein anderes großes Thema ist die Lüftung. Vor vier Jahren durfte ich die Abluft einfach aus dem Giebel pusten, vor einem Jahr mussten es schon Schornsteine (10m über Grund) sein. Allein das hat ca. 50 ct / Platz ausgemacht. Die große Frage ist, ob man zukünftig noch ohne Luftwäscher bauen darf. So ein Teil zerschießt dir jede Marge.

Sandwichplatten können günstiger sein als Betonwände, müssen es aber nicht unbedingt. Ich habe zweitere und habe geringfügig mehr bezahlt. Das war es mir aber wert.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 19. November 2017, 20:48:13
Warum zerschießt der Wäscher die Marge? Klar ist es teurer, aber ist hier schon fast Standard. Und die Ställe verdienen auch Geld! Auf die Dauer muss mal halt sehen, dass zum Vorteil zu nutzen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 19. November 2017, 20:58:17
Zugegeben, Erfahrungen habe ich mit Wäschern nicht. Ich kann mich da nur auf das berufen, was in diesem Jahr in den Medien (DGS, Land & Forst) stand. Für Kapitaldienst und Betriebskosten war da von 20.000 €, bzw. 30.000 € pro Jahr die Rede.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 19. November 2017, 21:38:11
Na, würd sagen 15tsd pro Jahr und Stall kommt eher hin, bei gutem Management.
Vlcht lässt sich ja auf Dauer noch ein Nutzen ziehen. Wärmerückgewinnung oder co2 footprint. Großen Abnehmern ist das fast gleich wichtig wie Tierwohl.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 19. November 2017, 22:07:21
Na, würd sagen 15tsd pro Jahr und Stall kommt eher hin, bei gutem Management.
Vlcht lässt sich ja auf Dauer noch ein Nutzen ziehen. Wärmerückgewinnung oder co2 footprint. Großen Abnehmern ist das fast gleich wichtig wie Tierwohl.

 Naja Tierwohl verbessert den Footprint ja nicht unbedingt (Heizkosten pro Stall sicher eher höher mit weniger Tiere). Aber generell geb ich dir Recht, langfristig werden wir weniger Immissionen abgeben müssen!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 20. November 2017, 12:02:43
Vielen Dank für die Antworten und Tipps. So wie es aussieht sind einige Profis hier im Forum vertreten.

Sprechen wir über Zahlen. Mein geplanter 40.000 er Stall soll nach erstem Angebot rund 20 € brutto pro Mastplatz kosten. Das scheint mir etwas hoch gegriffen (Erschließung ist mit 2 € dabei, Abluftreinigung ist (noch) nicht dabei weil wahrscheinlich nicht benötigt). Deshalb meine Frage zu den Baukosten.

Wie ich hier gelesen habe, sind Wärmetauscher nicht unbedingt notwendig um gute Leistungen zu haben. Eher die Sorge vor steigenden Energiekosten rechtfertigt den Einbau, wenn ich es richtig verstanden habe?

Die Bauhülle ist mit 70% aber ein großer Kostenblock. Deshalb meine Frage zur Außenhülle. Wäre statt einer Betonsandwichwand nicht auch ein Betonsandwichsockel (50 cm hoch) und dann Sandwichelemente mit Stahlblechmantel ausreichend? Oder welche Vorteile außer vielleicht die Langlebigkeit/Stabilität bringt die Betonwand?

Und welche Höhe sollte der Stall haben um eine gute Lüftung zu gewährleisten. Sind 4m Stallhöhe wichtig und sinnvoll für eine gute Durchlüftung und damit gute Leistungen?

Fußbodenheizung ja/nein?

Und welche Erfahrungen habt ihr im Betrieb gemacht? Was würdet ihr anders machen, wenn ihr neu bauen würdet und was war vielleicht unnötig?

Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 20. November 2017, 12:48:25
Vielen Dank für die Antworten und Tipps. So wie es aussieht sind einige Profis hier im Forum vertreten.

Sprechen wir über Zahlen. Mein geplanter 40.000 er Stall soll nach erstem Angebot rund 20 € brutto pro Mastplatz kosten. Das scheint mir etwas hoch gegriffen (Erschließung ist mit 2 € dabei, Abluftreinigung ist (noch) nicht dabei weil wahrscheinlich nicht benötigt). Deshalb meine Frage zu den Baukosten.
Das ist heute nicht ungewöhnlich. Es hängt aber auch davon ab, was alles dabei ist.

Zitat
Wie ich hier gelesen habe, sind Wärmetauscher nicht unbedingt notwendig um gute Leistungen zu haben. Eher die Sorge vor steigenden Energiekosten rechtfertigt den Einbau, wenn ich es richtig verstanden habe?
Das ist sicher oft der Hauptgrund. Bei mir kommt noch dazu, dass ich mit offener Flamme im Stall keine Genehmigung bekommen hätte (Brandschutz...). Es gibt inzwischen wohl aber auch brauchbare Gaskanonen, mit geschlossener Verbrennung.

Zitat
Die Bauhülle ist mit 70% aber ein großer Kostenblock. Deshalb meine Frage zur Außenhülle. Wäre statt einer Betonsandwichwand nicht auch ein Betonsandwichsockel (50 cm hoch) und dann Sandwichelemente mit Stahlblechmantel ausreichend? Oder welche Vorteile außer vielleicht die Langlebigkeit/Stabilität bringt die Betonwand?
In meinem Fall war die Differenz gering. Daher habe ich Betonsandwichwände. Beim ersten Stall war ich auch noch etwas unsicher. in meiner Vorstellung wäre ggf. der Umbau zum Schweinemaststall mit Betonwänden besser gewesen. @ Josef: Ist da was dran?

Zitat
Und welche Höhe sollte der Stall haben um eine gute Lüftung zu gewährleisten. Sind 4m Stallhöhe wichtig und sinnvoll für eine gute Durchlüftung und damit gute Leistungen?
Wie breit soll er denn werden?

Zitat
Fußbodenheizung ja/nein?
Mansche schwören drauf. Mir wäre sie zu teuer.
[/quote]

In welcher Region willst du denn bauen?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 20. November 2017, 17:42:33
Geplant ist ein "StandardStall" : 20m x 100m, von Seiten des LW-Amtes wurde mir mündlich versichert (deshalb bin ich noch etwas vorsichtig), dass es ohne Abluftwäscher und Brandmauer ginge. Region NordBY : Oberfranken.

Ist der Unterschied zwischen Stahlblech und Beton wirklich so gering? 
Welchen Einfluß hat die Stallbreite auf den Stallhöhe?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 20. November 2017, 21:34:14

Welchen Einfluß hat die Stallbreite auf den Stallhöhe?

Gar keinen. Wenn die Hütte zu breit ist wird die Statik zu teuer. Ich würde 19,95m Innenmaß bauen. Wenn du mal für ein Tierwohllabel mit Wintergarten mästen willst brauchst du ab 20,00m Innenmaß auf 2 Seiten Wintergarten und dann wird es finanziell Uninteressant. Zudem funktioniert ab 30m? Breite die Lüftung über seitliche Zuluftventile nicht mehr. Dann brauchst du Gleichdrucklüftung die wiederum teurer ist.

Ich schwöre auf Wärmetauscher. Er spart nicht nur Energie sondern zieht gewaltig Wasser aus dem Stall gerade wenn es sehr nebligist. Das Teil kann man aber auch problemlos später nachrüsten.

Die Höhe des Stall richtest du nach der Höhe des Ausstall/ Ausmistfahrzeuges + Aufbau+ etwas Reserve. Wenn du ne Stahlhalle baust kann die Bude niedriger sein wie bei einer Nagelbinderkostruktion. Stahlhalle hat irgendwo 15 Dachneigung, Nagelbinder unten 8°. Am höchsten baut die Futterlinie auf und da bist du bei Stahlhalle bei der ersten Linie schon weiter oben. Zu niedrig ist aber wegen der Lüftung im Sommer auch nichts. Alte Ställe haben 2,3 oder 2,5 aber das macht keinen Spass und du kannst nur mit kabinenlosen Fahrzeugen rein. Gibt einige die bauen 4,2m Traufenhöhe um den Stall mal als Lagerhalle umnutzen zu können. Das ist dann aber eine teure Wette auf die Zukunft.

Fußbodenheizung kann bei Hackschnitzelheizung interessant werden. Die alternativen Warmwasserkonvektoren sind auch nicht gerade billig. Zudem hast du reduzierte Emissionen weil die Einstreu trockener wird.



 
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 20. November 2017, 22:09:24
Hallo,

Ich hab 22 mal 90m gebaut, bin damit sehr zufrieden. Maximal kenne ich Ställe mit 25m breite, aber da kommt man an ein Limit wo es mit der Lüftung schwierig wird.

@Rabe: das Wasser was beim Wärmetauscher anfällt wo kommt das her? Aus der Zuluft, dann wäre sie ja trockener im Stall oder aus der Abluft, dann hat man ja nichts davon???

PS: mündliche Zusagen kannst du meiner Meinung nach vergessen, das ist alles unverbindlich!

Fußbodenheizung hat sich bei uns nur auf Betrieben mit BGA durchgesetzt. Für andere zu teuer!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 20. November 2017, 22:11:47
Ist der Unterschied zwischen Stahlblech und Beton wirklich so gering? 
Lass dir Angebote machen, dann findest du es heraus.
Werbung ist hier nicht gern gesehen und eine Nachricht kann ich dir nischt schicken. Aber wenn Du bei google nach Baugesellschaften in Teterow suchst, findest du u.a. eine Firma, die sich auf solche Ställe spezialisiert hat. Dort bekommst du sehr schnell ein Angebot. Hähnchenställe sind da quasi Meterware.

Falls es Sandwichpanele werden, pass auf, wenn die Löcher für die Zuluftventile ausgeschnitten werden. Da kann es zu Beschädigungen kommen.

Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 20. November 2017, 22:21:55
Falls es Sandwichpanele werden, pass auf, wenn die Löcher für die Zuluftventile ausgeschnitten werden. Da kann es zu Beschädigungen kommen.

Dann sind die Zuluftklappen aber sehr hoch, unsere sind mitten in der unteren Paneel.
Ich hab ein Betonelement, ca 90 cm ( aus dem Wohnzimmer gemessen ;D) und zwei Paneele (je 1m)

Der Stahl und Hallenbauer sagte damals zu mir ( war in der ersten Zeichnung höher geplant) das ich mir von dem gesparten Geld locker einen Teleskoplader kaufen könnte ;D , hatte nicht ganz unrecht
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 21. November 2017, 08:34:32
Das sind schon sehr konkrete Tipps: vielen Dank dafür.

Gibt es unter euch auch Betriebe die zwei oder mehr Ställe haben und evtl. unterschiedliche Bauformen oder Einrichtungen gewählt haben? Da würden mich die Unterschiede bzw. die Erfahrungen interessieren (auch in Bezug auf Verluste, Zunahmen, FVW (Fußballen)Gesundheit).
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 21. November 2017, 09:38:30
Moin, würde auch in 20 oder 22er Breite bauen. Je nach System Scherenbinder oder Stahl, an der seite sind so gute 3,20m Traufenhöhe das Minimum. Meiner Meinung nach dazu eine einfache Heizung, Wärmetauscher geht immer noch wenn du meinst du brauchst einen.

Sektionaltor davor, Beschläge aus Edelstahl. Vorraum nicht zu klein. Meiner ist viel zu klein mit 6x6. Würde heute aber die Futterwaage draußen machen. Es gibt extra so verkappte Silos dafür zur Einhausung.
Silos so groß, dass du lkw Weise abnehmen kannst.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 21. November 2017, 10:48:13
Das sind schon sehr konkrete Tipps: vielen Dank dafür.

Gibt es unter euch auch Betriebe die zwei oder mehr Ställe haben und evtl. unterschiedliche Bauformen oder Einrichtungen gewählt haben? Da würden mich die Unterschiede bzw. die Erfahrungen interessieren (auch in Bezug auf Verluste, Zunahmen, FVW (Fußballen)Gesundheit).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 20 m Breite und Giebelentlüftung besser funktioniert als 24 m Breite und Firstentlüftung. An welchem der beiden Faktoren es am ehesten liegt, weiß ich noch nicht genau.

LED Lampen sparen sicher Strom, gefallen den Tieren aber nciht unbedingt besser als Leuchtstoffröhren.

Zur Kadaverlagerung gibt es hier einen extra Faden. Zwischen meinen beiden Systemen liegen rund fünf Minuten Arbeit pro Tag.


Das alles sind aber nur Details.
Erstmal brauchst du einen groben Plan von deinem Vorhaben und dann ein Planungsbüro, das dir den Antrag erstellt.
Außerdem brauchst du einen Vermarkter, z.B. eine Integration. Davon solltest du an deinem Standort ein paar zur Auswahl haben.
Du solltest auch immer ein Auge auf deine Anwohner haben. Je nach deren Grundhaltung kann es klug sein, früh die Karten auf den Tisch zu legen. Ich bin jedenfalls gut damit gefahren. Das hängt aber stark von der Region und vom genauen Standort ab.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 21. November 2017, 12:00:41

@Rabe: das Wasser was beim Wärmetauscher anfällt wo kommt das her? Aus der Zuluft, dann wäre sie ja trockener im Stall oder aus der Abluft, dann hat man ja nichts davon???


Du hast natürlich Recht, das Wasser stammt aus der Zuluft. Die warme Abluft erwämt die kalte Zuluft. Dadurch entsteht Kondenswasser was im Wärmetauscher abläuft.

Sandwichställe sind wahrscheinlich billiger wie Betonställe. Allerdings sind die Preise für Sandwichpanelle in letzter Zeit deutlich stärker gestiegen wie bei Betonelementen die du im Zweifel an jeder Ecke bekommst. Die Frage die niemand beantworten kann ist wie lange die Sandwichpanelle hält. In Bayern gibt es Ställe in Massivbauweise die laufen schon seit 50 Jahren.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: klausg am 21. November 2017, 12:27:02

@Rabe: das Wasser was beim Wärmetauscher anfällt wo kommt das her? Aus der Zuluft, dann wäre sie ja trockener im Stall oder aus der Abluft, dann hat man ja nichts davon???


Das Wasser kondensiert auf der Abluftseite. Die Zuluft wird durch die
Erwärmung trockener

Du hast natürlich Recht, das Wasser stammt aus der Zuluft. Die warme Abluft erwämt die kalte Zuluft. Dadurch entsteht Kondenswasser was im Wärmetauscher abläuft.

Sandwichställe sind wahrscheinlich billiger wie Betonställe. Allerdings sind die Preise für Sandwichpanelle in letzter Zeit deutlich stärker gestiegen wie bei Betonelementen die du im Zweifel an jeder Ecke bekommst. Die Frage die niemand beantworten kann ist wie lange die Sandwichpanelle hält. In Bayern gibt es Ställe in Massivbauweise die laufen schon seit 50 Jahren.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 21. November 2017, 12:35:17
Gibt es unter euch auch Betriebe die zwei oder mehr Ställe haben und evtl. unterschiedliche Bauformen oder Einrichtungen gewählt haben? Da würden mich die Unterschiede bzw. die Erfahrungen interessieren (auch in Bezug auf Verluste, Zunahmen, FVW (Fußballen)Gesundheit).

Ich habe zwei identisch gleiche Ställe, selbst wenn ich eine Kükenherkunft habe kann es Unterschiede geben. Momentan hab ich wieder eine, und sie sind von Leistungen absolut gleich (19 Tag). Aus dem Bauch heraus würde ich sagen das Stall 1 über alle Durchgänge etwas besser ist, nur warum, keine Ahnung. Wie gesagt Bauch. Türe sind im Norden, Abluftturm im Süden, Stall 1 steht westlich also 2 östlich!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 21. November 2017, 14:03:07

Das alles sind aber nur Details.
Erstmal brauchst du einen groben Plan von deinem Vorhaben und dann ein Planungsbüro, das dir den Antrag erstellt.
Außerdem brauchst du einen Vermarkter, z.B. eine Integration. Davon solltest du an deinem Standort ein paar zur Auswahl haben.
Du solltest auch immer ein Auge auf deine Anwohner haben. Je nach deren Grundhaltung kann es klug sein, früh die Karten auf den Tisch zu legen. Ich bin jedenfalls gut damit gefahren. Das hängt aber stark von der Region und vom genauen Standort ab.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Kümmere dich parallel zum Planungsbüro um einen Abnehmer. Im Süden sind momentan Wintergärten sehr gefragt. Das hört sich dann bei einer Baugenehmigung gleich besser an wie wenn du konventionell für 39kg/m² planst. Wobei ich dann mich dann um eine Kombigenehmigung kümmern würde, also 35kg ohne Wintergarten bzw. 32kg mit Wintergarten. Dann hast du alle Optionen offen. Die 39kg sind aber ein heißes Eisen, da brauchst du starke Nerven für. Erfahrungsgemäß wirst du damit in den Medien zerfleischt.

Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 22. November 2017, 13:52:52
Das Vorhaben hängt bei mir einfach noch von der zu finanzierenden Summe ab. Ich habe die Befürchtung dass mit einem sehr teuren Stall die Wirtschaftlichkeit schon vorgegeben ist und zwar mit negativem Vorzeichen. Bei gut 20 € pro Platz frage ich mich ob das zu erwirtschaften ist, denn aus Veröffentlichungen und von Hähnchenmästern wurden mir zahlen bis maximal 17 € genannt wobei 15 € meinem Gefühl nach der Durchschnitt war. Natürlich kann man jedes Jahr ein paar Prozente drauf packen aber gleich soviel?
Deshalb sind die Fragen nach sinnvollen und weniger sinnvollen Ausstattungen sehr wichtig. Denn wenn die Summe für mich überschaubarer wird steigt auch meine Motivation mich mit Behörden, Nachbarn und Integratoren zu beschäftigen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 22. November 2017, 14:37:36
Die 20 € waren brutto, oder? Das würde dann 16,80 € netto entsprechen. Das sollte noch im Rahmen liegen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 22. November 2017, 19:08:21
Also wenn ich für 20€ netto bauen könnte/dürfte, ich würde sofort anfangen!
Aber das wäre dann Erweiterung und kein Neustart. Das erleichtert die Entscheidung.
Hier werden alte Ställe für 16€ netto verkauft und dann wird renoviert!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Meisteringenieur am 22. November 2017, 21:18:43
Ich würde die Ställe auf jeden Fall mit 4 m Traufe bauen um sie unnützen zu können. Wer weiß was in 10, 20 oder 30 Jahren ist.  Oder spricht außer des Preises was gegen höhere Ställe ?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Hilko am 22. November 2017, 21:34:08

@Rabe: das Wasser was beim Wärmetauscher anfällt wo kommt das her? Aus der Zuluft, dann wäre sie ja trockener im Stall oder aus der Abluft, dann hat man ja nichts davon???


Du hast natürlich Recht, das Wasser stammt aus der Zuluft. Die warme Abluft erwämt die kalte Zuluft. Dadurch entsteht Kondenswasser was im Wärmetauscher abläuft.

Sandwichställe sind wahrscheinlich billiger wie Betonställe. Allerdings sind die Preise für Sandwichpanelle in letzter Zeit deutlich stärker gestiegen wie bei Betonelementen die du im Zweifel an jeder Ecke bekommst. Die Frage die niemand beantworten kann ist wie lange die Sandwichpanelle hält. In Bayern gibt es Ställe in Massivbauweise die laufen schon seit 50 Jahren.

Hallo,

die Zuluft wird erwärmt (=> sie kann mehr Wasser aufnehmen) und die Abluft wird abgekühlt (=> sie kann weniger Wasser "halten"). Sprich es ist nicht möglich, dass das im Wärmetauscher kondensierte Wasser der Zuluft entzogen wird. Allerdings nimmt die relative Luftfeuchte bei der erwärmten Luft logischerweise (durch die Erwärmung kann mehr Wasser aufgenommen werden) ab. Die absolute Luftfeuchte bleibt letztlich gleich.

Dies Verhalten tritt zumindest bei einem 08/15 Kreuzwärmetausche auf.

Mit freundlichem Gruß

Hilko
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 25. November 2017, 15:48:44
Wie von Meisteringenieur angesprochen: was ist bei der Gebäudehöhe zu beachten? Sind 4m von Vorteil in Bezug auf Klimatisierung oder Hitzestress im Sommer.

Ist im Hähnchenbereich alles schon so standardisiert dass bei der Stalleinrichtung alles gesetzt ist oder worauf sollte man dabei achten?

Ja die 20 Euro waren brutto, was aber immerhin 800k Euro Investition bedeutet ohne dass Genehmigungskosten oder sogar zusätzliche Auflagen inklusive sind. Wenn ich per LFL Rechner damit nachrechne kommt unter dem Strich wenig bis nichts (über den Abschreibungszeitraum) heraus. Deshalb meine Fragen zu möglichen Kosteneinsparungen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 25. November 2017, 17:05:25
Wie von Meisteringenieur angesprochen: was ist bei der Gebäudehöhe zu beachten? Sind 4m von Vorteil in Bezug auf Klimatisierung oder Hitzestress im Sommer.

Ist im Hähnchenbereich alles schon so standardisiert dass bei der Stalleinrichtung alles gesetzt ist oder worauf sollte man dabei achten?

Ja die 20 Euro waren brutto, was aber immerhin 800k Euro Investition bedeutet ohne dass Genehmigungskosten oder sogar zusätzliche Auflagen inklusive sind. Wenn ich per LFL Rechner damit nachrechne kommt unter dem Strich wenig bis nichts (über den Abschreibungszeitraum) heraus. Deshalb meine Fragen zu möglichen Kosteneinsparungen.

An der Traufe sollten etwas mehr als drei Meter reichen. Ich stalle demnächst aus. Dann kann ich mal messen.

Ich dachte, die 20 € brutto pro Platz wären die gesamten Stallbaukosten. Planung, Antrag und Genehmigung wird sicher auch noch ca. 1,5 € netto kosten.
Bei meinem letzten Stallbau habe ich auch ein paar Dinge einbauen lassen, die nicht unbedingt nötig sind, z.B. Tränkenspülung, Fernwartung, Unterdrucksensor oder Dimmungssensor für draußen. Aber das meiste davon möchte ich nicht missen. Am Ende haben die aufgezählten Dinge auch nicht sehr viel gekostet.
Du könntest bei der Installation der Stalleinrichtung vielleicht noch 5.000 € sparen, indem du dich verpflichtest, mit anzupacken. Sowas lässt sich bestimmt einhandeln.

Komm bitte nicht auf die Idee, auf den dritten Silo zu verzichten. Appropos Silo. Sowas bekommt man günstig gebraucht. In der Regel ist da dann aber keine Statik dabei. Ein Holländer sagte mir mal, er baue vor der Bauabnahme nur ein Silo, den Rest danach.  ;)
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 26. November 2017, 16:29:55
Welche Firmen könnt ihr empfehlen bzw. sind eurer Meinung nach fit wenn es um Hähnchenmast geht. PAL/BD und Prülage/LST sind mir bekannt und mit denen hatte ich auch schon Kontakt. Allerdings wären mehr Alternativen gut und vor allem wenn es Meinungen von Praktikern dazu gibt.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: kitkat1975 am 26. November 2017, 18:48:43
Ich hab nur ne Frage.
Was ist der Anreiz in unserer Zeit in eine Branche wie die hähnchenmast einzusteigen?
Ist ja nun nicht Grad ne Betätigung mit dem besten Standing in der Gesellschaft.
Nicht falsch verstehen...ich verdiene meinebrötchen selber in einer Branche die keinen guten Ruf hat. Kälberhaltung...
Ich weiss was es heisst gegen veternäre zu kämpfen, hier mal wieder ne neue haltungsverordnung und da eine neue Vorschrift.
Nicht im Traum würde ich dran denken  mir den Ärger " massentierhaltung hähnchen" anzutun...
Ist der Profit so hoch oder warum tut man das?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 27. November 2017, 08:16:56
Nebeneffekte wie Arbeitszeitverwertung und organische Düngung spielen mit. Und dann muss natürlich ganz klar das investierte Geld relativ schnell wieder erwirtschaftet werden.
Deshalb auch mein Forenthema. Denn nur wenn ich weiß wie teuer der Stall wird, kann ich errechnen wie bei unterschiedlichen Szenarien (gute/mittlere/schlechte biologische Leistungen) etwas oder eben nichts übrig bleibt.

Meine Entscheidung ist definitiv nicht getroffen, bei zu hohen Stallbaukosten werde ich gar nicht erst mit der Detailplanung/Genehmigung beginnen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 27. November 2017, 11:07:41
Nebeneffekte wie Arbeitszeitverwertung und organische Düngung spielen mit. Und dann muss natürlich ganz klar das investierte Geld relativ schnell wieder erwirtschaftet werden.
Deshalb auch mein Forenthema. Denn nur wenn ich weiß wie teuer der Stall wird, kann ich errechnen wie bei unterschiedlichen Szenarien (gute/mittlere/schlechte biologische Leistungen) etwas oder eben nichts übrig bleibt.

Meine Entscheidung ist definitiv nicht getroffen, bei zu hohen Stallbaukosten werde ich gar nicht erst mit der Detailplanung/Genehmigung beginnen.

so einfach ist es nun doch leider auch nicht!
Gut mittel schlecht, wo wirst du stehen?  Automatisch bei den Guten? Mit wem vergleichst du dich, bzw. woher kommen die Zahlen? Unser Beratungsring (im Emsland mit vielen Hähnchenmastbetrieben sicher kein kleiner Ring) hat beschlossen das wir keine Zahlen rausgeben! Nicht einmal an die LWK. Das war einigen Mitgliedern sehr wichtig!!!  Was hat das einen Streit mit der Kammer gegeben ;D wir durften deren Software nicht mehr nutzen. Dann haben wir uns selbst eine schreiben lassen, ist ein voller Erfolg geworden!
Die Kammer Niedersachsen hat sehr wenige Zahlen, man muss auch genau darauf achten wo sie herkommen und wieviel Durchgänge darin stecken!
Ohne Detailplanung kannst du nie vorhersagen was der Stall kosten wird.

Ich bin vor 9 Jahren eingestiegen, was ich damals alles gerechnet und bedacht habe! Im nachhinein war das meiste dummes Zeug, die wirklich wichtigen Sachen hat man als Außenstehender sowieso nicht auf dem Schirm!
Was mich überzeugt hat ist letztendlich der Blick aus dem Fenster, wenn da ein Betrieb einen Stall hat und den nächsten baut, wenn der der zwei hat nochmals zwei beantragt,     dann scheint nicht alles verkehrt zu laufen!
Wie das momentan mit dem bauen ist ??? Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen!

Aber man kann auch so lange rechnen bis man nicht mehr braucht!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: RedHeath am 27. November 2017, 11:54:41
Ich glaube auch die Entscheidung in einen neuen Betriebszweig zu investieren muss im Wesentlichen
aus dem Bauch heraus kommen. Also man muss zuerst wollen/ eine Idee haben, bevor man im Detail plant.
Du kannst dir letztlich fast alles "schön rechnen" und genauso "schlecht rechnen".
Im Detail sollte dann verglichen werden, sowohl was Bau/Planung als auch Betrieb angeht.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: nofear am 27. November 2017, 12:05:26
Ich glaube auch die Entscheidung in einen neuen Betriebszweig zu investieren muss im Wesentlichen
aus dem Bauch heraus kommen. Also man muss zuerst wollen/ eine Idee haben, bevor man im Detail plant.

Da ist er doch aber mit Arbeitszeitverwertung und org. Dünger schonmal ganz gut gewesen  :)
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 27. November 2017, 17:41:54
Es lässt sich sicher nicht alles von Anfang an planen. Aber nur aus dem Bauch zu entscheiden ist mit angesichts der Investition doch zu gewagt.
@Josef: wenn es sich im Nachgang heraus stellt dass meine Bedenken unbegründet waren oder ich zuviel vorab abgearbeitet habe finde ich es immer noch besser als im Nachgang zu sagen: hätte ich mir nur mehr Gedanken gemacht...

Da ich mich leider auf dem Stallbau Markt nicht auskenne, wäre ich über ein paar Firmennamen mit Hähnchen-Know-How dankbar. (Prüllage und PALBullermann sind mir bekannt)
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 27. November 2017, 18:03:36
Es lässt sich sicher nicht alles von Anfang an planen. Aber nur aus dem Bauch zu entscheiden ist mit angesichts der Investition doch zu gewagt.
@Josef: wenn es sich im Nachgang heraus stellt dass meine Bedenken unbegründet waren oder ich zuviel vorab abgearbeitet habe finde ich es immer noch besser als im Nachgang zu sagen: hätte ich mir nur mehr Gedanken gemacht...

Da ich mich leider auf dem Stallbau Markt nicht auskenne, wäre ich über ein paar Firmennamen mit Hähnchen-Know-How dankbar. (Prüllage und PALBullermann sind mir bekannt)

Also bez. Stalleinrichtern fallen mir spontan ein:
Big Dutchman, LAE, Lohmann, Schulz, Sprock und Thomsen.

Ich kenne noch einen weiteren. Aber der glänzt nur durch Inkompetenz.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 02. Dezember 2017, 18:29:01
Ich habe vorhin mal in einem Stall gemessen:
Die "Traufhöhe" (ich weiß, falscher Begriff) innen beträgt 3,30 m. Die Unterkante der Schalen der nächsten Futterlinie liegt dann bei 2,46 m im leeren Stall.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 03. Dezember 2017, 12:26:23
D.h. die Deckenhöhe beträgt 3,30?

Ist mit Blick auf die zukünftig sicher größer werdenden Traktoren 4m sinnvoll? Oder hat das neben den Kosten (Bau- und Heizkosten) noch andere negative Auswirkungen?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 03. Dezember 2017, 13:55:26
D.h. die Deckenhöhe beträgt 3,30?

Ist mit Blick auf die zukünftig sicher größer werdenden Traktoren 4m sinnvoll? Oder hat das neben den Kosten (Bau- und Heizkosten) noch andere negative Auswirkungen?

Die Deckenhöhe ist an der Wand bei 3,30 m, unterm First bei geschätzt 4,50 m. (Das Tor ist 4,00 m hoch und da drüber ist noch etwas Luft).

Mit dem Schlepper bin ich nie im Stall, das spielt keine Rolle.
Die ersten 20 Durchgänge habe ich mit einem Radlader ausgestallt und ausgemistet. Das Problem war, dass ich damit nicht bis an die Wand komme, da er zu hoch ist. Beim Ausmisten hatte ich dann zusätzlich noch einen Hoflader für die Kanten. Heute mache ich das alles mit dem Teleskoplader. Da ist das kein Problem mehr.

Wäre ich höher gegangen, wären die Baukosten stark gestiegen. Es ist nämlich so, dass die Wände als Fertigteile direkt vom Werk kamen. Wären sie höher gewesen, wäre der Transport, bzw. die Monatge vor Ort umständlicher geworden.
Für mich passt die Höhe aber ganz gut.

Hast du dir mal ein Angebot dazu geholt?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 03. Dezember 2017, 17:20:48
D.h. die Deckenhöhe beträgt 3,30?

Ist mit Blick auf die zukünftig sicher größer werdenden Traktoren 4m sinnvoll? Oder hat das neben den Kosten (Bau- und Heizkosten) noch andere negative Auswirkungen?

Ich würde mich auf die 4m nicht einschießen und eher dauerhaft mit einem Lader kalkulieren. Spätestens beim 2. Stall zahlst du nochmal richtig drauf.
Bedenke der entsprechend hohe Traktor ist sehr breit. Bei 2,55m Außenbreite brauchst du links und rechts + 10cm mehr Schaufelbreite. d.h. die Schaufel wird ca. 2,8m breit. Da wird das Fahrzeug schon unhandlich.
Aber laß dir das mal rechnen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 03. Dezember 2017, 18:54:37
Aktuell sind die von mir angesprochenen Alternativen als Angebote in der Mache.
Also Beton-Sandwich zu Stahlblech und 3,5m / 4,15m Traufhöhe jeweils.

Die hier angesprochene Umnutzungsmöglichkeit als Halle seht ihr weniger relevant? Ist für mich als Ackerbau fast eine Versicherung falls die Hähnchenmast nicht funktioniert. Oder ist das unbegründete Anfängerangst? Wird in Deutschland in 10/20 Jahren noch Tierhaltung erlaubt sein und wenn ja welche. Oder gibt es sogar Fleisch aus dem Labor?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 03. Dezember 2017, 19:11:36
Die hier angesprochene Umnutzungsmöglichkeit als Halle seht ihr weniger relevant? Ist für mich als Ackerbau fast eine Versicherung falls die Hähnchenmast nicht funktioniert. Oder ist das unbegründete Anfängerangst? Wird in Deutschland in 10/20 Jahren noch Tierhaltung erlaubt sein und wenn ja welche.

Ja, Anfängerangst beschreibt es gut!
Wenn es nicht klappt was willst du mir einer „riesen“ Halle? Kann man doch kaum einen Hänger drin abkippen!
Du musst dir bewusst sein das wenn es nicht klappt du eine Menge Geld in den Sand gesetzt hast, wenn es dein Geld war ist es weg, wenn es von der Bank kommt hast du ein Problem!
Du musst auch bedenken wenn du es nicht schaffen solltest, gibt es einen anderen der es macht?
 (Bevor so ein Stall umgewandelt wird würde bei uns ihn ein anderer pachten, dafür sorgt die Bank schon ;D )


Ob es in 20Jahren noch Fleischerzeugung gibt ??? Drei Fragezeichen, aber dann wird auch noch so mancher Ackerbauer umschauen müssen!

Mein Rat: Wenn du bereit bist dich voll und ganz 365 Tage im Jahr (24/7  ;D) dich um den Stall zu kümmern dann mach es, wenn ich las es! Nochmal 24/7, du hast dann die Verantwortung!
Hälst du momentan schon Tiere?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 03. Dezember 2017, 19:48:47
Aktuell sind die von mir angesprochenen Alternativen als Angebote in der Mache.
Also Beton-Sandwich zu Stahlblech und 3,5m / 4,15m Traufhöhe jeweils.

Die hier angesprochene Umnutzungsmöglichkeit als Halle seht ihr weniger relevant? Ist für mich als Ackerbau fast eine Versicherung falls die Hähnchenmast nicht funktioniert. Oder ist das unbegründete Anfängerangst? Wird in Deutschland in 10/20 Jahren noch Tierhaltung erlaubt sein und wenn ja welche. Oder gibt es sogar Fleisch aus dem Labor?

Wenn du die Halle ackerbaulich umnutzen möchtest, bleibt ja eigentlich nur, sie als Lager zu nutzen. Du könntest dort x Maschinen reinstellen. Oder z.B. 4.500 to Weizen (bei 90 x 20 x 3,3 m). Mit beidem wirst du aber nur einen Bruchteil deines Kapitaldienstes erwirtschaften können.
Zum kippen eignen sich beide Bauhöhen nicht, aber es gibt ja noch ASW und Rollbandwagen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 04. Dezember 2017, 16:48:32
Die hier angesprochene Umnutzungsmöglichkeit als Halle seht ihr weniger relevant? Ist für mich als Ackerbau fast eine Versicherung falls die Hähnchenmast nicht funktioniert. Oder ist das unbegründete Anfängerangst? Wird in Deutschland in 10/20 Jahren noch Tierhaltung erlaubt sein und wenn ja welche. Oder gibt es sogar Fleisch aus dem Labor?

Richtige Umnutzung macht nur Sinn wenn die Halle gewerblich verwertet werden kann. Ob das dann aber erlaubt ist kann dir heute niemand sagen. Über die Umnutzung entscheidet dann das Landratsamt.
In meinen Stallbaugenehmigungen steht nichts von Rückbau drin, während ich bei meiner (nicht realisierten BGA) einen Bankbürgschaft in Höhe von 100000€ hätte hinterlegen müssen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 04. Dezember 2017, 18:40:42
Was die Tierhaltung angeht kann ich zumindest erahnen was auf mich zukommt. Wir hatten über Generationen Milchkühe auf dem Betrieb, sind aber ein paar Jahre vor dem Quotenende ausgestiegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Hähnchenmast da sogar etwas mehr Freiheiten lässt als die Milchviehhaltung...

Während des Kapitaldienstes muss ich davon ausgehen dass Hähnchen aus Deutschland noch nachgefragt werden. Mir geht es eher um die Zeit danach. Wenn der Ackerbau weiterhin kontinuierlich (nicht überstürzt) ausgebaut werden kann, ist in 20 Jahren die Nutzung als Maschinenhalle und kurzzeit Lager für Getreide (seitlich abgekippt) durchaus realistisch.
Ist kein Muss, nur der Gedanke der hier im Forum dazu geschrieben wurde hat mir gefallen. Die Frage ist natürlich ob es dann waagerechte Binder mit 4m Raumhöhe sein müssen oder Scherenbinder die bei 3,5m beginnen in im First 4,0 bis 4,5m sind. Eine Umnutzung ist in meinen Augen in beiden Fällen möglich. Gibt es in der Praxis (alte) Ställe die so genutzt werden oder wird jeder nicht genutzte Stall verkauft oder abgerissen?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 04. Dezember 2017, 18:56:27
Was die Tierhaltung angeht kann ich zumindest erahnen was auf mich zukommt. Wir hatten über Generationen Milchkühe auf dem Betrieb, sind aber ein paar Jahre vor dem Quotenende ausgestiegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Hähnchenmast da sogar etwas mehr Freiheiten lässt als die Milchviehhaltung...

Im Vergleich mit Milchvieh ist Hähnchenmast wie Urlaub.  ;D
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 04. Dezember 2017, 19:12:47
Ich kann dir nur sagen nutze den Winter und mach schnell ein Praktikum, so siehst du schnell ob es was für dich ist oder nicht!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 07. Januar 2018, 21:17:10
Hallo Same,

hat sich bei dir schon was getan?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 13. Januar 2018, 21:30:23
In der Zwischenzeit habe ich ein paar Hähnchenhalter gefunden die mir die Ställe und die Arbeit im Stall gezeigt haben. Dabei habe ich natürlich auch die Probleme, die Geflügelhalter haben, mitbekommen. Aktuell eher durchschnittliche Preise, die Geflügelpest ist eine stetige Bedrohung und die Auflagen werden durch Label und Siegel immer höher ohne dass die Mehrkosten (komplett) ausgeglichen werden.

Auch in diesem Betriebszweig sind in Zukunft sehr viele Unsicherheiten (aktuell will Wiesenhof sogar in Kunstfleisch investieren).
Die Arbeit könnte ich mir vorstellen, nur auf 20 Jahre ein hohes Risiko gehen halte ich zunehmen für gewagt. Ich sehe mich darin bestärkt, wenn überhaupt, einen Stall zu bauen der reltiv einfach umzunutzen ist.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 13. Januar 2018, 22:31:02
Risiko ist überall dabei. Wenn das Steve Jobs damals gedacht hätte würden wir heute vielleicht immer noch auf Tasten rumdrücken.
Aber das muss jeder selber für sich ausmachen.
Wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich sofort investieren.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 13. Januar 2018, 23:31:38

Wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich sofort investieren.

 ;D  ja das würd ich genauso machen wenn ich dürfte!

Man muss auch als Außenstehender lernen wie die Hähnchenmäster reden, immer alles mies!
Kenn ich noch aus der Zeit als ich keine hatte ;D
Jeder Neue ist da erstmal ein Konkurent, da bleibt man lieber unter sich!

Die Aussage von Jan und mir und das trifft sicher auch für Gallus zu sollte dir zu denken geben, wir würden sofort einen neuen Stall bauen, aber sicher keine Billigvariante und es denkt auch keiner über die Nachnutzung nach!!!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 13. Januar 2018, 23:43:47
In der Zwischenzeit habe ich ein paar Hähnchenhalter gefunden die mir die Ställe und die Arbeit im Stall gezeigt haben. Dabei habe ich natürlich auch die Probleme, die Geflügelhalter haben, mitbekommen. Aktuell eher durchschnittliche Preise, die Geflügelpest ist eine stetige Bedrohung und die Auflagen werden durch Label und Siegel immer höher ohne dass die Mehrkosten (komplett) ausgeglichen werden.

Auch in diesem Betriebszweig sind in Zukunft sehr viele Unsicherheiten (aktuell will Wiesenhof sogar in Kunstfleisch investieren).
Die Arbeit könnte ich mir vorstellen, nur auf 20 Jahre ein hohes Risiko gehen halte ich zunehmen für gewagt. Ich sehe mich darin bestärkt, wenn überhaupt, einen Stall zu bauen der reltiv einfach umzunutzen ist.

Lass dich da mal nicht verängstigen. Meiner Meinung nach bringt die vertikale Integration ein großes Stück Sicherheit in den Betriebszweig. Wenn der Schlachtpreis zu schlecht werden würde, blieben die Ställe leer. Blieben die Ställe leer, gäbe es nichts zu schlachten. Gäbe es nichts zu schlachten, könnte der Schlachthof keinen Umsatz machen. Kein Umsatz, kein Gewinn. Und an die Erzeugungskosten für Hähnchen muss olle Wesjohann mit seinem synthetischen Fleisch erstmal kommen. Dass gerade der Konzern auch mal nach links und rechts schaut, ist ja nichts neues. Selbst Sprehe hat vegetarische Produkte im Sortiment.
Wenn man nicht so kopflos ist und das Futter für neun Monate vorkauft, hält sich das Risiko in der Hähnchenmast eigentlich in Grenzen.  :pfeiff:  :tuet: :pfeiff:
So ganz ohne Unsicherheiten wirst du in keiner Produktionsrichtung sein.
Etwas anders sieht es auf politischer Ebene aus. Mir persönlich machen TA Luft und Filtererlass Sorgen. Ich kann nicht einschätzen, ob da was auf mich zukommt und ggf. was.

Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gufera am 14. Januar 2018, 00:53:41

Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))

Fischzucht?  :D
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 14. Januar 2018, 12:09:39
Für alle die bereits Ställe haben ist das Risiko nicht so groß bzw. bereits zum Teil durch Abschreibung reduziert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wiesenhof Insolvenz anmeldet nur um die Mäster ausreichend bezahlen zu können. Wenn deren Marge geringer wird geben die das so weiter im Wissen, dass nicht abbezahlte Ställe nicht so einfach leer bleiben können (Ist bei Milch, Rind und Schwein das gleiche Spiel). Und wenn selbst Wiesenhof davon träumt in 5 Jahren künstliches Fleisch herzustellen muss man sich natürlich fragen ob die Investition auf 20 Jahre Sinn macht.

Wie gesagt die Tierhaltung an sich hat mir schon immer (Kuh, Kälber und Bullen) Spaß gemacht, das kann ich mir auch bei den Hähnchen vorstellen. Und die Bilder die ich aus dem Fernsehen kannte, sind in meinen Augen manipuliert. In keinen Stall den ich gesehen habe hatte ich ein unangenehmes Gefühl bzw. schlimme Zustände zu sehen bekommen.

Die Hähnchenhalter sind (zumindest mir gegenüber) deutlich pessimistischer als hier im Forum. Offenbar herrscht schon jetzt ein starker Wettbewerb mit den Niedrigpreisländern in Osteuropa. Wenn dann noch aus Übersee Verarbeitungsware auf den Markt drängt, befürchten einige verheerende Auswirkungen auf den deutschen Markt. Und das vor dem Hintergrund zunehmender Auflagen (und damit immer höherer Kosten) durch Immissionsschutz, Baurecht, InitiativeTierwohl und zukünftig einem staatlichen Tierwohllabel.

Wenn es um den Verkauf geht, welche Integratoren stehen mir in Oberfranken überhaupt zur Verfügung? Gibt es einen Wettbewerb oder bin ich Wiesenhof "ausgeliefert"?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 14. Januar 2018, 12:37:03
Ja, für mich ist das Risiko heute nicht so groß, da die Ställe schon angezahlt sind, also schon ein, bzw. vier Jahre laufen. Aber vor ein paar Jahren noch war mein Risiko genausogroß wie deins, falls du dich zum Bau entschließen solltest.
Risiko hast du in allen Bereichen, außer du strebst eine Beamtenlaufbahn an. Aber zieh den Vergleich doch mal zu den von dir genannten Tierarten. Fast überall bist du dem freien Markt ausgeliefert. Verträge zwischen Produzenten und Verarbeitern gibt es eigentlich nur bei Geflügel und bei Milch. Und auch bei Milch hast du einen gewissen Spotmarkt, im Gegensatz zum Hähnchen. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme: verarbeitete Ware. So bezieht z.B. Frosta schon lang sein Hähnchenfleisch aus Thailand und auch die brasilianischen Fliets werden irgendwo verarbeitet. Aber bei Grillern und Teilstücken (frisch / Tk) herrscht deutsche Ware vor. Das muss man dem Verband wirklich zu Gute halten, sie haben dem Einzelhandel gut beigebracht, 5xD einzukaufen.
Dass Polen seine Produktion stark ausgebaut hat, lässt sich allerdings nicht abstreiten. Die haben aber gerade Probleme mit der Zertifizierung für den deutschen Markt.

Richtung Norden hast du als Vermarkter Sprehe mit zwei Schlachthöfen in Sachsen und Thüringen und Plukon mit einem Schlachthof in Brandenburg (und einem in M-V). Ob Rothkötter so weit fährt, weiß ich nicht. Bez. West- und Süddeutschland weiß ich nicht, wo da noch Schlachthöfe stehen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 14. Januar 2018, 12:47:05

Wenn es um den Verkauf geht, welche Integratoren stehen mir in Oberfranken überhaupt zur Verfügung? Gibt es einen Wettbewerb oder bin ich Wiesenhof "ausgeliefert"?

Im Süden gibts noch Hubers Landhendl aus Österreich.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Mukubauer am 14. Januar 2018, 15:00:50
Aber Hühnerfleisch liegt im Trend (wie lange der Anhält weiß keiner) weils irgendwie als Gesund gilt und neben Fisch von einigen Pseudovegatariern noch gegessen wird (sieht man recht oft, wenn noch Fleisch dann eben Fisch oder Huhn) bzw. die einen Essen aus Religiösen Ansichten kein Schweinefleisch, und diese Gruppe hat auch zugenommen in der EU

Ich Interessiere mich schon länger für den Zweig, am meisten Sorge hab ich wegen dem Personal (Fangen,Waschen)

Und die Sorgen um die Gebäudeverwertung hab ich nicht, wer Heute noch so Investiert und das nicht vom Stammbetrieb abkoppelt ist dann eben selber Schuld wenn er bei einer Kriese die eine oder andere Nacht Schlaflos verbringt ... (meine Persönliche Meinung)
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 14. Januar 2018, 15:09:04

Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))

Fischzucht?  :D

Nö.
Teilweise sind es sehr enge Nischen, teilweise gibt es den jeweiligen Markt noch nicht mal, teilweise muss der Gesetzgeber noch an den Rahmenbedinungen arbeiten.

Mehr verrate ich nicht.
 
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: John Deere 7830 am 14. Januar 2018, 20:12:36

Ich Interessiere mich schon länger für den Zweig, am meisten Sorge hab ich wegen dem Personal (Fangen,Waschen)

Ich interessiere mich ja auch schon länger für die Haltung von Masthühnern. Aber genau die von dir angesprochenen zwei Dinge lassen mich auch immer zweifeln.

Punkt 1 wäre maschinell zu ersetzen. Hendldrescher soll irgendwo um die 60000 kosten. Hier in der Nähe wurde letzten Sommer ein Stall in Betrieb genommen, da kommt das Personal aus Passau (350km eine Strecke :o ) und zwar zum Vorfangen und danach zum Ausstallen. Beim letzten mal sind sie fast 2 Stunden zu spät gekommen.

Punkt 2 ist jetzt nicht so tragisch, in einem Tag soll das ganze mit zwei Personen erledigt sein. Wenn man so schon knapp mit der Zeit ist natürlich schwierig. Firmen wie in den deutschen "Hochburgen" wird man in Österrich nicht finden.


Über einen Umweg (auch Geflügel) bin ich jetzt bei der Biohaltung. Und nachdem ich da schon lange Kurse, Vorträge, Betriebe anschaue/anhöre wird das wohl im Sommer so weit sein.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Rabe am 14. Januar 2018, 20:31:24
Wenn Personal zum Fangen und Waschen knapp wird, dann gibt es auch kein Obst und Gemüse mehr. Wenn ich die Mindestlöhne in Polen und Rumänien anschaue, dann sind die ein weites Stück von unseren Löhnen weg.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: woodstock am 15. Januar 2018, 07:24:33
Firmen wie in den deutschen "Hochburgen" wird man in Österrich nicht finden.

Schreibe normalerweise nicht in einem Thread, wo ich keine Ahnung habe...  ;)
Aber da ich in Ö mitten in einem Gebiet wirtschafte, wo es sehr viele Mast- und Legehühnerbetriebe gibt, weiß ich, dass das Personal zum Ausstallen und Waschen (aus dem Osten) zur Verfügung steht.
Ein Berufskollege von mir (sehr erfolgreicher Mäster) hat vor ein paar Jahren auch mit der "Maschine" gefangen.
Die Maschine (überbetrieblich) wurde nun schon vor einiger Zeit verkauft, die Betriebe fangen alle wieder mit der Hand - anscheinend wesentlich unkomplizierter und schonender...
Aus der Sicht eines Außenstehenden...
ws
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 15. Januar 2018, 07:31:44
Die Maschinen werden hier immer wieder mal getestet, meist stellt man fest was man vorher schon wußte ;D : zu langsam und sehr schlecht zu reinigen!
Auf der Messe in Hardenberg Holland steht jedes Jahr die selbe Maschine ausgestellt, anscheinend ohne zwischendurch gelaufen zu haben!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 15. Januar 2018, 07:51:54
Ich bin Mitglied einer Erzeugergemeinschaft (EZG), die sich vorrangig um das Ausstallen kümmert. Wir haben auch eine Maschine laufen. Sie soll wohl so schnell und sorgfältig arbeiten, wie eine durchschnittliche Fangkolonne. Die Reparaturkosten belaufen sich jährlich auf einen vier- bis fünfstelligen Betrag. Die Reinigung nimmt viel Zeit in anspruch. Daher wird sie nur noch in sehr großen Betrieben eingesetzt.
Da meine ställe weiter weg sind, kommt bei mir nicht direkt die EZG, sondern ein Subunternehmer. Die Verständigung mit den Fängern ist zwar schwer, aber sie wissen ja was sie machen sollen. Da es über die EZG läuft, muss ich im Vorfeld auch nichts planen. Das übernimmt der Schlachthof.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: vario am 06. März 2018, 10:27:11
Welche Stallbauer gibt es die mit Stahlhalle und Betonsandwichelementen bauen ?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Chiggn am 06. März 2018, 13:06:34
Moin,

Schlichtmann Hallenbau in Geek
Stahlbau Menke Haren/Ems

Ställe von Menke sieht man im Emsland recht häufig.
Schlichtmann hab ich nur im Internet auf die schnelle gefunden.
Unsere Stallbaufirma ist insolvent, daher kann ich nicht mit Erfahrungen zu den beiden genannten Firmen helfen.

Aber wenn wirklich Interesse besteht, wird dir eigentlich jede Firma Adressen vermitteln können, wo du dir solche Gebäude anschauen kannst.
Ich würde auch mal die Aussendienstler der Futtermittelfirmen fragen. Die kommen ganz gut rum und können bei solchen Fragen meist auch helfen und Besichtigungen ermöglichen.

MfG Andreas
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 06. März 2018, 18:27:38
Kurzes Update von mir: Ich habe jetzt keinen Bauantrag eingereicht. Auch ohne mich wird es in Europa genug Fleisch geben und nach Greenpeace sollen 50% davon sowieso reduziert werden.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: huabermaxl am 06. März 2018, 19:14:15
Kurzes Update von mir: Ich habe jetzt keinen Bauantrag eingereicht. Auch ohne mich wird es in Europa genug Fleisch geben und nach Greenpeace sollen 50% davon sowieso reduziert werden.

Darf man die Gründe erfahren?
Gruß
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 06. März 2018, 19:41:49
Eine aktuelle Abwägung von Chancen und Risiken (sinkender Fleischverbrauch, Fleischalternativen, fehlende Akzeptanz von Hähnchenmast von allen Seiten usw.). Das kann sich natürlich eines Tages ändern, deshalb schreibe ich bewusst "aktuell".
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: huabermaxl am 06. März 2018, 20:31:10
Eine aktuelle Abwägung von Chancen und Risiken (sinkender Fleischverbrauch, Fleischalternativen, fehlende Akzeptanz von Hähnchenmast von allen Seiten usw.). Das kann sich natürlich eines Tages ändern, deshalb schreibe ich bewusst "aktuell".
Danke!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: vario am 06. März 2018, 23:31:09
Hallo Same815,
das ist deine Entscheidung , muss jeder für sich treffen und das ist auch so o.k.
Wenn wir allerdings nur das machen was andere gerne möchten , können wir die Landwirtschaft in Deutschland komplett aufgeben von der Tierhaltung bis zum Ackerbau.
Bei uns ist es so das ein alter Stall dem neuen weichen soll und hierin sollen langsam wachsende Hähnchen gemästet werden.

Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Same815 am 07. März 2018, 07:42:28
Das ist vollkommen richtig und bei einem "Umbau" ist das Risiko geringer. Know-How und Maschinen (evtl. noch Einrichtung) sind schon vorhanden.
Vielleicht dreht sich der Wind auch wieder und die Bevölkerung erkennt wie wichtig und gesund Fleisch ist und dass es den Tieren besser geht als in der Natur und in irgendeinem anderen Land.
Nur aktuell sieht es nicht danach aus.

Daneben muss ich aber auch die ökonomischen Gründe ansprechen. Durch die Integration ist der Gewinn immer gedeckelt und was ich gesehen habe hat mich nicht überzeugt.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 07. März 2018, 08:04:37
Kurzes Update von mir: Ich habe jetzt keinen Bauantrag eingereicht. Auch ohne mich wird es in Europa genug Fleisch geben und nach Greenpeace sollen 50% davon sowieso reduziert werden.

Naja als Hähnchenmäster sag ich erst mal Danke, ich mache das gerne für dich!
Der Hähnchenfleischmarkt wächst, die Betriebe gehen immer in Richtung weniger kg je m2. Also wird sich die Produktion nicht erhöhen, ganz im Gegenteil!
Jeder muss selber wissen was er tut und sich antut, dafür sind wir alle alt genug. Ich glaube nicht das sich unsere Bevölkerung von Greenpeace Bevormunden lässt ( auf Dauer, kurzfristig sicher Auswirkungen). Als Beispiel siehe BSE und Rindfleisch, der Markt hatbsich auch wieder gefangen.

Die Hauptfrage wäre für mich eher ob ich mir das Baugenehmigungsverfahren antuen will!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 11. März 2018, 16:11:24

Die Hauptfrage wäre für mich eher ob ich mir das Baugenehmigungsverfahren antuen will!

Da muss ich dir vollkommen recht geben. Da wird man von Landratsamt/Immissionsschutz monatelang verarscht und drangsaliert. Auch ohne irgendwelche möchtegern Bürgerinitiativen, purer Nervenkrieg...

Gegenüber der Genehmigungsphase ist die Planung und das Bauen eines Stalles ein 5 Sterne Wellness- und Erholungsurlaub...
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: vario am 11. März 2018, 16:22:00
Das ist leider so >:(
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 11. März 2018, 17:02:16
Im Grunde ist es wie ein ordentlicher Kater. Hat man ihn, ist man vermeintlich dem Tode nahe. Aber ist der Schmerz erstmal vergessen, schmeckt der Fusel dann doch wieder zu gut.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Josef am 11. März 2018, 19:50:11
Im Grunde ist es wie ein ordentlicher Kater. Hat man ihn, ist man vermeintlich dem Tode nahe. Aber ist der Schmerz erstmal vergessen, schmeckt der Fusel dann doch wieder zu gut.

Baugenehmigung mit saufen zu vergleichen, darauf bin ich noch nie gekommen! Wenn man es nüchtern auch nicht ertragen kann!  ;D ;D ;D
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 15. Juni 2018, 18:59:31
Weil wir gerade beim Thema bauen sind.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Trapezblecheindeckungen?
Würdet Ihr eine Tropschutzbeschichtung empfehlen oder nicht? Der Dachzwischenraum ist ja eigentlich dicht, wo sollte da so viel Feuchtigkeit herkommen?!
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: klausg am 15. Juni 2018, 19:37:23
Wenn die Decke isoliert ist, brauchst Du keine Antitropfbeschichtung. Es ght ja ums Kondenswasser aus dem Temperaturunterschied zwischen innen und Außen
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 15. Juni 2018, 20:41:21
Was kostet denn so eine Beschichtung pro m²?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: vario am 16. Juni 2018, 11:41:20
Hallo
ich denke die Antitropfbeschichtung kann man sich sparen.
Bei Trapezblecheindeckung sind als Dämmung Selthaanplatten verlegt, diese werde von der Traufe bis in den First verlegt auf einer Länge ohne Stückelung,
sollte es wirklich mal minimal tropfen kann der Tropfen auf der Selthaanplatte zur Seite ablaufen.
Vorallem kommen ja beim Hähnchenstall quadratmeter zusammen .
Andere Alternative Faserzement und Wolle , vom Dämmwert zwar besser ,aber ob die immer da liegen bleibt ?
Deshalb bevorzuge ich Trapezblech und Selthaan

Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Chiggn am 16. Juni 2018, 23:05:59
Selthaan hat (hatte) aber leider den Nachteil, dass es über die Jahre etwas schrumpft...
Leider in einem unserer Ställe schon geschehen.
Dann läuft das Kondenswasser bei den H-Schienen raus.
Nicht stark, aber permanent...
Allerdings war das Selthaan von 1991, kann ja auch sein, dass die heutigen Platten nicht mehr schrumpfen.

MfG Chiggn
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 17. Juni 2018, 18:41:39
Kosten liegen bei 1,70 bis 3,50€ je m², je nach Fliesstärke bzw. Wasseraufnahmevermögen

Bei uns sind eigentlich Nagelbinder mit Trapetzblech und Ursa-Dämmfilz zur Isolierung Standard.


Nachdem das Dach auch nicht verschalt wird ist eben die Frage ob sich Kondenswasser bilden könnte oder nicht, da ja dann quasi das Wasser an der Lattung Abtröpfelt und auf die Dämmung tröpfelt...
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 17. Juni 2018, 18:53:55
2 € / m² entspricht 9 ct / Stallplatz oder rund 0,5 % der Stallbaukosten. Da würde ich nicht sparen wollen.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: klausg am 17. Juni 2018, 20:03:54
Oder gleich ein dünnes Sandwich Blech als Dachhaut - das sollte auch nicht mehr schwitzen
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 19. Juni 2018, 16:19:06
Ein Sandwichtrapez wäre mir auch am liebsten, aber kostet ca. 8€/m² mehr. *3.100m² = 25tsd netto => ~1€/Mastplatz

Sollte dann doch kein Tierwohlgeldfriedhof werden...
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 19. Juni 2018, 16:24:00
Warum denn nicht Wellfaserzementplatten?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 19. Juni 2018, 20:34:19
Warum denn nicht Wellfaserzementplatten?

Weil (evtl.) auf die Südseite eine PV soll
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 19. Juni 2018, 21:20:42
Und? Wo ist das Problem?
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Gallus gallus! am 19. Juni 2018, 21:33:04
Und? Wo ist das Problem?

Die Installation ist anscheinend teurer.
Mir machte mal jemand ein gutes Angebot für die Pacht der Dächer. Als er dann nochmal genau hinsah, wurde ihm klar, dass es sich um Wellfaserzementplatten handelt. Das korrigierte Angebot war dann für mich absolut uninteressant.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Mabbi am 19. Juni 2018, 21:51:29
Und? Wo ist das Problem?

Die Installation ist anscheinend teurer.

Etwa 40-50€/KWp bei der UK und 20-30€/KWp für die Montage.
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Jan am 20. Juni 2018, 07:08:49
Danke für den Hinweis. Das war mir neu.
Hab schon auf beiden pv gebaut. Damals hatte der Solateur gleiche Angebote für die UK.
Aber manche ja durchaus Sinn, dass es da Unterschiede gibt
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Ede am 20. Juni 2018, 08:41:33
Warum macht das Sinn? Das Prinzip ist doch gleich, oder nicht? Dachhaut-Befestigungsschrauben werden durch Stockschrauben ausgetauscht und darauf kommt die PV. Oder ballern die Selbstbohrschrauben durch das Blech? Damit wäre nach Demontage der PV doch das Blech schrott!?

Gruß
Ede
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 22. Juni 2018, 00:05:41
Die Stockschrauben sind M10 oder M12 die müssen sowieso vorgebohrt werden, also schon eine andere Liga als die "Befestigungsschrauben".
Die EPDM Dichtung muss ja relativ fest angezogen werden, damit die Stockschraube, bzw. das Dach auch wirklich dicht ist. Und genau hier sehe ich das Problem bei Eternitplatten. Wenn hier durch was auch immer sich die Schraube ein wenig vergeht, bzw. verwinkelt oder auch einfach nicht ganz so fachgerecht montiert ist, besteht halt die Gefahr dass eine Eternitplatte (mit vortgeschrittenem Alter) mal bricht. Dann Riesenproblem, da man dies meistens gleich am ersten Tag bemerkt kann so eine Lapalie schnell in einer Katastrophe enden...

Das Problem gibt es eben beim Trapezblech nicht. Vielleicht liege ich in meiner Vermutung auch falsch aber naja, so war eben mein Gedankengang...


Heute habe ich mal zusammengerechnet, was mich Antragstellung, Gutachten, Genehmigung etc. gekostet hat... hätte ich dies vorher gewusst welche Kosten bis zum ersten Baggerhub entstehen, wäre ich wahrscheinlich so abgeschreckt gewesen, dass ich mit der Planung garnicht begonnen hätte... :o
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Ede am 22. Juni 2018, 07:11:57
Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ne Eternitplatte ist auch mit ner Schraube befestigt, und bleibt dicht und die Platte knackt nicht. Sicher wird dafür eine andere Dichtung als EPDM auf ner flachen Scheibe benötigt, alleine schon, weil die Wellplatten rund sind. Aber sonst?

Gruß
Ede
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: meinsherdamit am 23. Juni 2018, 00:20:31
Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ne Eternitplatte ist auch mit ner Schraube befestigt, und bleibt dicht und die Platte knackt nicht. Sicher wird dafür eine andere Dichtung als EPDM auf ner flachen Scheibe benötigt, alleine schon, weil die Wellplatten rund sind. Aber sonst?

Gruß
Ede

Da gebe ich dir recht. Aber auf den Stockschrauben wirken durch Sog und Druck bei einen Hebel von 5cm irgendwo schon gewisse Hebelkräfte. Im Normalfall wird sich da nichts bewegen. Aber wer weis wie sich das in den nächsten 20 Jahren verhält... Unwetter steigen eher an... da braucht nur eine Schraube etwas schlampig oder knapp anliegen und clack... Bei einem Trapezblech hingegen wird nicht viel passieren
Titel: Re: Stallbau Hähnchen
Beitrag von: Friedhelm am 23. Juni 2018, 18:32:33
moin,

zur Haltbarkeit kann ich nichts sagen, aber Blechdach hat meiner Meinung nach 2 Nachteile (Einer mit PV oben zählt dann nicht...):

Höllisch laut bei Regen. Insgesamt auch lauter (Der fällt bei PV weg.)

Bei klammer Witterung = Tropfsteinhöhle.....

Ist teuerer, aber ich würde heute nur noch Sandwichpaneele nehmen. Schnell und einfach zu montieren.

Habe vor gut 6 Jahren eine Ausstellungshalle gebaut und 1/3 ist isoliert und komplett geschlossen mit Sandwichpaneelen und die anderen 2/3 haben Blech Dach und Fassade und vorne offen........  Vorne ein Schleppdach dran und das ist auch mit Paneele gemacht worden auf...... da tropft das nie!
Sollte ich irgendwann  mal vor Elend nicht wissen wohin mit dem Geld fliegt das Blechdach wieder runter......
Da habe ich damals an der falschen Stelle gespart.......